NFL: Kansas City Chiefs: Eine Saison wie Licht und Schatten

Nachdem die Kansas City Chiefs gut in die NFL-Saison starteten, blieben die Erfolge zuletzt immer öfter aus. Die Gründe dafür liegen in der zuletzt schwächer spielenden Offensive Line und der bröckelnden Defense, ein leichter Spielplan sollte Kansas City für den Rest der Saison aber in jedem Fall Mut machen.

Nachdem die Kansas City Chiefs gut in die NFL-Saison starteten, blieben die Erfolge zuletzt immer öfter aus. Die Gründe dafür liegen in der zuletzt schwächer spielenden Offensive Line und der bröckelnden Defense, ein leichter Spielplan sollte Kansas City für den Rest der Saison aber in jedem Fall Mut machen.

Nach einem starken Start in die Saison mit fünf Siegen in Serie verloren die Männer von Andy Reid zuletzt drei von vier Partien. Mit einer Bilanz von 6-3 führen sie die AFC West zwar nach wie vor an, doch die Dominanz des Spätsommers ist mittlerweile verflogen.

"Wir müssen einfach wieder auf beiden Seiten des Balles herausfordernd sein", sagte Head Coach Andy Reid. "Wenn wir es schaffen, mit beiden Units gut zu spielen, sind wir schwer zu stoppen. Es liegt in meiner Verantwortung, dass wir das tun."

Reid und sein Team will nach einer Bye-Week am kommenden Sonntag im Spiel bei den gebeutelten New York Giants (19 Uhr in der Red Zone ) auf die Siegerstraße zurückzukehren. Die Statistik spricht dafür, dass Reid die spielfreien Wochen zur idealen Vorbereitung zu nutzen weiß: Die Bilanz seiner Teams in Spielen nach einer Bye-Week steht nämlich bei bemerkenswerten 16 Siegen zu 2 Niederlagen.

Kareem Hunt: Cooldown nach heißem Saisonbeginn

"Wir müssen fit zurück kommen", sagte Quarterback Alex Smith nach Kansas Citys dritter Saisonniederlage gegen die Dallas Cowboys. "Es ist gut, eine Auszeit zu bekommen, nicht nur körperlich, sondern vor allem auch mental." Reid will von einer Krise wenig wissen: "Wir sind in guter Verfassung. Mir gefällt dieses Team, ich mag ihre Einstellung. Wir haben noch Platz für Verbesserungen, und diese Vorstellung feuert mich an."

Verbesserungspotenzial haben die Chiefs vor allem im Run Game, über das sie noch zu Beginn der Saison viel Gefahr ausstrahlen konnten. Vor allem Running Back Kareem Hunt, der durch die Verletzung von Spencer Ware zum Starting-Back der Chiefs aufstieg, hat bewiesen, dass er ein wahrer Game-Changer für die Chiefs sein kann: Bis Week 5 erzielte Hunt im Schnitt 122 Rush-Yards pro Spiel, zusätzlich sammelte er bislang 331 Receiving-Yards und ist damit auch im Passspiel eine gute Alternative.

Doch das Bild hat sich - wie die Performance der Chiefs - schlagartig geändert. Die Werte von Hunt korrelieren mit den Ergebnissen seines Teams: Der Rookie lief in den vergangenen vier Spielen durchschnittlich nur noch für 48 Yards und erzielte dabei keinen einzigen Touchdown.

Chiefs-Baustelle Nummer eins: Offensive Line

Schuld dafür ist laut den Trainern der Chiefs natürlich nicht ein einziger Spieler: "Die Verantwortung liegt mehr beim Coaching Staff, aber auch bei den Leuten, die vor Kareem stehen", erklärt Assistant Head Coach Brad Childress.

Klar ist, dass die Offensive Line nicht bei jedem Rush eine große Lücke aufreißen kann, doch ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass Hunt in letzter Zeit immer weniger Unterstützung von seinen Vorderleuten bekommt. In den ersten fünf Spielen verzeichnete Hunt noch 3,9 Yards pro Carry vor gegenerischem Kontakt, in den vier Spielen danach lief er nur 1,3 Yards bis zum ersten Hit.

"Ich denke nicht, dass die Teams sich auf ihn eingestellt haben. Es geht vielmehr darum, dass wir unsere Hausaufgaben machen", sagte Childress.

Diese erfüllt Hunt nämlich regelmäßig: Der Rookie steht laut Football Outsiders bei 60 durchbrochenen gegnerischen Tackles, und hat damit um 19 mehr als die zweitplatzierten Leonard Fournette, LeGarrette Blount und Le'Veon Bell. Generell durchbricht Hunt bei rund jedem dritten Ballkontakt einen Angriff der gegnerischen Verteidigung, auch dieser Wert ist überdurchschnittlich gut.

