NFL: Rookie-Watch: Saints' Super-Draft überragt alles

Die Halbzeitmarke der Saison ist bereits überschritten - höchste Zeit, um einen ersten Blick auf den Rookie-Jahrgang zu werfen! Wie stellt sich die Quarterback-Klasse an? Was macht der Top-Pick? Welche Überraschungen hat der Draft hervorgebracht und welches Team hat am meisten von seinem Draft profitiert? SPOX wirft kurz vor dem Schlussspurt der Regular Season einen Blick auf die bisherigen Leistungen der Rookies.

Die Halbzeitmarke der Saison ist bereits überschritten - höchste Zeit, um einen ersten Blick auf den Rookie-Jahrgang zu werfen! Wie stellt sich die Quarterback-Klasse an? Was macht der Top-Pick? Welche Überraschungen hat der Draft hervorgebracht und welches Team hat am meisten von seinem Draft profitiert? SPOX wirft kurz vor dem Schlussspurt der Regular Season einen Blick auf die bisherigen Leistungen der Rookies.

Seite 1: Quarterbacks, Enttäuschende und Verletzte

Die Quarterback-Klasse

Mitchell Trubisky (Chicago Bears)

Für Trubisky begann die Saison in Week 5 beim Spiel gegen die Minnesota Vikings. Der zweite Pick des Drafts sollte langsam an die Liga gewöhnt werden, doch sah sich das Trainerteam nach schwachen Leistungen von Mike Glennon dazu gezwungen, den Rookie ins Rampenlicht zu stellen.

Trubisky hat in Chicago eines der schwächsten Receiving Corps der Liga um sich herum und auch das Play Calling von der Seitenlinie wirkt häufig nicht gerade ideal. Nach einer sehr geringen Anzahl an Passversuchen traut man dem Rookie langsam zumindest immer mehr zu. Verbesserungen sind klar zu erkennen, genau wie aber auch schlechte Reads und große Unsicherheit unter Druck sein Spiel noch bestimmen.

Patrick Mahomes (Kansas City Chiefs)

Der Hype aus der Offseason ist bereits deutlich verflacht. Bei den Chiefs spielt Alex Smith die vermutlich beste Saison seiner Karriere. Ob der Leistungen aus dem August sollten die Chiefs allerdings bei einer Verletzung Smiths ihren Backup und erhofften Quarterback der Zukunft zumindest mit einem guten Gefühl auf das Feld lassen können.

Deshaun Watson (Houston Texans)

Die Verletzung Watsons war eine absolute Schockmeldung. Der Rookie füllte die nach den Verletzungen von J.J. Watt und Whitney Mercilus teilweise bereits verloren geglaubte Saison der Texans wieder mit großer Hoffnung. Der junge Quarterback übertraf dabei jegliche Erwartungen.

Von der Pocket-Präsenz bis hin zu den Escape-Fähigkeiten und Pässen aus dem Lauf heraus legte Watson ein bei weitem breiteres Skill-Set an den Tag, als was man von einem Rookie erwarten hätte können. Die vor seiner Zeit limitierte Offense legte nur in Watsons erstem Spiel als Starter unter 200 Passing Yards auf, gleichzeitig leistete Coach Bill O'Brien tolle Arbeit und passte die Offense immer besser an Watson an.

Das Highlight seiner jungen NFL-Karriere war zweifelsohne ein 400-Yard-Spiel gegen die Seahawks, bei dem Watson auch noch vier Touchdowns geworfen hatte. Nur ein paar Tage später legte ihn allerdings ein Kreuzbandriss für den weiteren Verlauf der Saison lahm.

DeShone Kizer (Cleveland Browns)

Mitten in die Kritik und das Chaos eines verfehlten Trades für A.J. McCarron lieferte Kizer jüngst das bislang beste Spiel seiner Karriere, als er in Detroit 21 seiner 37 Passversuche für 232 Yards an das limitierte Receiving Corps brachte. Es war der Höhepunkt in einer Rookie-Saison, die was die äußeren Umstände angeht nicht viel schwieriger sein könnte.

