NFL: Power Ranking: Schwergewichte im freien Fall?

Week 5 ist im Rückspiegel, alle Teams haben mindestens das erste Viertel ihrer Saison bestritten - Zeit für das erste Zwischenfazit! Im SPOX Power Ranking klettern unter anderem die Carolina Panthers, die Philadelphia Eagles und die Los Angeles Rams deutlich, während für die Steelers genau wie für die Dallas Cowboys der Pfeil nach unten zeigt. Die Lions und die Seattle Seahawks bleiben Wundertüten, die rote Laterne befindet sich in altbekannter Hand.

Week 5 ist im Rückspiegel, alle Teams haben mindestens das erste Viertel ihrer Saison bestritten - Zeit für das erste Zwischenfazit! Im SPOX Power Ranking klettern unter anderem die Carolina Panthers, die Philadelphia Eagles und die Los Angeles Rams deutlich, während für die Steelers genau wie für die Dallas Cowboys der Pfeil nach unten zeigt. Die Lions und die Seattle Seahawks bleiben Wundertüten, die rote Laterne befindet sich in altbekannter Hand.

Seite 1: Von Cleveland bis New York

32. Cleveland Browns (aktuelle Bilanz: 0-5)

Platzierung im vergangenen Ranking (Vor Week 1): 25

Die erhofften Fortschritte sind bislang zumindest leider nicht sichtbar. Das Run Game sollte eigentlich Rückgrat und Säule dieser Offense sein, bisher aber ist das Run-Blocking schlecht, die Running Backs unkonstant und die Line generell nicht so gut wie erhofft, so dass die Offense viel zu stark auf den Schultern von DeShone Kizer ruht. Der zeigt das, was man anhand seines College-Tapes schon vermuten musste - große Ups und Downs und wenig Konstanz. Dass Hue Jackson ihn gegen die Jets auf die Bank setzte und jetzt den QB-Tausch vollzieht, legt nahe, dass er selbst inzwischen um seinen Job coacht, derweil ist die eigene Secondary ein riesiges Problem. Dabei hilft es nicht, dass die Browns mit einer Blitz-Percentage von 46 (!) Prozent die Liga klar anführen und so die Defensive Backs unter großen Druck setzen. Cleveland war im Power Ranking vor der Saison noch ungewohnt hoch, die ersten Spiele haben deutlich gemacht, dass der Browns-Rebuild noch länger dauern wird.

31. New York Giants (0-5)

Platzierung im vergangenen Ranking: 9

New Yorks Offense hing schon vor dem Spiel gegen die Chargers am seidenen Faden, vor Week 6 muss man sagen: Die Giants stehen vor einem weiteren Saisonverlauf, der vor allem den eigenen Charakter testen und möglicherweise Weichen für die Zukunft (was wird aus Manning?) stellen wird. Denn mit den Playoffs hat dieses Team definitiv nichts mehr zu tun. Die Offense ist auch schematisch komplett abhängig von Odell Beckham, der Receiver allerdings wird den Rest der Saison verpassen - genau wie Brandon Marshall. Das Run-Blocking und das Run Game insgesamt bleiben ein riesiges Problem, zudem kann die Defense nicht an die Dominanz der vergangenen Saison anknüpfen: Nur drei Teams lassen mehr Yards pro Run zu, lediglich vier Teams haben mehr Passing-Touchdowns kassiert. Die G-Men sind in allen Mannschaftsteilen ein klein wenig schlechter als letzte Saison, während das Scheme gerade offensiv stagniert. Eine sehr schlechte Formel.

30. San Francisco 49ers (0-5)

Platzierung im vergangenen Ranking: 26

So viel sei zu San Francisco gesagt: Die positiven Ansätze sind erkennbar. Das gilt insbesondere für die defensive Front, die gegen den Pass Druck erzeugt und gegen den Run ligaweit ins obere Drittel gehört. Selbst die Line spielt durchschnittlich und die Verpflichtung von Pierre Garcon hat sich bislang definitiv gelohnt. Allerdings sieht man auch, dass selbst ein großartiges Offense-Scheme-Mind und Play-Caller wie Kyle Shanahan in puncto Spieler-Talent an Grenzen stößt. Das beginnt vor allem mit der Quarterback-Position, wo von Brian Hoyer bislang viel zu wenig kommt. Die Niners haben eines der schlechtesten Passing Games in der NFL. Das Run Game klappt besser, allerdings nicht gut genug, um das Team zu tragen. Die Folge daraus: San Francisco kann in vielen Spielen lange mithalten. Viel mehr aber auch nicht.

