NFL: Giants vs. Cowboys: Hart wie ein Autounfall

Bereits zum fünften Mal innerhalb von sechs Jahren eröffnen die Dallas Cowboys ihre Saison gegen die New York Giants . Während Dallas (vorerst) auf Ezekiel Elliott zurückgreifen kann, ist Giants-Star-Receiver Odell Beckham weiterhin fraglich. Starke Offense gegen starke Defense - wer holt sich den Auftaktsieg? Die Partie gibt's in der Nacht auf Montag um 2.30 Uhr live auf DAZN !

Bereits zum fünften Mal innerhalb von sechs Jahren eröffnen die Dallas Cowboys ihre Saison gegen die New York Giants. Während Dallas (vorerst) auf Ezekiel Elliott zurückgreifen kann, ist Giants-Star-Receiver Odell Beckham weiterhin fraglich. Starke Offense gegen starke Defense - wer holt sich den Auftaktsieg? !

Die Schlagzeile klang für viele äußerst schräg: "Ezekiel Elliott bleibt gesperrt - und spielt Week 1". Der Einspruch seitens des Star-Running-Backs ist vor den Gutachtern der NFL abgeblitzt, die Sechs-Spiele-Sperre steht weiterhin im Raum. Da sich aber die Richter genug Zeit für eine Entscheidung lassen wollten, gab es schon vorab die Erlaubnis, erst nach dem ersten Spieltag eine etwaige Strafe offiziell auszuüben.

Die Dallas Cowboys mit und ohne Ezekiel Elliott

Elliott also voraussichtlich vom zweiten bis zum siebten Spiel nicht im Kader? Nicht so schnell: Der Running Back erhielt am späten Freitagabend die einstweilige Verfügung gewährt - die Sperre ist also auf Eis, die Mühlen der Anwälte mahlen. Unter dem Strich also zunächst eine große Erleichterung für die Cowboys, war Elliott in seiner Rookie-Saison doch ligaweit der Running Back mit den meisten Rushing-Yards und meisten Yards nach Gegner-Kontakt.

Hinzu kommt, dass die Cowboys eine bärenstarke Offensive Line haben. Abgänge wurden mit dem wieder genesenen La'el Collins und Jonathan Cooper von den Cleveland Browns mehr als adäquat ersetzt - so zumindest die Hoffnung in Big D. Dak Prescott, der von seinen Mitspielern zu einem der Captains der Cowboys ernannt wurde, wird in der Pocket wieder Zeit für seine Wurfentscheidungen bekommen.

Optionen gibt es dabei für ihn genug: Dez Bryant, Jason Witten und Cole Beasley formen ein starkes Receiver-Corps. Vor allem Witten zeigt sich immer als immens effektiv in Spielen gegen die Giants, dazu kommt mit Rookie Ryan Switzer eine weitere Slot-Waffe. Auf dem Papier könnte man also zunächst glauben, dass die Offense der Cowboys das Spiel dominieren kann.

Der Wandel der Giants-Defense

Doch die Giants-Defense hat klar etwas dagegen. 2015 noch die Achillesferse des Teams (beispielsweise gelangen gegen die Saints 49 Punkte und trotzdem wurde verloren), hat man im Sommer 2016 in East Rutherford über 200 Millionen Dollar für die Defense investiert.

Schnell und effektiv formte sich eine talentierte Defensive Line gepaart mit einer athletischen Secondary, die bereits letztes Jahr großartig funktionierte. Am Ende der Saison ließ die Defense gar am wenigsten gegnerische Touchdowns überhaupt zu.

Die D-Line um Jason Pierre-Paul und Olivier Vernon wird versuchen, so viel Druck wie möglich auf Prescott auszuüben, und die Läufe der Cowboys früh zu stoppen. Dass dies auch gegen eine starke Cowboys-Offensive-Line möglich ist, haben die Giants im direkten Vergleich der letzten Saison gezeigt.

Matchup: Dez Bryant gegen Janoris Jenkins

Zwei der drei Niederlagen der Cowboys in der vergangenen Saison kamen gegen die Giants zustande. Auch daher misst Prescott dem Duell mehr Bedeutung bei: "Nachdem wir sie letztes Jahr nicht schlagen konnten, gehen wir noch motivierter in die Partie. Wir haben sehr viel Energie in die Vorbereitung für dieses Spiel gesteckt."

Elliott machte mit nur 52 Yards über die Saison gesehen sein schlechtestes Spiel gegen die Giants in Week 1. Mit 101 und 108 Rushing-Yards hatten die Cowboys in beiden Spielen große Probleme, den Ball am Boden vorwärts zu bringen.

Aber auch in der Luft sah Dallas gegen die Giants wenig Licht. Giants-Corner Janoris Jenkins dominierte das Matchup gegen Star-Receiver Dez Bryant: dieser erzielte in beiden Spielen zusammen lediglich zwei Receptions für 18 Yards, zudem ging ein Fumble auf seine Kappe. New York konnte Prescott immer wieder die Optionen im Passspiel nehmen, während der Pass-Rush der Giants für Dallas-Verhältnisse großen Druck ausübte.

Safety Landon Collins zeigt sich mehr als beeindruckt von Jenkins' Fähigkeiten. "Janoris ist ein echter Wettkämpfer. Dez Bryant mag zwar ein starker Kerl sein, aber das nutzt er nicht aus", stellt Collins fest, und schickt eine kleine Stichelei hinterher: "Stattdessen versucht er, seine Schnelligkeit einzusetzen, aber Janoris ihm in diesem Punkt einfach überlegen."