In einer erneut wilden Spielzeit bei den Browns "gewann" und verlor er die Starter-Rolle bereits, nur um sie mangels tauglicher Alternativen nun doch wieder halten zu dürfen. Große Ungenauigkeiten prägen das Spiel des 21-Jährigen, dessen Pässe nur in 54,4 Prozent der Fälle erfolgreich sind. Und selbst dann überqueren sie nur durchschnittlich 5,5 Yards an Feldposition. Zudem stehen vier Touchdowns bittere zwölf Interceptions und ein Quarterback-Rating von 24,0 gegenüber.

Davis Webb (New York Giants)

Webb dürfte sich nach Aussagen von Coach Ben McAdoo Hoffnungen auf Spielzeit machen. Der Trainer weist in einer schrecklichen Giants-Saison gerne mal die Schuld auf Eli Manning und äußerte sich nach Fragen gegenüber einem Quarterback-Wechsel zuletzt alles andere als abgeneigt.

C.J. Beathard (San Francisco 49ers)

Wie Kizer hatte auch der in puncto Passsgenauigkeit ebenfalls äußerst inkonstante Beathard am abgelaufenen Wochenende das beste Spiel seiner Karriere verzeichnet. Dieses kam allerdings gegen eine vollkommen verwirrte Giants-Truppe zustande und ändert auch nichts an der Tatsache, dass der Quarterback hinter einer löchrigen Line gerade eher als Crash-Test-Dummy dient. Und das vermutlich genau so lange, bis die Line einem Pass-Rush standhalten kann. Dann nämlich wird der jüngst verpflichtete Jimmy Garoppolo das Ruder übernehmen.

Nathan Peterman (Buffalo Bills)

Etwas überraschend verkündeten die Bills unter der Woche, dass Tyrod Taylor nicht mehr Starting-Quarterback in Buffalo ist. Für ihn wird Rookie Peterman am Wochenende gegen die Chargers starten. Peterman übernahm schon gegen die Saints für Taylor und legte unter anderem einen 75-Yard-Drive mit Touchdown hin. Er soll in die auf kurze, schnelle Pässe ausgelegte Offense besser passen als Taylor, muss das allerdings erst einmal beweisen.

Die Enttäuschenden

Corey Davis (WR, Tennessee Titans)

Das laufintensive Spiel der Titans kommt einem Receiver wie Davis nicht gerade zu Gute. Dennoch hatte man sich in Nashville sicherlich mehr von seinem ertradeten fünftem Pick des Drafts erwartet, als 13 Receptions bei 28 Targets. Davis kam nach einer längeren Oberschenkelverletzung in lediglich vier Spielen zum Einsatz. Womöglich erwarten sich die Titans gerade deshalb noch eine deutliche Leistungssteigerung im Laufe der Saison sowie einen möglichen Nummer-1-Receiver. Das Potential ist definitiv vorhanden.

John Ross (WR, Cincinnati Bengals)

Eine der schwächsten Offenses der Liga braucht - neben Verbesserungen für die Line - unbedingt neue Waffen. Wer würde eine bessere darstellen als der Rekordhalter des 40-Yard-Dashes? Bisher kann Ross diese Hoffnung jedenfalls nicht erfüllen: Der von einigen Verletzungen geplagte Wideout kam in dieser Saison zu gerade einmal drei Einsätzen und steht noch gänzlich nackt ohne Reception dar.

Der einzig nennenswerte Ertrag war ein 12-Yard-Run im zweiten Saisonspiel gegen die Texans. Am Ende dieses fumbelte Ross aber und wurde daraufhin nicht mehr eingesetzt. Die Coaches verlangten von Ross zuletzt öffentlich (in sich eine fragwürdige Vorgehensweise), dass er Coverages besser erkennen und darauf reagieren muss.

O.J. Howard (TE, Tampa Bay Buccaneers)

Die Bucs-Offense ging mit wahnsinnig hohen Erwartungen in die Saison. Diese kamen nicht zuletzt durch die Verpflichtung von Tight End Howard zustande, der in Alabama furios aufspielte und im Draft überraschend bis an die 19. Stelle fiel. Howard sollte mit Cameron Brate eines der gefährlichsten Tight-End-Duos der Liga darstellen, doch scheint die nahezu einzige Aufgabe des 22-Jährigen das Blocking zu sein. Howard war in neun Spielen lediglich 22 Mal Target eines der beiden Bucs-Quarterbacks. Zumindest drei Touchdowns hübschen die Stat-Line auf.