29. Miami Dolphins (2-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 22

Zwölf Completions für 92 Yards gegen die mehr als anfällige Titans-Secondary sind der jüngste Nachweis für die enormen Probleme bei Jay Cutler und der gesamten Dolphins-Offense. Und die sind vielschichtiger Natur: Die Line - in der Vorsaison noch der Motor der Offense - spielt schlecht, insbesondere im Run-Blocking. Darunter leidet Jay Ajayi, der zwar trotzdem Yards nach Gegnerkontakt produziert, viel zu häufig aber direkt an oder noch vor der Line of Scrimmage mit Verteidigern fertig werden muss. In Kombination damit wird deutlich, dass Coach Adam Gase Cutler und der Line nicht vertraut, was in wahnsinnig konservativen Game Plans resultiert und die Offense zusätzlich selbstverschuldet zahnlos macht. Was lässt sich auf der positiven Seite sagen? Die Run-Defense sieht bislang weitestgehend sehr gut aus, die Pass-Defense ist weniger anfällig als gedacht. Miami sollte aber eher früher als später offensiv in die Spur finden, andernfalls wird es eine sehr zähe und sehr unruhige Saison in South Beach.

28. Chicago Bears (1-4)

Platzierung im vergangenen Ranking: 29

Das Debüt von Mitchell Trubisky hatte die erwartbaren Hochs und Tiefs: Trubisky zeigt, dass er mit seiner Athletik bei Rollouts und Play Action generell Chicagos Line und Run Game entlasten kann - Pässe in Coverage und sehr simple Reads werden allerdings auch in den kommenden Wochen zu sehen sein. Dazu kommt die Tatsache, dass sich Chicago mit den Browns um den Titel des schlechtesten Receiving-Corps in der NFL streitet. Chicago hat ein solides Run Game und einige sehr gute Spieler in der defensiven Front. Doch wer den Ball nicht konstant werfen und defensiv wenigstens durchschnittlich den Pass verteidigen kann, gewinnt in der heutigen NFL nun einmal nicht allzu viele Spiele.

27. Indianapolis Colts (2-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 30

Was Jacoby Brissett bislang in Indianapolis leistet ist aller Ehren wert, das Passspiel der Colts jedenfalls wird konstant besser - auch weil T.Y. Hilton inzwischen schon zwei absolute Monster-Spiele hatte und eine sehr gute Saison spielt. Die Offensive Line allerdings ist und bleibt ein großes Problem, was sich vor allem auf das Run Game auswirkt. Umso wichtiger, dass sich der explosive Marlon Mack gegen San Francisco in den Vordergrund spielen konnte. Trotzdem bleibt die Offense bisher noch zu eindimensional, während defensiv die Pass-Verteidigung noch viel zu anfällig ist. Die runderneuerte Front indes macht Fortschritte, und sollte es den Colts mit der Rückkehr von Ryan Kelly gelingen, die Line zu stabilisieren, könnte dann zum lange erwarteten Comeback von Andrew Luck die Division noch in Reichweite sein.

26. Arizona Cardinals (2-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 10

Maßlos enttäuschende Saison für Arizona bisher. Natürlich ist die Verletzung von David Johnson ein großer Faktor und der Running Back hätte einige der Schwachstellen überdeckt. Doch sind die Probleme gerade in der Offensive Line viel zu eklatant: Mehr als einmal kam es jetzt schon vor, dass die Cardinals mit einer Sechs-Mann-Protection einen Drei-Mann-Rush nicht stoppen konnten. Carson Palmer steht unter permanentem Druck und kassiert Hit auf Hit, während er gleichzeitig über weite Strecken noch das Beste aus der Situation macht - an Palmer liegen die offensiven Probleme jedenfalls nicht. Gleichzeitig hat Arizona hinter der verletzungsgeplagten, desolaten Line nicht den Hauch eines Run Games, die Offense ist so nicht funktional und defensiv fällt Pass-Rusher Markus Golden für den Rest der Saison aus. Schon mit Golden konnten die Cardinals bei Third Down viel zu häufig nicht vom Platz kommen, selbst bei langen Third Downs - das war gegen die Eagles einmal mehr zu beobachten. Fazit: Palmer und Fitzgerald spielen gut, John Brown steigert sich langsam und Patrick Peterson spielt eine exzellente Saison, genau wie Chandler Jones. Einige Bausteine bleiben also, das Gesamtbild aber passt aktuell überhaupt nicht. Daran ändert auch der Trade für Adrian Peterson, der hinter dieser Line wenig Land sehen dürfte, wenig.

