NFL: Power Ranking: Favoriten-Comeback und neue Nummer 1

Die Regular Season steht an der Halbzeit-Marke - Zeit für das zweite SPOX Power Ranking der Saison! Dabei gibt es einen neuen Spitzenreiter, während die Seattle Seahawks , die Minnesota Vikings und die Houston Texans nach oben klettern. Im Keller ändert sich vergleichsweise wenig, die Rote Laterne allerdings hat einen neuen Besitzer. Auch für die Miami Dolphins und die Arizona Cardinals wird es immer düsterer.

Die Regular Season steht an der Halbzeit-Marke - Zeit für das zweite SPOX Power Ranking der Saison! Dabei gibt es einen neuen Spitzenreiter, während die Seattle Seahawks, die Minnesota Vikings und die Houston Texans nach oben klettern. Im Keller ändert sich vergleichsweise wenig, die Rote Laterne allerdings hat einen neuen Besitzer. Auch für die Miami Dolphins und die Arizona Cardinals wird es immer düsterer.

Seite 1: Von San Francisco bis Tampa Bay

32. San Francisco 49ers (aktuelle Bilanz: 0-8)

Platzierung im vergangenen Ranking (nach Week 5): 30

Ab und zu sieht man das Play-Calling von Shanahan, dennoch steht den Niners eine unerfreuliche Rest-Saison bevor. Die Verletzungen von Staley, Ward und Thomas werden nochmal einen deutlichen Qualitätsverlust bedeuten. C.J. Beathard macht erwartbar viele Fehler, vor allem seine Passgenauigkeit ist alarmierend inkonstant und aktuell sieht man wenig von dem Potential, das Shanahan angeblich in ihm erkannt hat. Das Run Game ist in Ordnung, nicht viel mehr und die Defense bisher auf allen Leveln zu anfällig. Auch wenn die Front immer wieder ihr Potential aufblitzen lässt. San Francisco hat Talent, wird aber noch viel Zeit brauchen. Der Trade für Jimmy Garoppolo war hierfür ein sehr guter Start, wird unmittelbar aber mutmaßlich noch nicht allzu viel bewegen.

31. Cleveland Browns (0-8)

Platzierung im vergangenen Ranking: 32

Eines muss man den Browns lassen: Die Run-Defense hat sich über die letzten Wochen merklich gesteigert! Das war auch gegen Minnesota wieder zu sehen, und immerhin blieb Coach Hue Jackson nach seinem unsäglichen Quarterback-Karussell der vergangenen Wochen gegen die Vikings in London bei DeShone Kizer. Der wird auch weiter Fehler machen, mit mehr Elementen als gegen Minnesota - Screens, schnelle Pässe, Play Action und vor allem endlich ein besseres Run Game - hat er aber auch eine Chance, sich zu entwickeln. Schluss mit den tiefen Isolation-Routes! Zunächst aber steht ein extrem ineffizientes Passing Game, ein blutjunger Rookie-Quarterback und eine anfällige Pass-Defense, die gute Ansätze zeigt, immer wieder aber Opfer der eigenen Aggressivität wird.

30. Indianapolis Colts (2-6)

Platzierung im vergangenen Ranking: 27

Viel mehr als das, was die Colts gegen Cincinnati am Sonntag zeigten, kann man von diesem Team nicht erwarten. Indys Front schaffte es, das Run Game der Bengals zu kontrollieren und Jacoby Brissett hatte einige sehr ansprechende Szenen. Dazu ein explosives Play von Marlon Mack hier und da sowie einige solide Runs von Frank Gore - das ist aktuell das höchste der Gefühle für Indianapolis. Spiele wie die gegen Jacksonville oder in der zweiten Halbzeit gegen die Titans wird es immer wieder geben, weil die Offensive Line auch weiterhin eine riesige Problemzone ist. Nach wie vor scheint niemand auch nur im Ansatz zu wissen, wann Andrew Luck zurückkehrt und ob das in dieser Saison der Fall sein wird. Die Secondary ist die ligaweit mit Abstand anfälligste, die Verletzung von Malik Hooker wird da wenig helfen und offensiv kommt bei T.Y. Hilton der Frust zunehmend durch. Die zweite Saisonhälfte, so viel kann man prognostizieren, wird kein Vergnügen für Colts-Fans.