Jabrill Peppers (S, Cleveland Browns)

Peppers kam als flexibler Defensive Back in die Liga und wurde in erster Linie auf der Safety-Position eingesetzt. Hier wurde er allerdings mehrfach in schlechter Positionierung ertappt und verpasste wichtige Plays. Noch nicht der X-Faktor-Spieler, den nicht wenige vor dem Draft in ihm gesehen haben.

Taco Charlton (DE, Dallas Cowboys)

Charlton konnte vor zwei Wochen gegen die Chiefs seinen ersten Sack verbuchen. Das war es dann allerdings auch schon wieder mit positiven Randnotizen vom Defensive End. Denn ansonsten geht der Rookie neben DeMarcus Lawrende und Michael Irving unter. Fünf Tackles und eine handvoll Pressures stehen noch zu Buche.

Zay Jones (WR, Buffalo Bills)

Die Bills Offense hat weiterhin große Probleme und ist von Shady McCoy abhängig. Gerade jetzt, wo Taylor nur noch auf der Bank sitzen wird. Jones kam mit großen Erwartungen und erhielt nach dem Trade von Sammy Watkins sogar eine große Rolle. Dann allerdings fing er nur 16 seiner 44 Targets. Die Bills sahen ihre Entscheidung wohl als Fehler an und tradeten inzwischen für Kelvin Benjamin.

Joe Mixon (RB, Cincinnati Bengals)

Auch die Offense der Bengals verbreitet bei näherer Betrachtung nicht gerade Glücksgefühle. Mixon kam im Draft zwar mit Zweifeln ob seines Verhaltens abseits des Platzes, nicht aber aufgrund seinen Fähigkeiten. Er läuft durchschnittlich für nur 3,0 Yards und das obwohl die Running Backs von nur zwölf Teams seltener vor der Line of Scrimmage aufgehalten werden.

Die Verletzten

Myles Garrett (DE, Cleveland Browns)

Eine langwierige Knöchelverletzung und eine Gehirnerschütterung hatten zur Folge, dass der First-Overall-Pick bislang signifikant lange Zeit an der Seitenlinie verbrachte. Garrett äußerte sich zuletzt frustriert ob der Hilflosigkeit, die er an der Seitenlinie verspürte. In der Tat machten sich seine Möglichkeiten Hilfe zu leisten, wenn er denn auf dem Feld steht, bemerkbar.

In vier Einsätzen nämlich verbuchte Garrett bereits vier Sacks und zwölf Tackles. Außerdem profitieren seine Kollegen davon, wenn er auf dem Feld steht. Dies betonte zuletzt auch Defensive End Emmanuel Ogbah, der gerade in Detroit neben Garrett das beste Spiel seiner Karriere hatte. In einer bereits verlorenen Saison konzentrieren sich die Browns auf die Verbesserung der Einzelspieler. Diese scheinen einzutreten, wenn Garrett auf dem Grün steht.

Mike Williams (WR, Los Angeles Chargers)

Williams' pünktlicher Start in die Saison fiel aufgrund einer Rückenoperation flach. Der Wideout ist seit nunmehr vier Spielen aktiv und sah bislang hinter Keenan Allen, Tyrell Williams und Travis Benjamin nur wenig Spielzeit. Zuletzt konnte er in Jacksonville beide Pässe in seine Richtung sichern. Eine erhöhte Snapzahl sollte schon bald auf dem Programm stehen.

Malik Hooker (S, Indianapolis Colts)

Hooker konnte einen beeindruckenden Start in seine Rookie-Saison hinlegen, bis ihm das Knie einen Strich durch die Rechnung machte. Der Safety riss sich in Week 7 gegen Jacksonville das Kreuzband. Nach Interceptions in jedem seiner ersten drei Starts war Hooker sogar Inhalt von Gesprächen über den Defensive-Rookie-of-the-Year-Award. Die Colts dürften im Rebuilding-Prozess ein wichtiges Puzzleteil gefunden haben.