25. New York Jets (3-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 32

Wenn man von den Positiv-Überraschungen dieser Saison spricht, dann muss man auch von den Jets sprechen. Die Erwartungshaltung vor der Saison lag im Schnitt etwa bei einem Sieg, nach fünf Wochen steht der geteilte erste Platz in der Division zu Buche. Natürlich nur eine Momentaufnahme und New York dürfte in vier Wochen schon ganz anders dastehen. Doch was bisher klappt, ist beeindruckend: Die Jets haben ein gutes Run Game sowie ein effizienteres Passspiel als man im Vorfeld der Saison erwarten durfte. Bislang ist Josh McCown genau der Quarterback, den sich die Jets-Verantwortlichen erhofft haben dürften. Defensiv muss man vor allem die junge Secondary loben, in der Pass-Defense gehören die Jets zu den stabileren Teams, hier glänzen Spieler wie Jamaal Adams, Marcus Maye und Morris Claiborne. Die Möglichkeiten für dieses Teams bleiben limitiert, vor der bisherigen Leistung aber muss man Respekt haben.

Seite 2: Von Tennessee bis Jacksonville

24. Tennessee Titans (2-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 11

Sind die Jets eine der Positiv-Überraschungen, dann gehört Tennessee sicher zu den großen Negativ-Überraschungen der ersten Wochen. Die Defense ist wahnsinnig anfällig gegen den Pass, während offensiv Marcus Mariota trotz sehr guter Pass-Protection bislang ungewohnte Schwächen zeigt - insbesondere in puncto Genauigkeit. In der Folge haben die Titans eines der ineffizientesten Passing Games in der NFL, und jetzt fällt Mariota auch noch aus. Mit Matt Cassel wird die Tendenz noch rapider nach unten gehen. Immerhin das Run Game funktioniert bislang halbwegs solide, wenngleich die absolute Dominanz, die in Teilen der vergangenen Saison sichtbar war, noch fehlt.

23. Los Angeles Chargers (1-4)

Platzierung im vergangenen Ranking: 14

Die Chargers sind besser als ihre 1-4-Bilanz, haben aber altbekannte Probleme: Desolates Run-Blocking führt zu einem ineffizienten Run Game, was eine Rolle darin spielt, dass die Chargers erneut enge Spiele nicht für sich entscheiden. Dazu spielt Philip Rivers einmal mehr eine Achterbahn-Saison mit zu vielen leichtsinnigen Fehlern. Wichtig für L.A. wird es sein, dass Melvin Ingram und Joey Bosa - wie beim Sieg über die Giants am Sonntag zu sehen - beide dominant auftreten. Nur dann können die Löcher in der Secondary überspielt werden. Offensiv sollten die Tight Ends weiter stärker in den Game Plan eingebunden werden als das vor allem zu Saisonbeginn noch der Fall war.

22. Baltimore Ravens (3-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 17

Noch ist es schwierig, dieses Ravens-Team einzuordnen. Baltimore kann eine dominante Defense spielen, ruft das bislang aber noch nicht konstant ab. Spielt die Defensive gemäß ihres Potentials, ist es unglaublich schwer, gegen die Ravens zu punkten. Vor allem gegen den Pass wird das bislang mehr als deutlich. Ist die Defense aber nur gut und nicht sehr gut, hat Baltimore schnell Probleme - so schwach ist die Offense bislang, insbesondere im Passspiel. Die Offensive Line ist nicht erst nach der schweren Verletzung von Marshal Yanda ein riesiges Problem, Joe Flacco selbst spielt eine schwache Saison. Gegen die Raiders machte das Run Game etwas Hoffnung - es wird noch viel mehr als das liefern müssen, um der Offense einen halbwegs stabilen Rhythmus zu geben. Möglicherweise kann Alex Collins' Explosivität hier noch für mehr Big Plays sorgen. Nur mit Auftritten der Offense wie in Oakland sind größere Sprünge möglich.

21. Oakland Raiders (2-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 7

Ist es zu früh, um eigene Bold Predictions zu feiern? Wahrscheinlich. Aber ich hatte vor Saisonbeginn nicht grundlos getippt, dass die Raiders die Playoffs verpassen. Die Probleme werden zunehmend deutlich: Oakland ist wahnsinnig anfällig in der Secondary und in der Run-Defense stark davon abhängig, dass die Defensive Line die Linebacker so gut wie irgendwie möglich entlastet. Unerwartet sind dagegen die Probleme in der Offense: Die Line ist nicht so dominant wie noch im Vorjahr, Amari Cooper spielt bislang weitestgehend eine grausame Saison und über die vergangenen Wochen hat sich gezeigt, dass die Offense auch mit Derek Carr große Probleme bekommt, wenn Teams die kurzen, schnellen Routen aggressiv und diszipliniert verteidigen. Und das Run Game wird dieses Team nicht tragen können, auch wenn Marshawn Lynch, was Yards nach Kontakt angeht, noch immer zur Ligaspitze gehört.