29. Miami Dolphins (4-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 29

Absolut brutales Spiel bei den Ravens am Donnerstag - und gemeint ist nicht der Hit gegen Joe Flacco. Die Probleme in der Offensive Line werden immer eklatanter, ein Run Game hat Miami noch immer nicht: Ein 21-Yard-Run von Jay Ajayi, danach zwei Yards bei zwölf Runs. Puh. Die Dolphins sind offensiv noch immer eine Mischung aus vorhersehbar und ineffizient und man kann angesichts der bisherigen Eindrücke nicht davon ausgehen, dass sich das mit der Rückkehr von Jay Cutler ändert. Immerhin war bislang die defensive Front der Stabilisator, auch hier bröckelte Miami gegen Baltimores Scheme bedenklich. Diesem Team fehlt aktuell jegliche Identität, und angesichts der durchaus vorhandenen individuellen Qualität muss man dementsprechend auch Adam Gase und seinen Trainerstab kritisch hinterfragen, wenngleich die Hauptursache wohl bei den Spielern liegt. Jetzt Ajayi abzugeben wirkt auch eher wie eine Message von Gase an das Team und macht die Offense nochmal ein gutes Stück weit harmloser. Scheme-Wechsel hin zu einer stärkeren Einbeziehung der Running Backs in das Passing Game durchaus wahrscheinlich.

28. Arizona Cardinals (3-4)

Platzierung im vergangenen Ranking: 26

Auch der letzte Cardinals-Optimist darf nach dem Spiel gegen die Rams in London die Saison getrost zu den Akten legen. Carson Palmer wurde infolge seines Armbruchs inzwischen auf die Injured-Reserve-Liste gesetzt, statt des zwischenzeitlich kolportierten früheren Comebacks kann er so frühestens in Week 16 zurückkehren. Bekanntermaßen fehlt auch David Johnson weiterhin - jüngsten Aussagen von Bruce Arians zufolge wohl für den Rest der Saison - und so dürfte es wenig helfen, dass sich die Offensive Line durch die Comebacks von D.J Humphries und Earl Watford verbessert hat. Sicher, Adrian Peterson, Larry Fitzgerald und die Defensiv-Säulen Patrick Peterson und Chandler Jones können als Gerüst reichen, um noch den einen oder anderen Sieg einzufahren. Allzu viele davon sollten Cards-Fans aber mit Drew Stanton nicht mehr erwarten. Zumal die Defense trotz der individuellen Qualität noch immer viel zu viel zulässt, vor allem bei Third Down und über den einmal mehr wackligen zweiten Cornerback-Spot. Arizona steht vor einem Umbruch, wie hart und rigoros der wird, muss sich zeigen.

27. Chicago Bears (3-5)

Platzierung im vergangenen Ranking: 28

Eindrucksvolle Siege gegen die Ravens und die Panthers. Eindrucksvoll deshalb, weil einerseits jeder wusste, was die Bears machen wollen - und andererseits weil Chicago nahezu ohne Passing Game im Jahr 2017 zwei NFL-Spiele für sich entschied. Natürlich ist das keine Formel, die über eine Saison oder gar darüber hinaus Erfolg verspricht, aber Chicago macht einiges richtig, wenn es darum geht, einen Rookie-Quarterback ran zu führen. Mitchell Trubisky ist noch sehr roh, und das sieht man: Viele Fehler, Ungenauigkeiten, schlechte Reads. Trubisky braucht noch sehr simple Strukturen, und die Coaches versuchen, ihm die zu geben. Die Front Seven derweil spielt weiter gut, die Defense insgesamt ist solide und kann, wie gegen Carolina, Spiele entscheiden. Chicago ist auf einem guten Weg zu einer vernünftigen Saison, letztlich aber hängt mittel- und langfristig natürlich alles von Trubiskys Entwicklung und Lernkurve ab.

26. New York Jets (3-5)

Platzierung im vergangenen Ranking: 25

Josh McCown spielt besser als gedacht, die Running Backs haben immer wieder gute Partien und Robby Anderson ist eine der Positiv-Überraschungen der Saison und auf bestem Wege, eine echte Downfield-Waffe zu werden. Gegen die Falcons gelang der Defensive Line endlich auch ein Sack, während die Secondary mit Explosivität und Aggressivität generell positiv überrascht. In der Summe ergibt das ein Jets-Team, das schon jetzt alle Erwartungen für diese Saison übertroffen hat - gleichzeitig aber auch weiterhin deutlich limitiert bleibt. McCown wird immer auch gravierende Fehler in seinem Spiel haben und die Offensive Line gehört definitiv ins untere Liga-Drittel. Den Einsatz des Teams sowie die positiven Entwicklungen der jungen Spieler muss man Gang Green aber anrechnen.