Jonathan Allen (DE, Washington Redskins)

Allen konnte in dieser Saison bislang nur an fünf Spielen partizipieren. Eine Fußverletzung setzte den Redskins-Lineman nun für den Rest der Saison außer Gefecht. Stand er allerdings auf dem Platz, so konnte sich Allen als wichtiger Baustein der Redskins-Defense beweisen. Er konnte drei Sacks, drei Quarterback Hits und zehn Hurries verbuchen und ist einer der produktivsten Pass Rusher aus 3-4-Formationen. Außerdem stehen fünf Run-Stops auf dem Konto.

Dalvin Cook (RB, Minnesota Vikings)

Cook wäre - ohne Deshaun Watson, zugegeben - wohl mit seinen Running-Back-Kollegen Kareem Hunt und Alvin Kamara in der Rookie-des-Jahres-Konversation, hätte ihm sein Knie nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht. In drei der vier Spielen lief Cook für über 5 Yards pro Laufversuch. Der explosive Back zeigte sein Talent auch als Receiver. Immerhin: Minnesotas Laufspiel scheint bislang auch trotz der Verletzung des Rookies zu funktionieren.

Seite 2: Solide, Überraschungen und Herausragende

Die Soliden

Leonard Fournette (RB, Jacksonville Jaguars)

Fournette hatte in Jacksonville den erwünscht dominanten Start und fungierte unmittelbar vom Startschuss als das wichtigste Element der Jaguars-Offense. Das LSU-Produkt kam in jedem seiner ersten sechs Spiele in die Endzone und knackte in vier dieser Spiele die 100-Yard-Marke. Seine fünf Runs von mindestens 15 Yards resultierten in 215 Rushing Yards. Der drittbeste Wert aller Backs bei Breakaway Runs.

Zuletzt allerdings standen Fournette eine Knöchelverletzung und eine Disziplinlosigkeit im Wege, die ihn vom Feld und offenbar auch von seinem Leistungsmaximum fernhielten. Gegen die Chargers stand er beim Overtime-Sieg in der Schlussphase bei mehreren Snaps nicht einmal auf dem Feld.

Christian McCaffrey (RB, Carolina Panthers)

Es gab wohl kaum einen, den es nicht interessiert hat, wie McCaffreys Spiel in der NFL zum Tragen kommt. Der flexible Running Back mag zwar schwache Zahlen im Laufspiel aufweisen. Hier allerdings setzen die Panthers auch eher auf Jonathan Stewart.

Wie erwartet übernimmt CMC stattdessen eine enorm große Rolle im Passspiel, stellt sich bei 25 Prozent der Snaps als Receiver auf, und hier sprechen die Zahlen bereits eine andere Sprache. Fängt er einen Pass, so springt für die Panthers in 42,1 Prozent der Fälle ein First Down oder ein Touchdown heraus. Pro Football Focus verleiht dem Rookie eine bärenstarke Receiving-Note von 92.

Als weitere Stärke von McCaffrey ist außerdem das Blocking auf der zweiten Ebene zu nennen und mit den Umstellungen der Panthers-Offense nach dem Trade von Kelvin Benjamin - vor allem zurück zu einem kreativeren Run Game - sollte McCaffrey noch besser eingesetzt werden.

Derek Barnett (DE, Philadelphia Eagles)

Die Snapzahlen steigen für Barnett mit den Verletzungsproblemen in der Eagles-Defense. In den letzten vier Spielen kam er immer auf über 30 Snaps und sammelte in dieser Zeitspanne 2,5 Sacks. Konstanz fehlt noch im Run Stop. Die nötigen technischen Fähigkeiten werden ihm aber allesamt zugeschrieben.

Evan Engram (TE, New York Giants)

Nach einem unglaublichen Verletzungspech blieb den Giants gar nichts mehr anderes übrig, als Engram in die Rolle des Nummer-1-Receivers zu bringen. Ohnehin wirkt der Tight End dank seiner Geschwindigkeit eher wie ein übergroßer Receiver. Engram hat in seinen letzten vier Spielen Touchdown-Pässe gefangen und ist zu einer der verlässlichsten Passoptionen für Eli Manning geworden. Trotz der erfreulich großen Workload freut sich Engram sicherlich über die Unterstützung vom zurückgekehrten Sterling Shepard.