20. Tampa Bay Buccaneers (2-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 13

Gruseliges Spiel gegen die Patriots, und das nicht nur aufgrund eines weiteren Kicker-Debakels. Jameis Winston ist bisher noch ein ordentliches Stück von dem erhofften nächsten Schritt entfernt, stattdessen leistet er sich einfache Fehler und spielt einfach unkonstant. Vor allem der lange Pass klappt noch immer nicht. Hoffnung machte das Comeback von Doug Martin, der Tampa eine deutlich bessere Präsenz im Run Game geben sollte. Defensiv muss man die Front um Gerald McCoy loben, die Bucs haben eine der besten Run-Defenses in der Liga. Das aber hilft nur bedingt, so lange die Pass-Defense so löchrig ist. Viel hängt davon ab, dass Kwon Alexander und Lavonte David schnell fit werden. Ohne die beiden Linebacker haben die Bucs große Probleme in der Underneath-Coverage, wenn sie ihre bevorzugte Cover-4-Defense spielen.

19. Cincinnati Bengals (2-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 20

Über die ersten Wochen sah Cincinnati noch wie eines der schlechtesten Teams in der Liga aus - doch der Trend geht ganz klar nach oben. Die Defense spielt besser, sowohl die Front (Geno Atkins!) als auch die Secondary: Cincinnati hat inzwischen eine der statistisch besten Pass-Defenses! Vor allem aber die Offense hat seit dem Coordinator-Tausch fast eine 180-Grad-Drehung hingelegt. Die Line ist noch immer ein Problem, Andy Dalton aber spielt merklich besser unter Druck als in den ersten Partien. A.J. Green ist deutlich stärker in die Game Plans involviert, während mit Joe Mixon der klar talentierteste Running Back im Team den Vorzug erhält. Die Offensive Line wird in dieser Saison mutmaßlich größere Sprünge verhindern, doch die letzten drei Wochen waren ohne Frage riesige Schritte nach vorne.

18. Houston Texans (2-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 18

Die Ausfälle von J.J. Watt und Whitney Mercilus sind unfassbar bitter: Über Jahre hatte Houston jetzt eine gute bis sehr gute Defense, immer wieder schien das Team "nur" einen Quarterback entfernt, um einen ernsthaften Playoff-Run anzupeilen. Deshaun Watson zeigt bisher, dass er dieser Quarterback sein könnte - und jetzt werden gegnerische Teams ihre Blocking- und Protection-Schemes voll auf Jadeveon Clowney ausrichten können. In der Secondary waren die Texans bisher durchaus anfällig, so dass Houston Gefahr läuft, regelmäßig in Shootouts zu geraten. Das kann in diesem Jahr sicher besser funktionieren, als in den vergangenen Spielzeiten, klar ist aber auch: Bei allem Potential, das Watson bisher zeigt, macht er noch immer Rookie-Fehler in puncto Reads und Pocket-Verhalten und versucht nach wie vor, den Ball zu Hopkins zu zwingen. Das wird er nicht einfach auf Knopfdruck abstellen, diese Dinge brauchen Zeit. Helfen würde es, wenn sich Houston endlich mit Left Tackle Duane Brown einigen und so aus einer der schlechtesten Pass-Protecting-Lines eine durchschnittliche machen könnte.

17. Jacksonville Jaguars (3-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 28

Jacksonville hat beim Sieg über Pittsburgh seine Formel für Siege eindrucksvoll gezeigt: Blake Bortles selbst ausschalten (ein Pass in der zweiten Hälfte, 14 Pässe insgesamt), offensiv mit dem Run Game Nadelstiche setzen und dann mit der aggressiven Defense Spiele gewinnen. Das Problem dabei? Es ist mutmaßlich der einzige Weg, wie die Jaguars in dieser Saison Spiele gewinnen. Bortles ist, auch mit einer guten Halbzeit im London-Spiel, ein riesiges Problem, sobald Jacksonville defensiv Punkte zulässt und offensiv werfen muss, ist schwer vorstellbar, dass dieses Team viel gewinnt. Das macht die Offense immer eindimensional. Die Defense aber ist außergewöhnlich: A.J. Bouye und Jalen Ramsey sind das beste Cornerback-Duo in der NFL und profitieren dabei auch noch von einem starken Barry Church, Calais Campbell ist bisher eine der ligaweit besten Free-Agency-Verpflichtungen und auch die Linebacker gefallen. Umso verwunderlicher, dass Jacksonvilles Run-Defense bislang eine große Schwachstelle ist. Können sich die Jaguars im Laufe der Saison zu einer kompletten Defense entwickeln, haben sie ernsthafte Playoff-Chancen. Das mehr oder weniger nicht vorhandene Passspiel - das frühzeitige Saisonaus von Allen Robinson hilft natürlich wenig - aber verhindert größere Sprünge.