25. Tampa Bay Buccaneers (2-5)

Platzierung im vergangenen Ranking: 20

Wirklich ein enttäuschendes Jahr in Tampa in der ersten Saisonhälfte, und das obwohl die vermeintlich größte Problemzone - die Offensive Line - bisher eigentlich ganz solide auftritt. Stattdessen aber zeigt Jameis Winston zumindest aktuell keinerlei Fortschritte, eher das Gegenteil: Ungenauigkeiten, schlechte Reads und vor allem große Inkonstanz. Hoffnung macht Doug Martin, dessen Tape einen harten Runner offenbart. Für weniger Zuversicht dagegen sorgt der eigene Pass-Rush, der ligaweit zu den harmlosesten gehört und möglicherweise gar der harmloseste ist. Tampas Secondary ist nicht ansatzweise gut genug, um das aufzufangen und so wie Winston aktuell spielt werden die Bucs auch nicht viele Shootouts für sich entscheiden.

Seite 2: Von New York bis Washington

24. New York Giants (1-6)

Platzierung im vergangenen Ranking: 31

Kurzes Strohfeuer beim Sieg in Denver, als die Giants endlich einmal ein Run Game hatten. Dass das ausgerechnet gegen die Broncos passierte ist schwer erklärbar, gegen Seattle sah New Yorks Offense dann schon wieder so aus, wie erwartet. Ohne Beckham und Marshall ist Evan Engram die einzige gefährliche Pass-Option, die Offense ist viel zu eindimensional (21,3 Runs bei 37,2 Pässen pro Spiel), während die ohnehin wacklige Offensive Line darunter leidet, dass sich gegnerische Verteidiger auf den Pass einstellen können. Immerhin defensiv sind positive Trends erkennbar, vom Vorjahres-Niveau sind die Giants aber noch immer ein ordentliches Stück weit weg. Und angesichts der Tatsache, dass die Einsatzzeiten aufgrund der schwachen Offense eher noch nach oben gehen, ist eine signifikante Verbesserung kaum zu erwarten.

23. Baltimore Ravens (4-4)

Platzierung im vergangenen Ranking: 22

Die Rückkehr von Brandon Williams kann man nicht wichtig genug einschätzen. Während Baltimore ohne den Defensive Tackle teilweise buchstäblich über den Haufen gelaufen wurde, sah das zuletzt wieder ganz anders aus. Die Secondary gehört weiterhin mindestens in die Top-10, in Bestbesetzung kann Baltimore mit der Defense Spiele gewinnen. Das aber muss sie auch, wenn die Ravens beim nächsten Ranking in vier Wochen mit den Playoffs noch etwas zu tun haben wollen, denn die Offense wird Baltimore wenige Siege einfahren. Das Run Game ist inkonstant, zeigte gegen Miami aber deutliche Fortschritte und Alex Collins' Explosivität tut den Ravens gut. Joe Flacco, die Receiver und das Passspiel sind eine ganz andere Geschichte...

22. Green Bay Packers (4-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 2

Vom zweiten Platz ins graue Mittelfeld und Niemandsland - anders gesagt: Der Aaron-Rodgers-Faktor! Natürlich gibt es für Green Bay Mittel und Wege, um die eigene Offense auch mit Brett Hundley halbwegs konkurrenzfähig zu machen, etwa mit mehr geplanten Rollouts, mehr einfachen Reads, mehr aufeinander aufbauenden Route-Konzepten, um schnelle Reads zu ermöglichen und natürlich auch mit mehr Fokus auf das Run Game. Das Problem dabei: Eine konkurrenzfähige Offense reicht für die Packers nicht, um bis zum Schluss um die Playoffs mitzuspielen. Green Bay braucht mehr von der eigenen Offensivabteilung. Wie kreativ also wird Mike McCarthy jetzt nach der Bye-Week in puncto Play-Design und Play-Calling? In den vergangenen Jahren war das gelinde gesagt nicht unbedingt seine Stärke. Aaron Jones immerhin gibt Green Bay eine starke Präsenz im Run Game neben dem vielseitigen Ty Montgomery, Jones' Explosivität erinnert an Thomas Rawls in dessen ersten NFL-Spielen. Die Packers werden ohne Rodgers aber arg kämpfen müssen, um in Playoff-Schlagdistanz zu bleiben.