Kampf um die Vorherrschaft in der NFC East

Eine etwas größere Kampfansage kam hingegen von Prescott bereits im Sommer bei den ESPY Awards. "Wir sind die Cowboys, wir gewinnen die NFC East", war sich Prescott schon vor zwei Monaten sicher.

Doch Collins hält dagegen: "Ich bezweifle das sehr stark. Die Cowboys kontrollieren den Osten in der NFC keinesfalls, wir werden ihnen Paroli bieten."

Ein möglicher Weg um die Cowboys zu schlagen ist, auf deren Secondary - in welcher Dallas über die Offseason gleich mehrere Vorjahres-Starter verloren hat - Druck auszuüben. Eli Manning hat dafür seinerseits mehr als genügend Waffen in der Offense zur Verfügung. Mit Sterling Shepard und Neuzugang Brandon Marshall gibt es zwei mehr als solide Wide Receiver, während Erstrunden-Pick Evan Engram aus der Tight-End-Position über die Mitte anspielbar sein wird.

Die große Frage aber wird sein, ob Manning genügend Zeit hat, um diese Waffen einzusetzen. Die Offensive Line ist auch in diesem Jahr das große Sorgenkind bei den G-Men, was sich auch auf das Run Game ausdehnt. Hier wird Paul Perkins als Starter in die Saison gehen - wirklich überzeugen konnte der in der Saisonvorbereitung nicht. Immerhin aber sollte der durch Sperren und Verletzungen dezimierte Pass-Rush der Cowboys zum Auftakt nicht die schwierigste Prüfung für die Line werden.

Odell Beckham angeschlagen: Entscheidung kurz vor Spielbeginn

Und dann wäre da natürlich noch die Personalie Odell Beckham. Der Wide Receiver hatte sich in der Preseason im Spiel gegen die Cleveland Browns das Sprunggelenk geprellt, die Rückkehr ins Mannschaftstraining zieht sich hin.

Beckham hatte die Einheiten der Giants am Montag, Mittwoch und Donnerstag verpasst, nur ein leichtes Anschwitzen beim Einlaufen war möglich. Sein offizieller Status bleibt: "Fraglich". "Wenn die Ärzte Odell die Freigabe erteilen, dann werden wir mit ihm spielen", sagt Head Coach Ben McAdoo. "Falls nicht, spielt er nicht."

"Ich wünschte, ich könnte trainieren", sagt Beckham selbst, "aber mehr können wir nicht tun. Ich wusste es gleich, als es passierte, dass etwas nicht stimmte. Ich habe zwei Wochen lang unzählige Stunden damit verbracht, mich zu regenerieren."

Es werde "von Tag zu Tag" entschieden, wie man mit Beckham vorgehe. Vom Start in Week 1 bis zu zwei Spielen Pause scheint alles möglich. Doch selbst wenn er rechtzeitig die Freigabe bekommt, Beckham wird nicht die dominante Rolle in der Offense der Giants einnehmen, die man von ihm gewohnt ist. Gerade Beckhams Spiel baut stark auf Explosivität und präzise Cuts, nach einer Knöchelverletzung wird er hier noch nicht bei 100 Prozent sein.

Cowboys gegen Giants "fühlt sich an wie ein Autounfall"

Der Schlüssel zum Erfolg wird das Matchup der Giants-Defensive-Line gegen die Cowboys-Offensive-Line sein, hier trifft fraglos Stärke auf Stärke. Ziel der Cowboys war immer, mit dem Run Game lange Ballbesitz-Zeiten zu haben und so die gegnerische Offense an der Seitenlinie zu halten. Gelingt es der O-Line von Dallas, die starke Defense zu neutralisieren, kann Prescott zudem sein Play-Action-Spiel ausüben, und mit der notwendigen Zeit offene Receiver zu finden.

Schafft es auf der anderen Seite jedoch die Defense aus New York, ähnlich souverän wie im letzten Jahr zu agieren, könnten die Giants den Cowboys erneut das Leben schwer machen. Dallas ist vielleicht auch durch den Heimvorteil leichter Favorit, uns erwartet aber eine ausgeglichene Partie.

Eines ist jedoch klar: Das Sunday Night Game wird kein lockeres Eingaloppieren, kein Spiel, um in die Saison "reinzukommen". Man kann mit einem beinharten Match zwischen zwei Division-Rivalen rechnen. Auch der Guard der Giants, Justin Pugh, ist sich dem sicher: "Es wird hart, und es wird dreckig. Nach dem Spiel wird es sich so anfühlen, als ob man gerade einen Autounfall hatte."

Das SPOX-NFL-Tippspiel, Week 1:

Florian Regelmann Adrian Franke Marcus Blumberg Pascal De Marco
Chiefs @Patriots Patriots Patriots Patriots Patriots
Jets @Bills Bills Bills Bills Bills
Eagles @Redskins Redskins Eagles Redskins Eagles
Raiders @Titans Titans Titans Raiders Raiders
Buccaneers @Dolphins Verlegt Verlegt Verlegt Verlegt
Jaguars @Texans Texans Texans Texans Texans
Cardinals @Lions Lions Cardinals Cardinals Cardinals
Falcons @Bears Falcons Falcons Falcons Falcons
Ravens @Bengals Bengals Ravens Ravens Bengals
Steelers @Browns Steelers Steelers Steelers Steelers
Colts @Rams Rams Rams Colts Rams
Seahawks @Packers Packers Packers Packers Packers
Panthers @49ers Panthers Panthers Panthers Panthers
Giants @Cowboys Cowboys Giants Cowboys Cowboys
Saints @Vikings Vikings Vikings Vikings Vikings
Chargers @Broncos Broncos Chargers Broncos Broncos
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