Seite 3: Von Pittsburgh bis Seattle

16. Pittsburgh Steelers (3-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 3

Was haben wir uns von den Steelers nicht erhofft - die Offense endlich in Topbesetzung zusammen schien auf dem Papier so gut, dass sie historische Marken angreifen können würde. Natürlich kann sich Pittsburgh hier noch steigern und zumindest wieder zur aktuellen Ligaspitze gehören, das zu prognostizieren wäre aber reine Spekulation. Fakt ist: Roethlisberger - auch wenn man die ganze Rücktritts-Debatte mal außen vor lässt - hat Probleme mit dem langen Pass, spielt äußerst inkonstant sowie ungenau und leistet sich viel zu viele riskante Pässe. Das Passspiel lebt aktuell primär von einem herausragenden Antonio Brown. Dazu kommt, dass die Line (noch) nicht auf dem starken Level der Vorsaison ist und das Run Game erst langsam in Schwung kommt. Warum also die Steelers trotzdem noch im Mittelfeld? Das liegt vor allem an der Defense. Die Cornerbacks und die Secondary sind im Vergleich zu 2016 deutlich verbessert, die Defensive Line macht gegen den Pass Druck. Hier muss Pittsburgh noch die Big Plays besser verhindern - möglicherweise auch, indem die eigentlich stark besetzte Line ein simpleres Scheme spielen darf.

15. Dallas Cowboys (2-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 8

Eines der ersten Teams, das im Entstehungsprozess dieses Rankings ordentlich durch die Gegend geschoben wurde. Ein elementares Problem: Die große Stärke der vergangenen Saison - die Offensive Line - ist gut, aber längst nicht auf dem dominanten Level des Vorjahres, dahinter wirkt Ezekiel Elliott nicht so explosiv wie gewohnt. Ausgeglichen wird das zu einem gewissen Grad durch Dak Prescott, der generell eine sehr gute Saison spielt, sich gleichzeitig aber auch bei Dez Bryant bedanken kann, dass er nicht schon einige Interceptions mehr auf dem Konto hat. Dazu kommen defensiv nach dem Exodus in der Secondary die erwartbaren Probleme, auch wenn der Pass-Rush verbessert ist. Gleichzeitig aber bekam die Run-Defense von der Packers-Line eindrucksvoll die Grenzen aufgezeigt. Es ist gut möglich, dass die Kombination aus weniger Offense-Dominanz und individuellen Problemen in der Defense dafür sorgt, dass Dallas in diesem Jahr die Playoffs verpasst.

14. New Orleans Saints (2-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 19

Das Duell mit Detroit wird sehr spannend. Die Saints hatten schon wieder ihre defensiven Einbrüche, haben aber auch gezeigt, dass sie hier im Laufe der Saison möglicherweise zumindest in den Liga-Durchschnitt klettern können. Das liegt einerseits an einem verbesserten Pass-Rush, andererseits auch an guten Vorstellungen von Marshon Lattimore. Gelingt hier tatsächlich endlich ein Sprung ins solide Mittelmaß, muss man mit den Saints rechnen, denn die Offense sieht schon wieder gewohnt gut aus: Drew Brees dirigiert einmal mehr eines der produktivsten Passing Games der Liga, eindrucksvoll ist, wie stark die Rolle von Alvin Kamara hier bereits ist. Saints-Fans müssen sich an die Darren-Sproles-Jahre zurückerinnert fühlen. Zudem kommt jetzt Willie Snead zurück und wird Druck von Thomas nehmen, die schon jetzt glänzend spielende Offensive Line erhält zeitnah Terron Armstead zurück. Mit diesen Saints ist zu rechnen!

13. Buffalo Bills (3-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 31

Vor Buffalos Defense muss man größten Respekt haben: Nach nur wenigen Monaten erkennt man die Handschrift des neuen Head Coachs ganz deutlich, Scheme und individuelle Qualität ergänzen sich glänzend. Die Bills können mit dem 4-Men-Rush Druck erzeugen und haben in der Secondary die Spieler, um mit Turnovers Spiele zu drehen. Somit ist es kein Zufall, dass Buffalo mit Denver und Atlanta schon einige Schwergewichte schlug sowie in Carolina nur knapp an einem Auswärtssieg vorbei schrammte. Gleichzeitig allerdings ist die Frage: Wie weit kann das Team mit dieser Offense kommen? Tyrod Taylor spielt solide, trotzdem ist das Passspiel viel zu unproduktiv - was auch an einem schlechten Receiving-Corps sowie mitunter stark problematischer Protection liegt. Dass jetzt Charles Clay ausfällt, wird den Bills nochmals sehr wehtun. Und das Run Game kann bisher nicht einmal ansatzweise so dominieren, wie das in den vergangenen Jahren noch der Fall war. Die Bills brauchen offensiv schnell Antworten, andernfalls geht der Trend eher früher als später nach unten.