21. Oakland Raiders (3-5)

Platzierung im vergangenen Ranking: 21

Der Sieg gegen die Chiefs war wichtig, man könnte mit Blick auf die Playoff-Chancen sagen: Überlebenswichtig. Leider folgte darauf wieder ein schwacher Auftritt in Buffalo, und so muss man zur Saisonmitte erneut konstatieren: Dieses Raiders-Team ist einfach nicht mehr als Durchschnitt. Sicher, Derek Carr hat zumindest gegen KC mehr lange Pässe geworfen, insgesamt aber bleibt es eine eher konservative, vorhersehbare Offense. Die Line ist längst nicht so stark wie in der vergangenen Saison, sondern eben eher gehobener Durchschnitt. Und das Run Game ist bei weitem nicht die erhoffte Entlastung für Carr, ob mit oder ohne Marshawn Lynch. Und defensiv? Die Raiders haben aktuell trotz Khalil Mack einen absolut harmlosen Pass-Rush, was die Secondary nicht einmal ansatzweise ausgleichen kann. Könnte Oakland das Ruder noch herumreißen? Vielleicht, wenn wir mehr Aggressivität offensiv wie defensiv, mehr Konstanz von den Receivern und ein kontinuierliches Run Game sehen. Eine Garantie für eine erfolgreichere zweite Saisonhälfte wäre das selbstverständlich aber auch nicht.

20. Tennessee Titans (4-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 24

Tennessee gehört für mich zu den Teams, die man noch nicht wirklich greifen kann. Furchtbare Auftritte in Houston und zuletzt in Cleveland, überzeugend gegen Seattle sowie in der zweiten Hälfte gegen die Colts. Klar ist: Tennessee braucht ein gutes Run Game um Spiele zu gewinnen, und die Titans haben gezeigt, dass sie sowohl in puncto Blocking als auch individuell mit dem Running-Back-Duo diese Partien liefern können. Allerdings fehlt noch die konstante Dominanz der Vorsaison. Auch von Marcus Mariota muss dringend mehr kommen. Auf der anderen Seite des Balls hat sich die Pass-Defense verbessert, die Run-Defense war noch nie das Problem. Tennessee ist definitiv ein Kandidat, um im nächsten Ranking einen deutlichen Sprung nach oben zu machen.

19. Cincinnati Bengals (3-4)

Platzierung im vergangenen Ranking: 19

Die Offensive Line ist immer noch schlecht, Joe Mixon wird noch immer zu sporadisch eingebunden und das Run-Blocking bleibt ein großes Problem. Trotzdem funktioniert die Offense seit dem Coordinator-Tausch insgesamt besser, auch weil Andy Dalton gegen Pressure immerhin vereinzelt besser aussieht. Nach wie vor sprechen wir aber von einer äußerst inkonstanten Offense, das Spiel gegen die Colts war der jüngste Beweis dafür. Immerhin aber können sich die Bengals wieder auf eine gute Front verlassen und bieten definitiv eine der besseren Pass-Defenses ligaweit auf. Das Team ist nicht so schlecht, wie es über die ersten Wochen der Saison teilweise wirkte - viel mehr als eine ausgeglichene Bilanz zum Saisonende wird trotzdem nicht drin sein.

18. Denver Broncos (3-4)

Platzierung im vergangenen Ranking: 6

Von Oakland bis Washington ist es eine sehr austauschbare Gruppe, die Broncos überzeugen, weil sie die beste Einzel-Gruppe haben. Denvers Defense gehört noch immer zur absoluten Liga-Spitze, abgesehen von dem merkwürdigen Auftritt der Run-Defense gegen die Giants sieht man eine starke Partie nach der anderen. So auch wieder gegen die Chiefs am Montagabend, als Alex Smith nicht einmal die Hälfte seiner Pässe anbrachte und Kareem Hunt für 2,1 Yards pro Run lief. So lange die Offense so spielt, ist aber nicht mehr als das hier dargestellte Mittelmaß drin, und selbst das könnte zu hoch gegriffen sein. Das betrifft die löchrige Offensive Line, hinter der das Run Game nicht mehr funktioniert - aber inzwischen insbesondere auch Trevor Siemian, der einfach viel zu viele Fehler macht. Ein Quarterback-Tausch in Mile High ist inzwischen alles andere als ausgeschlossen. Ob der was bringt bleibt abzuwarten.