T.J. Watt (LB, Pittsburgh Steelers)

Watt hat seine Flexiblität auf der Linebacker-Position unter Beweis gestellt. Das Wisconsin-Produkt sammelte schon vier Sacks und beachtliche 33 Tackles, eine Interception und 5 abgewehrte Pässe. Er rückt ordentlich in die Coverage zurück und ist als Pass-Rusher mehr als nur zu gebrauchen. Hier muss er noch an der Konstanz arbeiten, der 23-Jährige Bruder von J.J. Watt hat in seinen neun Einsätzen aber einen vielversprechenden Eindruck hinterlassen.

Dalvin Tomlinson (DT, New York Giants)

Wenige Lichtblicke gibt es in der Giants-Saison, einer davon ist aber wohl Tomlinson. Der nämlich spielt gerade gegen den Lauf sehr ordentlich. 13 Run-Stops kann kein Interior Lineman überbieten. Auch der Einfluss als Pass-Rusher wurde zuletzt stärker.

Cooper Kupp (WR, Los Angeles Rams)

Die Rams stellen die heißeste Offense der Liga und Kupp ist dabei eine der wichtigen Waffen im stets innovativen Scheme von Sean McVay. Kupp glänzt in der Kategorie Yards nach dem Catch. Hier hat er bereits 185 gesammelt, zehn Missed Tackles forciert und somit mindestens doppelt so viele wie jeder andere Rookie-Receiver 2017.

Shaquill Griffin (CB, Seattle Seahawks)

Griffin hat in einer starken Seahawks-Secondary bereits viel Spielzeit gesehen und war einer der Gründe, warum man Konkurrent Jeremy Lane beinahe nach Houston verfracht hätte. Griffin erlaubt in der Press Coverage lediglich eine erfolgreiche Passquote von 45,7 Prozent - Der zweitbeste Wert aller Rookie-CBs. Durch die Verletzung von Richard Sherman werden sich Spielzeit und Verantwortung in der Secondary jetzt nochmals zusätzlich erhöhen.

Carl Lawson (LB, Cincinnati Bengals)

Auch nach zehn Spielen in dieser Saison gibt es noch kein einziges, bei dem Lawson nicht mehrfach Pressures erzeugen konnte. Dreimal gelangen ihm sogar fünf Pressures. Die Pass-Rush-Produktivität wird laut Pro Football Focus lediglich von Von Miller und Cameron Wake übertroffen. Der einzige Rookie-Edge-Rusher, der Lawsons 40 Pressures über die ersten zehn Wochen in den letzten zwölf Jahren ebenfalls erzielen konnte, ist eben jener Von Miller.

Tarik Cohen (RB, Chicago Bears)

Versatil - so lässt sich wohl auch die Spielerbeschreibung von Cohen am besten ausdrücken. Der Running Back ist eine der modernen Allzweckwaffen und hat für die Bears bereits Touchdowns gelaufen, gefangen und gepasst! Cohen stellt mit 2,38 Yards pro gelaufener Route einen Bestwert unter allen Rookies (mindestens 100 gelaufene Routes) auf. Sein Einfluss in der Offense hat in den letzten Wochen allerdings stark abgenommen, seitdem sich Defenses besser auf ihn eingestellt haben. So gab es in keinem der letzten drei Spiele mehr als fünf Ballberührungen bei offensiven Snaps.

Die Überraschungen

Adoree' Jackson (CB, Tennessee Titans)

Eine Überraschung ist Jackson nicht nur wegen seiner unerwartet früh großen Rolle auf der defensiven Seite des Balles. Hier erlaubt der Cornerback seit Week 5 nur 8,05 Yards nach dem Catch. Der niedrigste Wert für Corner, in deren Richtung in diesem Zeitraum mindestens 20 Mal geworfen wurde.