12. Minnesota Vikings (3-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 12

Wird die Offense erneut zum Stolperstein für die Vikings? Defensiv glänzt Minnesota bislang: Hunter und Griffen sind eines der besten Pass-Rush-Duos in der NFL, Harrison Smith und Xavier Rhodes gehören auf ihren Positionen mindestens in die Top-5 und auch die Linebacker spielen stark. Die großen Fragezeichen auf der Quarterback-Position aber hängen wie ein Damoklesschwert über dem Team. Sam Bradford fällt nach einem in vielerlei Hinsicht desaströsen Auftritt in Chicago wohl erneut aus, Case Keenum spielt bisher seine besten NFL-Spiele, man darf aber durchaus noch daran zweifeln, dass er das konstant abruft. Auch wenn er ein glänzend aufgelegtes Receiver-Duo zu seiner Verfügung hat. Teddy Bridgewater derweil ist - auch wenn sich sein Comeback zunehmend ankündigt - mindestens für diese Saison eine komplette Wildcard. Umso mehr tut das Saisonaus von Dalvin Cook weh, den Minnesota eins zu eins nicht ersetzen kann. Die Offensive Line ist deutlich besser als das Debakel der Vorsaison, die Offense wird also funktional bleiben. Spielt die Defense so weiter, könnte das zu einem Playoff-Platz reichen.

11. Los Angeles Rams (3-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 27

Zugegeben: Ich tue mich noch etwas schwer damit, die Rams einzuordnen. Jared Goff hatte einige sehr gute Spiele, weil ihm eine deutlich verbesserte Line und ein ähnlich stark verbessertes Receiving-Corps fast so viel helfen, wie das Scheme des neuen Head Coachs Sean McVay. Gleichzeitig aber hat er noch immer klar sichtbare individuelle Probleme, die vor allem gegen Pressure sowie in offensichtlichen Passing-Situationen mehr als deutlich werden. Die Entwicklung von Todd Gurley muss Rams-Fans derweil gefallen, defensiv zeigt Aaron Donald auch in dieser Saison, warum er einer der besten Verteidiger in der gesamten NFL ist. Trotzdem offenbaren die Rams bisher immer wieder Lücken in der Pass-Defense und sind statistisch eine der anfälligsten Run-Defenses ligaweit. Um den nächsten Schritt zu machen und Seattle in der Division ernsthaft herauszufordern, muss einerseits Goff noch einen weiteren Schritt nach vorne machen, andererseits aber auch die Defense insgesamt noch dominanter auftreten.

10. Detroit Lions (3-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 23

Die Detroit Lions sind wohl das Team, das am schwierigsten einzuordnen ist. Stafford spielt erneut eine sehr gute Saison, trotzdem fehlt es dem Passspiel an Rhythmus, die Lions sind hier immer wieder phasenweise komplett abgemeldet. Das liegt stark an der sehr wackligen Offensive Line, aber auch daran, dass das Run Game einmal mehr zu unkonstant ist und nur eine überschaubare Hilfe ist. Loben muss man die Defense, die Front wirkt im Vergleich zur vergangenen Saison klar stärker. Trotzdem bleibt Detroit unter dem Strich eine Wundertüte und ist ein Team, das sich im Laufe der Spiele zu viele Fehler erlaubt, was dann dazu führt, dass spät im Spiel vieles perfekt laufen muss, um noch zurück zu kommen. Sollte die Line stabiler werden, könnte das schnell anders aussehen. Das allerdings ist ein großes Fragezeichen.

9. Seattle Seahawks (3-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 4

Neues Jahr, alte Probleme in Seattle. Dieses Team wäre ein ganz heißer NFC-Favorit, wenn Seattle seine Offensive Line in den Griff bekommen würde. Möglicherweise sähe das mit George Fant anders aus, die Realität aber ist eine der löchrigsten Lines in der Liga. Dahinter funktioniert einerseits das Run Game überhaupt nicht, wodurch die vor der Saison angepeilte größere Offensiv-Balance nicht möglich ist. Andererseits steht Russell Wilson permanent unter Druck, was jedes Spiel aus Offense-Sicht zu einem Drahtseilakt macht. Konstante Produktion ist so kaum möglich. Defensiv ist die Front noch nicht so dominant, wie vor der Saison gedacht und der Ausfall von Cliff Avril sowie möglicherweise jetzt auch noch der von Michael Bennett helfen dabei natürlich wenig. Trotzdem spielt die Defense insgesamt schon jetzt wieder auf einem sehr hohen Level, sie sollte die Hawks in jedem Spiel konkurrenzfähig machen.