17. Washington Redskins (3-4)

Platzierung im vergangenen Ranking: 7

Hiobsbotschaft für Washington zum Wochenbeginn: Left Tackle Trent Williams fällt mit seiner Knieverletzung für mehrere Wochen aus, was die große Stärke dieses Teams - die Offensive Line - empfindlich schwächt. Die Tatsache, dass Kirk Cousins insgesamt eine sehr gute Saison spielt, fällt teilweise etwas unter den Tisch, auch weil Washington keinerlei Run Game hat und die Outside-Receiver weiter ein riesiges Problem bleiben. Insbesondere Terrelle Pryor ist bislang eine Enttäuschung. Die Defense kann sehr gut sein, der Pass-Rush und die D-Line generell gefallen. Die Secondary hat noch immer Verletzungsprobleme, ist in Bestbesetzung aber ebenfalls definitiv überdurchschnittlich. Washington kann solide bis gut sein, mehr sehe ich für dieses Team in der laufenden Saison nicht.

Seite 3: Von Carolina bis Houston

16. Carolina Panthers (5-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 3

Carolinas Defense ist gut. Wirklich gut. Und die Rückkehr von Luke Kuechly hat ihre Wirkung wahrlich nicht verfehlt. Auch in der Secondary sieht das etwa dank Bradberry merklich verbessert aus, so dass Carolinas Defense Spiele gewinnen kann - das aktuell aber auch muss. Denn Cam Newton ist noch immer inkonstant, das Run Game funktioniert weitestgehend überhaupt nicht und die Ursache für beides ist in der Offensive Line zu finden. Auch fehlt der Offense - selbst wenn man die Probleme im Run Game ausklammert - eine Identität, das Kurzpassspiel jedenfalls klappt bisher meist nicht, auch wenn die Panthers es immer wieder aufziehen wollen. Carolina kann noch immer ein gutes Team sein, das hat man im ersten Saisonviertel teilweise gesehen. Das funktioniert aber nur, wenn die Offense endlich mehr Konstanz an den Tag legt, und das beginnt für Carolina noch immer im Run Game. Der Trade von Kelvin Benjamin zeigt wie das Tape der letzten Wochen klar, dass das Kurzpassspiel dominieren soll. Weiter sind Zweifel angebracht, ob Cam Newton das liefern kann.

15. Detroit Lions (3-4)

Platzierung im vergangenen Ranking: 10

Gegen Carolina und dann so richtig gegen die Saints wurde in extremer Schwere deutlich, was ich schon vor drei Wochen kritisiert hatte: Mit dieser Offensive Line werden die Lions nichts reißen können. Matt Stafford war zuletzt gegen Pittsburgh definitiv verbessert, in der Red Zone aber hatte die Offense enorme Schwierigkeiten. Hier würde es fraglos helfen, wenn die Lions mehr als 3,5 Yards pro Run produzieren und Stafford so entlasten könnten. Defensiv derweil gibt es gute Bausteine, trotzdem lässt die Secondary viel zu viel zu, auch weil der Pass-Rush zu harmlos ist. Zumindest die Run-Defense ist stabil.

14. Los Angeles Chargers (3-5)

Platzierung im vergangenen Ranking: 23

Viel zu viele Drops, mentale Fehler wie der von Benjamin gegen die Patriots und regelmäßige Aussetzer in der Offensive Line: L.A. ist einmal mehr ein Musterbeispiel für ein Team, das sich zu häufig selbst im Weg steht. Dabei sind die Argumente für die Chargers definitiv vorhanden! Der glänzend aufgelegte Hunter Henry, das aktuell mutmaßlich beste Pass-Rush-Duo der Liga und in Casey Hayward ein Top-Cornerback. Auch Melvin Gordon spielt eine sehr gute Saison, wenngleich er angesichts des mitunter desolaten Run-Blockings keinen leichten Stand hat. Wenn die Chargers die Fehler weiter runter schrauben können, ist im zweiten Saisonverlauf eine mögliche Überraschung drin. Andernfalls bleiben sie in der "knapp vorbei"-Kategorie.

13. Atlanta Falcons (4-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 5

Auch in Atlanta ist die Offense das große Thema, wenn auch aus ganz anderen Gründen. Nachdem die Falcons in der Vorsaison eine historisch gute Offense hatten, ist davon aktuell nicht mehr viel zu sehen. Deutlich weniger Pre-Snap-Motion und Play Action, weniger Downfield-Konzepte, weniger Aggressivität beim Play-Calling, weniger Fokus auf die Running Backs im Passspiel: Den Falcons fehlt zusammengefasst die Dynamik und der Mut der vergangenen Spielzeit und die aktuelle Offense ist für Matt Ryan deutlich schwieriger, als die Offense von Kyle Shanahan im Vorjahr. Zumindest das Run Game funktioniert zunehmend besser und auch Ryan selbst steigert sich aktuell relativ konstant. Das sieht man daran, dass die Falcons in der Top-5 in Yards pro Pass und Yards pro Run sowie auf dem neunten Platz in Punkte pro Drive rangiert. Eine Rückkehr in die Spitzengruppe ist definitiv möglich, die Falcons sind besser, als man aktuell den Eindruck haben könnte.