Weniger überraschend ist auch der Einfluss, den er in den Special Teams hat. Hier weist Jackson nämlich sowohl als Punt-, als auch als Kick-Returner gute Zahlen auf. Überraschender ist, dass Jackson auch als Running Back eingesetzt wird. Neben den zwei Power Backs in DeMarco Murray und Derrick Henry bietet Jackson dank seiner Geschwindigkeit nämlich ein Element, dass den Titans sonst abgeht.

Kendell Beckwith (LB, Tampa Bay Buccaneers)

Beckwith wurde früh in der Saison ins kalte Wasser geworfen, als mit Kwon Alexander und Lavonte David die besten Linebacker des Teams ausgefallen sind. Beckwith glänzt vor allen Dingen gegen den Lauf. Hier hat er bereits 16 Run-Stops gesammelt, mehr als jeder andere Rookie-Linebacker in diesem Jahr.

Desmond King (CB, Los Angeles Chargers)

King hat eine tolle College-Karriere erlebt. Limitierte physische Fähigkeiten haben den Corner aber bis in die fünfte Runde des Drafts warten lassen. Bei den Chargers spielt King als Nickel Corner und weist sich als gute Unterstützung in der Coverage, dem Run-Support und dem Blitzing auf. Seine elf Stops im Passing Game sind die meisten, die ein Rookie-Cornerback in seinen ersten zehn Spielen seit zwölf Jahren produziert hat.

Matt Milano (LB, Buffalo Bills)

Nach der Verletzung von Ramon Humber setzten die Bills auf den Fünftrundenpick und ließen sich das Vertrauen voll auszahlen. Der Linebacker hatte bei zwei Siegen enorm wichtige Big Plays, als er gegen Tampa Bay eine Interception fing und gegen die Raiders einen Fumble aufsammelte und ihn zum Touchdown trug, nur um später einen weiteren Fumble zu forcieren. Desweiteren hat Milano schon 17 Tackles gesammelt und eine deutlich Bewerbung um den Starter-Platz abgegeben, wenn Humber zurückkehrt.

Aaron Jones (RB, Green Bay Packers)

Mehrere Verletzungen haben dazu geführt, dass Jones zu durchaus respektabler Spielzeit und ebenso respektablen Leistungen gekommen ist. Der Running Back knackte schon zweimal die 100-Yard-Marke und lief dreimal in die Endzone, nachdem er in den ersten beiden Spiel gar nicht zum Einsatz gekommen war. Seine 5,3 Yards pro Laufversuch sind trotz der starken Verletzungsprobleme in der Packers' O-Line sehr ordentlich.

Die Herausragenden

Jamal Adams (S, New York Jets)

Die Jets sind eine der Positiv-Überraschungen der Saison und können hierbei stolz auf ihren Draft zurückblicken. In der Secondary glänzt mit Adams und Marcus Maye nämlich ein hervorragend aufspielendes und energiegeladenes Safety-Duo. Adams sticht aus diesem aber nochmals heraus.

Beeindruckende 48 Tackles hat er bereits gesammelt. Dazu gesellen sich zwei Sacks, vor allem aber fallen die 13 Run-Stops auf, die kein Rookie-Safety innerhalb von zehn Spielen seit langer Zeit sammeln konnte.

Marshon Lattimore (CB, New Orleans Saints)

Die Saints sind seit Week 3 brennend heiß gelaufen und ein Grund dafür ist Lattimore. Der Corner dominierte bereits Star-Wideouts. Egal ob in Man Coverage oder Zonen-Verteidigung - Lattimore wirkt keineswegs wie ein Rookie. Wird er einmal geschlagen, so zeigt er hervorragende Recoveries und erlaubt der Saints-Defense so ganz neue Möglichkeiten im Pass-Rush sowie in der generellen Aggressivität des Play-Callings.

In die Richtung des Ohio-State-Produkts wurde, wenn in Coverage, nur 35 Mal geworfen und dabei erlaubte Lattimore ein Passer Rating von 42,3 Prozent. Bei Coverage-Snaps lässt er wahnsinnige 0,63 Yards zu. Neben 35 Tackles hat er einen Forced Fumble und zwei Interceptions. Zahlen, die eines DROTY absolut würdig sind!