Seite 4: Die Spitzengruppe - Rückkehrer, alte Bekannte und einige Überraschungen

8. New England Patriots (3-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 1

Die Patriots müssen ein wenig aufpassen, dass die Saison ihnen nicht entgleitet. Der Sieg über die Buccaneers war grundsätzlich ein Schritt in die richtige Richtung, vor allem die defensiv mitunter horrenden Kommunikationsfehler wurden zu einem guten Stück behoben. Nach wie vor bleiben hier aber Fragezeichen, während die Run-Defense eine Baustelle ist. Gleichzeitig fordert die Kombination aus der löchrigen Offensive Line und dem größeren Fokus auf das Downfield-Spiel ihren Tribut: Tom Brady hat jetzt schon mehr Sacks kassiert als in der gesamten Vorsaison und plagt sich aktuell mit Schulterproblemen herum. Trotzdem spielt Brady herausragend und die Offense war bislang so gut, dass die Pats - abgesehen vom Opener - trotz der Defensiv-Defizite zu keinem Zeitpunkt das klar unterlegene Team waren. Der Champ hat noch seine Baustellen, die aber sind nicht irreparabel. Aktuell allerdings sind sie eben noch genau das: Baustellen. Und somit Schwachpunkte.

7. Washington Redskins (2-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 24

Vor der Saison wirkte Washington noch wie das potentiell schwächste Team in der NFC East, die Auftaktpleite gegen Philly bestätigte das scheinbar. Was die Redskins seither aber zeigen ist absolut beeindruckend: Die Defensive Line steigert sich konstant, gegen Oakland spielte die Defense nahe an der Perfektion. Auch in Kansas City hatte Washington eine ernsthafte Chance auf den Sieg. Kirk Cousins unterstreicht bisher abermals, warum er im Sommer ordentlich abkassieren wird, die Offensive Line gehört zu den ligaweit stabilsten. Und all das, obwohl im Receiving-Corps noch jede Menge Luft nach oben ist und es helfen würde, wenn Jordan Reed und Jamison Crowder so langsam wieder Leistung abliefern.

6. Denver Broncos (3-1)

Platzierung im vergangenen Ranking: 15

Fraglos eine der positiveren Überraschungen. Die Broncos haben ihre Run-Defense - in der Vorsaison die große Schwäche der Defense - eindrucksvoll repariert und gehören hier inzwischen zu den ligaweit besten Teams, während der starke Pass-Rush in Kombination mit dem wohl besten Cornerback-Trio der NFL im Passspiel nur schwer zu bezwingen ist. Und auch offensiv sind klare Fortschritte erkennbar: Die Line ist zumindest Durchschnitt, im Run-Blocking eher noch besser, und das Run Game wirkt im Vergleich zu 2016 auch dank Anderson und Charles um ein Vielfaches gefährlicher. Zudem hat Trevor Siemian einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht, auch wenn er noch zu viele falsche Coverage-Reads hat. So lange Denver aber defensiv so weitermacht und das Run Game funktioniert, muss man mit den Broncos rechnen.

5. Atlanta Falcons (3-1)

Platzierung im vergangenen Ranking: 2

Die Bye-Week kam für die Falcons zwar früh in der Saison, aber praktisch zum genau richtigen Zeitpunkt, um die Ausfälle zu überbrücken. Julio Jones könnte schon am kommenden Wochenende wieder spielen, Mohamed Sanu wird wohl noch ein bis zwei Wochen fehlen. Die Receiver-Ausfälle waren gegen Buffalo eklatant sichtbar. Klar ist, dass die Offense noch nicht an die herausragenden Auftritte der Vorsaison ran kommt - damit durfte allerdings auch niemand rechnen. An der Offensive Line liegt das jedoch zumeist nicht, auch das Run Game funktioniert schon wieder gut. Beides wichtige Faktoren und eine gute Basis. Vor allem defensiv aber müssen die Falcons mit dem ersten Saisonviertel zufrieden sein. Der Pass-Rush ist gefährlicher als 2016, die Secondary durch die Rückkehr von Desmond Trufant deutlich stabiler.