12. Buffalo Bills (5-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 13

Die Bills als Team kann man getrost als größte Positiv-Überraschung der Saison bezeichnen. Statt Tanking, einer Defense im Umbruch und Quarterback-Debatte sehen wir zur Saison-Mitte eine disziplinierte Defense, die mit der Front Druck erzeugt und in der Secondary tolle individuelle Bausteine aufbietet. Wir sehen eine Offenes, die mit Tyrod Taylor und LeSean McCoy zwei enorme X-Faktor-Spieler hat, die eine Partie jederzeit mit einem Big Play umdrehen können. Diese Formel funktioniert bisher beachtlich gut, doch als Team-Offense werden sich die Bills steigern müssen. Das betrifft vor allem die Offensive Line, aber auch das Receiving-Corps - Rookie Zay Jones etwa enttäuscht bislang - muss deutlich mehr liefern. Umso verständlicher der Trade für Kelvin Benjamin: Taylor brauchte dringend eine Downfield-Waffe, Benjamin kann genau das sein. Allerdings muss Taylor dafür williger sein, in enge Fenster zu werfen. Klappt das alles, dann ist tatsächlich auch das Ende der Playoff-Durststrecke möglich. Und wer hätte im August das gedacht!

11. Jacksonville Jaguars (4-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 17

Das Experiment "Erfolg ohne Quarterback" läuft in Jacksonville aktuell ganz gut. Die herausragend aufspielende Jags-Front ist auf Kurs, den uralten Sack-Rekord der Chicago Bears zu brechen, Jalen Ramsey spielt eine großartige Saison und bildet mit Bouye ein tolles Duo. Mit Telvin Smith wurde das Herzstück der Front Seven gerade mit einem neuen Vertrag belohnt und der jüngste Trade für Marcell Dareus gewährleistet, dass die Defensive Line auf hohem Level eine Rotation spielen kann. Offensiv derweil hat Leonard Fournette bereits 25 Forced Missed Tackles gesammelt, seine Explosivität und Power sind die Identität dieser Offense. Sogar Blake Bortles hatte zuletzt einige bessere Auftritte. Bortles bleibt dennoch der Klotz am Bein, in einer ligaweit wahnsinnig ausgeglichenen Saison aber sollten die starken Teile dieses Teams noch einige Siege einfahren.

10. Dallas Cowboys (4-3)

Platzierung im vergangenen Ranking: 15

Die jetzt doch wieder reaktivierte Suspendierung von Ezekiel Elliott kostet die Cowboys mehrere Plätze, denn über die vergangenen Wochen sah die Offense schon wieder sehr stark aus. Die Line wird zunehmend dominanter, Dak Prescott überzeugt auch weiterhin. Ohne Elliott aber wird Dallas hier Probleme bekommen, denn keiner der anderen Running Backs bietet auch nur ansatzweise das Komplettpaket an, das Elliott mitbringt. Trotzdem gehören die Cowboys in die Top-10, im Vergleich zum Vorjahr nämlich hat Dallas mit Lawrence und Irving plötzlich einen richtig starken Pass-Rush. So ist es kein Zufall, dass Dallas prozentual die viertmeisten Pressures kreiert (31,1 Prozent der gegnerischen Passing Plays). Das entlastet die Secondary merklich und sorgt dafür, dass das defensive Scheme insgesamt auf einem höheren Level funktioniert, Sean Lee ist und bleibt dennoch unersetzlich. Wo die Reise ohne Elliott hingeht wird sich allerdings zeigen müssen.

9. Houston Texans (3-4)

Platzierung im vergangenen Ranking: 18

Unglaublich beeindruckend, wie sich Deshaun Watson von Woche zu Woche weiter entwickelt - dass die Texans jetzt Left Tackle Duane Brown an die Seahawks abgeben, ist trotzdem überaus erstaunlich. Offensiv wird das mit jeder Menge Misdirection, Play Action und anderen Fake-Elementen versehene Passspiel gegnerische Defenses trotzdem weiter vor Probleme stellen, während das Run Game insgesamt auch dank Watson inzwischen vergleichsweise stabil ist. Schwieriger ist die Situation in der Defense, die Seahawks konnten am Sonntag Jadeveon Clowney mehrfach schlicht nicht blocken. Nicht auszudenken, wie das ausgesehen hätte, wenn J.J. Watt und Whitney Mercilus neben Clowney auf dem Platz gestanden hätten. Die Realität ist, dass die Defense gerade gegen den Pass anfällig bleibt und sich hier in der zweiten Saisonhälfte definitiv noch klar steigern muss.