Tre'Davious White (CB, Buffalo Bills)

Whites bisherige Saison steht ein bisschen im Schatten von Lattimore. Im Zone-Coverage-Scheme der Bills kommt seine Explosivität exzellent zur Geltung. Der Corner hat bei der Pleite gegen die Saints den bereits zehnten Pass-Breakup verzeichnet. Keinem Spieler gelang dies häufiger. Seine elf Interceptions und Pass Defenses sind die drittmeisten, die ein Rookie innerhalb der vergangenen zwölf Jahre erzielt hat.

JuJu Smith-Schuster (WR, Pittsburgh Steelers)

In Windeseile hat sich JuJu Smith-Schuster in die Herzen der Fans in Pittsbugh gespielt. Ob es verrückte Touchdown-Jubel, die Suche nach seinem Fahrrad oder der endlich erhaltene Führerschein ist. JuJu passt ideal in das Scheme, gegen Tennessee am Donnerstagabend spielte er 89,3 Prozent der offensiven Snaps, ein persönlicher NFL-Höchstwert.

Der Einfluss des Wideouts stieg zuletzt gerade nach einer Suspendierung gegen Martavis Bryant. Seine Chance nutzte JuJu dann mit einem spektakulären Spiel gegen die Lions, als er 193 Yards und einen Touchdown fing. Seine 160 Yards nach dem Catch werden unter den Rookie-Receivern nur von Cooper Kupp übertroffen. Inzwischen der unumstrittene Nummer-2-Receiver hinter Antonio Brown.

Alvin Kamara (RB, New Orleans Saints)

Das Vertrauen in Kamara drückten die Saints durch den Trade von Adrian Peterson aus. Der Running Back kam daraufhin zu immer mehr Snaps und fungiert im Gegensatz zu Backfield-Kollege Mark Ingram gerne als Receiver. Die Saints setzen dank des starken Running Games immer weniger auf die Downfield-Pass-Fähigkeiten von Drew Brees. Ein wichtiger Faktor in der aktuellen Siegesserie.

In den letzten Spielen explodierte Kamara dann förmlich. Vier Touchdowns kamen alleine in den letzten drei Spielen zustande. Sein Highlight-Tape lässt eine enorme Stärke im Durchbrechen von Tackles erkennen. Kamaras Yards pro Laufversuch stehen bei 6,5. Im Receiving-Bereich steht der Wert bei 8,9.

Pat Elflein (C, Minnesota Vikings)

Elflein ist der einzige Rookie-Center, der bislang in jedem Spiel startete. Seine Pass-Blocking-Effizienz ist lauf Pro Football Focus nahezu exzellent. Elflein hat in acht Spielen keinen einzigen Sack erlaubt und wird für seine Kommunikation gelobt. Verbesserungspotenzial gibt es im Run Blocking, schon jetzt aber ein elementarer Baustein in der deutlich verbesserten Vikings-Line.

Kareem Hunt (RB, Kansas City Chiefs)

Nach einem furiosen Start in die Saison ist der Hype um Hunt und die Chiefs etwas verflacht. Der Running Back stellte dank sieben aufeinanderfolgenden Spielen mit mindestens 100 Scrimmage-Yards einen Rekord auf, den ihm so schnell wohl keiner mehr nehmen wird. 42 Spieler haben Hunt mit ihren Tackles verpasst. Das sind mindestens zwölf mehr als bei jedem anderen Running Back.

Im Receiving-Department weist Hunt beeindruckende 32 Catches und keinen einzigen Drop auf. Kein anderer Rookie schaffte mehr Catches ohne Drop. Er rangiert desweiteren in den Top 5 der Running Backs in Yards nach gegnerischem Kontakt und an der Spitze aller Spieler mit 498 Yards nach dem Catch.

Eddie Jackson (S, Chicago Bears)

Jackson startete vom ersten Tag an bei den Bears. Sein Spiel ist bereits sehr reif und nahezu fehlerfrei. Jackson geht kein zu großes Risiko und hat deshalb keine Turnoverzahlen wie andere Safeties. Seine Tackling-Effizienz ist laut Pro Football Focus die beste unter allen Rookies. So ist er einer von sechs Safeties, die die letzten 200 Coverage-Snaps ohne einen einzigen Missed Tackle ausgekommen sind.

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