4. Philadelphia Eagles (4-1)

Platzierung im vergangenen Ranking: 21

Die defensive Front gehört zu den ligaweit besten, die Pass-Defense allerdings ist als Ganzes noch anfällig und hofft trotz der starken Auftritte von Patrick Robinson auf das Comeback von Ronald Darby. Offensiv können die Eagles auf eine sehr starke Line bauen, während Carson Wentz auf bestem Wege ist, einen großen Schritt nach vorne zu machen - das runderneuerte Receiving-Corps hilft dabei zweifellos, nachdem dieser Bereich in der Vorsaison noch ein riesiges Problem war. Zuletzt konnten die Eagles sogar ein besseres Run Game aufziehen. Philly wirkt schon wie ein vergleichsweise komplettes Team, das sich angesichts der individuellen Qualität in fast allen Mannschaftsteilen im Laufe der Saison noch verbessern sollte. Vieles deutet zum jetzigen Zeitpunkt darauf hin, dass die Division in diesem Jahr durch Philadelphia läuft.

3. Carolina Panthers (4-1)

Platzierung im vergangenen Ranking: 16

Was für einen Unterschied doch zwei Wochen machen können: Die Panthers starteten zumindest offensiv mehr als holprig in die Saison, nach und nach sieht man aber, wozu die Offense in der Lage sein kann. Cam Newton erinnert fast schon wieder an sein MVP-Jahr, auch weil Carolina ihm ganz offensichtlich wieder mehr Freiheiten in puncto Runs und Scrambles einräumt. Newton ist mit dieser Komponente deutlich gefährlicher und fühlt sich auch merklich wohler - umso beeindruckender sind seine Vorstellungen, wenn man bedenkt, dass gegen Detroit (und das nicht zum ersten Mal dieses Jahr) das Run Game ohne den angeschlagenen Ryan Kalil nicht funktionierte und mit dem verletzten Greg Olsen ein zentrales Element dieser Offense fehlt. Das Deep-Passing-Game funktioniert auch dank sehr guter Auftritte von Funchess und Benjamin merklich besser. Und defensiv? Die mit immenser Qualität besetzte Front sieht teilweise ihrerseits schon wieder wie 2015 aus, sowohl gegen den Run als auch gegen den Pass. Zusätzlich aber ist die Secondary deutlich verbessert, das ganze Scheme funktioniert so wieder.

2. Green Bay Packers (4-1)

Platzierung im vergangenen Ranking: 5

Natürlich hat die Defensive noch Löcher, da gibt es keine zwei Meinungen. Ein wirklich rundum komplettes Team aber gibt es aktuell nicht, und so schieben sich die Packers auf den zweiten Platz. Warum? Weil niemand die Quarterback-Position so spielen kann wie Aaron Rodgers, das hat er gegen Dallas einmal mehr eindrucksvoll gezeigt. Weil das Run-Blocking inzwischen herausragend ist und Green Bay künftig mit Aaron Jones und Ty Montgomery plötzlich ein gefährliches, sich gut ergänzendes Running-Back-Duo aufbieten kann. Weil Davante Adams und Randall Cobb besser wirken als in der Vorsaison. Und weil die Pass-Protection noch deutlich besser klappen wird, sobald David Bakhtiari zurückkehrt. Green Bays Offense gehört schon wieder zum absolut Besten, was die NFL zu bieten hat, während defensiv vor allem in der Secondary klar positive Ansätze zu sehen sind. Gerade der Pass-Rush allerdings ist und bleibt ein Problem.

1. Kansas City Chiefs (5-0)

Platzierung im vergangenen Ranking: 6

Das kompletteste Team der bisherigen Saison grüßt von der Spitze. Die Chiefs haben das beste Run Game der NFL, und das nicht nur mit Blick auf die absurden 5,7 Yards pro Run. Kareem Hunt spielt eine herausragende Saison und produziert Yards nach Kontakt, gleichzeitig sind im Run-Blocking nur wenige Teams besser. Alex Smith spielt die beste Saison seiner Karriere und zeigt im Passspiel sowie bei langen Downs eine Aggressivität, die ihm vor der Saison niemand zugetraut hätte. Zusätzlich dazu begeistern Scheme und Play-Calling von Andy Reid, einzige Sorgenfalte ist und bleibt die Pass-Protection. Und defensiv? Kansas City hat keine Elite-Defense, stellt sich bisher aber sehr gut auf seine Gegner ein. Die Front erzeugt jede Menge Druck auf gegnerische Quarterbacks, die Secondary kann den Ausfall von Eric Berry zumindest bisher eindrucksvoll auffangen. Kansas City ist kein unfehlbares, alles dominierendes Team. Aber die Chiefs liefern bisher die komplettesten Leistungen ab.

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