Seite 4: Die Spitzengruppe - mit New Orleans, Minnesota, den Rams und neuer Nummer 1

8. New Orleans Saints (5-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 14

Endlich ist New Orleans wieder ein ernsthafter Playoff-Kandidat - und das vor allem weil das Team um Drew Brees herum deutlich verbessert ist. Die Offensive Line insgesamt gehört zur Liga-Spitze, die Offense präsentiert sich dank Mark Ingram und Alvin Kamara so ausgeglichen wie lange nicht mehr. Kamara erinnert in seiner Rolle dabei zunehmend an Darren Sproles, vor allem sichtbar aber sind die Fortschritte in der Defense. Hier hatte Marshon Lattimore schon jetzt einen riesigen Einfluss, der Rookie ist einer der besten Cornerbacks der laufenden Saison und gibt den Saints mehr Scheme-Freiheiten. Zudem wirkt der Pass-Rush deutlich gefährlicher, in der Run-Defense dagegen ist noch Luft nach oben. New Orleans spielt defensiv aber schnell und mit vielen Scheme-Varianten - eine gefährliche Mischung für Offenses.

7. Los Angeles Rams (5-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 11

Nach wie vor beeindruckend zu sehen, wie Sean McVay Jared Goffs Stärken betont und seine Limitierungen überspielt. Die Rams-Offense ist in puncto Scheme schon jetzt eine gut geölte Maschine, auch weil das Run Game das Team tragen kann. Hier spielt natürlich die 2016 noch so desolate Offensive Line eine große Rolle, wo man Left Tackle Andrew Whitworth als einen der Free-Agency-Hauptgewinne bezeichnen muss. Defensiv muss man über die Front keine großen Worte verlieren, rund um Aaron Donald und Michael Brockers hat L.A. eine Top-3-Front, auch weil sich die Linebacker deutlich gesteigert haben. Kein Team kreiert prozentual mehr Pressure als L.A. (33,1 Prozent der gegnerischen Passing Plays). Wenn die Rams jetzt in der Secondary noch die Big Plays abstellen können, muss man dieses Team weit oben auf dem Zettel haben.

6. Minnesota Vikings (6-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 12

Minnesotas Defense macht einfach Spaß. In der Front sind Hunter und Griffen ein Elite-Pass-Rush-Duo, Barr spielt viel besser als letztes Jahr und die Secondary gehört ohnehin zur ligaweiten Spitze. Nur Tennessee lässt weniger Big Plays im Passspiel zu, in der Run-Defense gehören die Vikes mindestens in die Top-3 und das Receiver-Duo Thielen/Diggs ist hochtalentiert sowie brandgefährlich. Die Frage wird letztlich sein: Wie lange kann Minnesota offensiv auf diesem Level agieren? Die Quarterback-Situation ist nach zuletzt einigen wackligen Spielen von Case Keenum unklar, Teddy Bridgewater könnte das Ruder übernehmen - und wäre nach der langen Pause eine komplette Wildcard. Im Run Game ist McKinnon aktuell eine gute Dalvin-Cook-Light-Version, dass er das konstant kann, muss er allerdings auch erst beweisen. Bleiben die Vikings offensiv stabil ist alles möglich. Wird die Quarterback-Position aber endgültig zum Problemfall, geht es schnell nach unten.

5. New England Patriots (6-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 8

Turbulente Woche für die Patriots, die mit dem Garoppolo-Trade die Schlagzeilen beherrschen. Auf das aktuelle Ranking hat das natürlich keinen Einfluss, hier kommt eher die Verletzung von Dont'a Hightower aus der Vorwoche ins Spiel. New England hat schon das ganze Jahr über immer wieder Schwierigkeiten, wenn es um die Edge-Defense geht. Der Pass-Rush ist und bleibt ein Problem, diese Schwachstellen aber werden hier auch gegen den Run immer wieder als deutlich. Nur Jacksonville lässt aktuell mehr Yards pro Run zu (5,2) als der Titelverteidiger (5,1). Trotzdem hat sich die Defense über die vergangenen Wochen merklich gesteigert, weshalb es für die Pats im Ranking auch nach oben geht. Vor allem die eklatanten Kommunikationsfehler in der Secondary werden zunehmend abgestellt. Die Offense scheint aktuell ein wenig den Fuß vom Gas genommen zu haben, kann aber noch immer unglaublich explosiv sein und Tom Brady spielt eine herausragende Saison.