Überstandene Personalprobleme in der O-Line versprechen jedoch für die kommenden Spiele Besserung. Center Mitch Morse und Guard Laurent Duvernay-Tardif sind noch vor Kurzem für einige Spiele ausgefallen. Beide kamen zuletzt gegen die Cowboys aber wieder zum Einsatz. "Unsere Aufgabe ist es, die Line richtig zu positionieren und ihn (Hunt, Anm.) an den richtigen Ort zu bringen", stellt Childress klar.

Chiefs-Baustelle Nummer zwei: Die Defense

Gutes Stellungsspiel wird auch in der Verteidigung wichtig sein. Durch einige seltsame Zuordnungen geriet Defensive Coordinator Bob Sutton zuletzt immer mehr unter Druck.

Auffallend war, dass die Chiefs-Defense bereits in der Siegesserie zu Beginn der Saison Schwächen offenbarte, doch eine herausragende Offense sowie Ballgewinne zu günstigen Zeitpunkten halfen, dies zu kaschieren.

Im Schnitt lassen die Chiefs 390 Yards pro Spiel zu und liegen damit in dieser Kategorie an der drittletzten Position aller Teams. Die Probleme sind vielfältig, nicht nur gegen den Lauf sehen die Chiefs schlecht aus, sie lassen auch immer wieder Big Plays über die Luft zu.

Dabei verlor das Team aus Missouri bereits beim Auftaktsieg gegen die Patriots mit Eric Berry einen der besten Safetys der Liga durch einen Achillessehnenriss. Die Cornerbacks Terrance Mitchell und Phillip Gaines waren vor allem gegen die Oakland Raiders überfordert. Die Chiefs erwarten sich vom wiedergenesenen Steven Nelson ein wenig Entlastung für die Secondary.

"Es ist nie leicht, jemanden (inmitten der Saison, Anm.) ins Spiel einzubinden", sagte Reid. "Sie können zwar trainieren, aber es ist schwierig, dieselbe Intensität eines Spieles zu bekommen." Auf der anderen Seite freut sich Reid auf Unterstützung für seine Defense: "Du kannst in der Secondary nie genug Leute haben. Wir freuen uns, dass Nelson wieder zur Verfügung steht."

Auch auf dem Boden tun sich die Chiefs schwer. "Wir haben Probleme gegen den Lauf", sagte Linebacker Tamba Hali, der vor der Partie in Dallas selbst vier Spiele pausieren musste. Hali macht auch Konzentrationsprobleme für die schwache Rush-Defense verantwortlich: "Wir müssen über die gesamte Spielzeit gut spielen. Ich finde, dass wir manchmal zu relaxt sind."

Kansas City vor vermeintlich einfachem Schedule

Reid hat also einige Problemzonen in seiner Mannschaft, und nimmt sich auch selbst in die Pflicht: "Ich muss sichergehen, dass wir offensiv, defensiv und in unseren Special Teams die richtigen Dinge tun. Wir als Coaches müssen den Spielern die beste Möglichkeit geben, Plays zu kreieren."

Dabei spielt den Chiefs der vergleichsweise einfache Spielplan für den Rest der Saison in die Karten. Laut der DVOA-Statistik von Football Outsiders ist der von Kansas City der leichteste aller Teams, denn mit den Buffalo Bills in Week 12 haben die Chiefs nur einen Gegner mit einer positiven Bilanz vor sich. In den ersten neun Wochen hatte Kansas City noch den zweitschwersten Schedule.

Die Chiefs haben gute Chancen, zum Ende der Saison eine Siegesserie hinzulegen. Der Gewinn der AFC West scheint so gut wie sicher, auch weil die Konkurrenz schwächelt. Es wäre das erste Mal in der Geschichte der Franchise, dass dies in zwei aufeinanderfolgenden Saisons gelingt.

"Wir können auf allen Ebenen einen besseren Job machen", verspricht Reid. Das wird auch nötig sein, damit Kansas City einen ernsthaften Super-Bowl-Contender stellt.

Spieltag H/A Gegner Gegn. Bilanz
Week 11 A New York Giants 1-8
Week 12 H Buffalo Bills 5-4
Week 13 A New York Jets 4-6
Week 14 H Oakland Raiders 4-5
Week 15 H Los Angeles Chargers 3-6
Week 16 H Miami Dolphins 4-5
Week 17 A Denver Broncos 3-6

Mehr bei SPOX: "Nicht einverstanden" - Taylor kommentiert Benching | Lions nehmen Edebali unter Vertrag | Andrew Lucks Situation in Indianapolis: Die Akte Luck