4. Seattle Seahawks (5-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 9

Die Verpflichtung von Duane Brown hat die Seahawks nochmals um drei Plätze nach vorne katapultiert. Viel zu viel hing bisher an dem sensationell aufspielenden Russell Wilson, der zwar gegen Pressure glänzte, oft aber auch wild improvisieren musste, um die Line irgendwie zu überspielen. Im Run Game klappte das überhaupt nicht, hier wurden gegen Houston einmal mehr die riesigen Probleme deutlich. Brown sollte zumindest für etwas Stabilität sorgen, für Seahawks-Verhältnisse ein großer Sprung nach vorne. Und die Defense? Die Hereinnahme von Shaquill Griffin hatte einen deutlich positiven Einfluss, die Front hat sich über die vergangenen Wochen gesteigert. Teilweise erinnerte die Defensive in den vergangenen Wochen wieder an ihre ultra-dominanten Tage, oder anders gesagt: Mit den Seahawks ist auch mit Blick auf die Playoffs wieder einmal zu rechnen.

3. Kansas City Chiefs (6-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 1

Kansas City muss sich langsam aber sicher defensiv steigern. Der Sieg über Denver war ein guter Anfang, insgesamt aber ist der Pass-Rush nicht konstant genug, die Secondary lässt viel zu viele Big Plays zu und in der Run-Defense sind statistisch nur wenige Teams schlechter (4,9 Yards pro gegnerischem Run, sieben zugelassene Rushing-Touchdowns). Die Offense gehört noch immer zu den ligaweit explosivsten, ob im Run Game oder im Passspiel, Alex Smith aber hatte in den vergangenen Wochen auch einige Wackler. Eindrucksvoll: Kareem Hunt führt die Liga mit 554 Rushing-Yards und 5,9 Yards pro Run bei First Down an. Die zweitmeisten Yards bei First Down hat Ezekiel Elliott mit derer 413. Um auch in der weiteren Saison ganz oben mitzuspielen muss KC seine Pass-Protection weiter verbessern, vor allem sich aber defensiv steigern, insbesondere in der Front.

2. Pittsburgh Steelers (6-2)

Platzierung im vergangenen Ranking: 16

Habe lange überlegt, ob Pittsburgh nicht sogar an der 1 stehen könnte. Die Defensive Line ist herausragend, Le'Veon Bell spielt eine unglaubliche Saison und Antonio Brown ist aktuell der beste Receiver der Liga. Die Offensive Line gehört genau wie ihr defensiver Gegenpart zur Liga-Elite und die Secondary ist gerade im Vergleich zur vergangenen Saison deutlich stärker. Das große Fragezeichen ist und bleibt somit Ben Roethlisberger. Der hat sich im Vergleich zum ersten Saisonviertel zwar einigermaßen gefangen - dafür dass er Brown sowie den stark aufkommenden JuJu Smith-Schuster hat und hinter einer der stabilsten Lines (Pressure-Rate von 16 Prozent, zweitniedrigster Wert) spielt, liefert Big Ben trotzdem noch zu wenig.

1. Philadelphia Eagles (7-1)

Platzierung im vergangenen Ranking: 4

Die Verletzung von Jason Peters kann Philly in den kommenden Wochen noch sehr teuer zu stehen bekommen, aktuell aber haben sich die Eagles den Platz an der Sonne verdient. Carson Wentz macht Spaß und die Verpflichtung von Jay Ajayi dürfte das Run Game noch konstanter sowie die Offense insgesamt gefährlicher machen. Die Secondary erhält in den kommenden Wochen noch Verstärkung aus dem Lazarett (Ronald Darby, Sidney Jones), während die eigene Front zum Besten gehört, was die NFL zu bieten hat und das Receiving-Corps deutlich zuverlässiger agiert. Vor allem zu Ertz hat Wentz einen tollen Draht entwickelt. Nach wie vor gilt, dass diese Saison kein wirklich dominantes Team zu bieten hat und eher von der Spannung in der Breite lebt. Die Eagles kommen diesem dominanten Team aktuell am nächsten.

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