NFL: Gegen Atlanta, gegen Vegas, gegen alle!

Nach einer Verschnaufpause in der Vorwoche sind in der Divisional Round auch alle vier Teams an der Reihe, die in der Regular Season 13 Siege eingefahren haben. Dabei gehen die Philadelphia Eagles gegen die Atlanta Falcons erstmals überhaupt trotz des Top-Seeds als Außenseiter in die zweite Playoff-Woche. Für die Tennessee Titans spricht hingegen bei den New England Patriots wenig. Die Spiele der Divisional Round könnt Ihr am Samstag ab 22.35 Uhr live auf DAZN sehen.

Nach einer Verschnaufpause in der Vorwoche sind in der Divisional Round auch alle vier Teams an der Reihe, die in der Regular Season 13 Siege eingefahren haben. Dabei gehen die Philadelphia Eagles gegen die Atlanta Falcons erstmals überhaupt trotz des Top-Seeds als Außenseiter in die zweite Playoff-Woche. Für die Tennessee Titans spricht hingegen bei den New England Patriots wenig. Die Spiele der Divisional Round könnt Ihr am Samstag ab 22.35 Uhr sehen.

Seite 1: Philadelphia Eagles - Atlanta Falcons

No. 1 Philadelphia Eagles (13-3) - No. 6 Atlanta Falcons (10-6) (Sa., ab 22.35 Uhr )

Der Weg in die Playoffs:

Eagles: Kein Team in der gesamten Liga wirkte über weite Strecken der Saison in allen Mannschaftsteilen derart kompakt und verlässlich wie die Eagles. Philly konnte dabei in erster Linie auf den kometenhaften Aufstieg in der zweiten Saison von Carson Wentz setzen. 33 Touchdown-Pässe warf der Quarterback um seine Seite nach einem enttäuschenden Vorjahr zu einem 10-1-Saisonstart zu führen. Auf Running Back hatte das Team über weite Strecken und spätestens nach dem Trade für Jay Ajayi ein Luxusproblem. Neben dem J-Train hatte Coach Doug Pederson mit LeGarrette Blount, Wendell Smallwood und Corey Clement drei weitere Optionen, auf die er stets bauen konnte.

Defensiv hingegen dominierte vor allen Dingen der Run Stop. Football Outsiders listet die Eagles über die Regular Season mit 2,99 Adjusted Yard Lines, dem mit Abstand besten Wert auf Platz 1. Fletcher Cox und Brandon Graham hatten im Pass Rush ein tolles Jahr und viele junge Spieler konnten einen Entwicklungsschritt machen. Nicht wenige sahen die Eagles in der Favoritenrolle - Conference-übergreifend. Dann allerdings kam Week 14. Es kam das Spiel bei den Rams und Wentz' schmerzhafter Touchdown-Lauf, der zu allem Überfluss auch noch wegen eines Holding-Vergehens ungültig war.

Falcons: Die Falcons sind nach dem Sieg in L.A. auf Kurs in Richtung ihres ganz großen Ziels, der Super-Bowl-Revanche. Die Saison war eine mit gemächlichem Start und einem starken Schlussspurt. In der NFC reichte es schließlich dennoch nur zu Platz 3. Zumindest den Wild-Card-Spot ergatterte man noch. Hier setzte man sich gegen ein unerfahrenes Rams-Team mit 26:23 durch.

Gerade die defensive Seite wirkte in L.A. hervorragend auf den starken Run von Todd Gurley vorbereitet. In der Red Zone wurde der Gegner bei einem von vier erfolgreichen Trips gehalten. Offensiv sah sich Matt Ryan stark unter Druck gesetzt, konnte sich aber auf seinen Go-to-Guy, Julio Jones, verlassen.

Die aktuelle Situation:

Eagles: Die Eagles gehen als Außenseiter in die Partie. Lane Johnson ärgert sich sogar über eine "Behandlung, als ob wir die Browns wären". Alle Augen sind nun auf Backup-Quarterback Nick Foles gerichtet. Dem Playcaller, dem in seiner Karriere sogar eine 7-Touchdown-Performance gelungen ist, wird nach den abgelaufenen Saisons nicht mehr allzu viel zugetraut. Auch die Leistungen in den letzten drei Spielen waren wenig vielversprechend. Beim letzten Saisonspiel gegen die Cowboys wurde der QB sogar nach nur 4 von 11 erfolgreichen Pässen und einem Pick für Backup Nate Sudfeld auf die Bank gesetzt.

Foles gilt als Alles-oder-Nichts-Quarterback. Es gibt sozusagen einen guten und einen schlechten Foles. Bei seinen 29 Siegen brachte er 64 Prozent seiner Würfe (8,18 Yards pro Versuch) für 49 Touchdowns und 8 Interceptions an den Mann. Bei den 20 Niederlagen waren es 55 Prozent erfolgreiche Pässe (5,75 Yards pro Versuch) bei 12 Touchdowns und 21 Interceptions. Bei kalten Temperaturen in Philly wird wohl vor allem der Lauf den Großteil des Erfolges für die Eagles besorgen müssen.

Falcons: Gerade wo die Chemie zwischen Ryan und Jones aus der vergangenen Saison wieder aufzufrischen scheint, meldete sich der Wideout gleich von zwei Einheiten in dieser Woche ab. Am Samstag jedoch soll er wieder fit auf dem Platz stehen. Jones hatte sich mit wiederkehrenden Knöchelproblemen geplagt. Am Samstag wird er eine große Partie abliefern müssen.

Defensiv wirkte Atlanta gerade gegen den Run der Rams sehr stabil. Im Hinblick auf das Spiel gegen Philly wird dies eine enorm große Rolle spielen. Die Eagles werden in erster Linie auf den Run setzen und hier im Gegensatz zu den Rams mit mehreren verschiedenen Waffen attackieren können.

Players to Watch:

Eagles: Jay Ajayi. Keine Frage, mit der aktuellen Situation auf Quarterback gilt es für Philly in erster Linie das Laufspiel in Gang zu bekommen. Der Neuzugang konnte sich während der Saison gut etablieren und wurde früh erster Running Back, auch wenn man dazu tendiert, Snaps aufzuteilen. Auf Ajayi wartet mit den Falcons nicht die beste Formation im Hinblick auf die Run-Defense. Der ehemalige Dolphin wird der entscheidende Faktor sein, wenn es heißt, Lücken zu erkennen und für Extra-Yards zu kämpfen. Phillies Running Backs laufen in diesem Jahr für 4,52 Yards pro Laufversuch. Einer der Top-Werte der Liga.

Falcons: Julio Jones. 9 Receptions für 94 Yards und einen Touchdown gab es für Jones beim Spiel in L.A. Eine ähnlich wichtige Rolle wird er am Samstagabend einnehmen müssen. Im Running Game wird man auf eine starke Unit treffen, die schon während der Saison einen der Top-Werte in Third-and-Long-Versuchen provoziert hat. Außerdem erwartet Ryan erneut gegen einen starken Pass Rush großen Druck und deshalb wird der Veteran gerne eine große Anspielstation suchen.

Darauf kommt es an:

Auf der einen Seite werden die Eagles in jedem Fall versuchen, so viel Druck wie möglich von Foles zu nehmen und den Ball deshalb in die Hände der Running Backs drücken. Es wird von enormer Bedeutung sein, das Spiel an der Line of Scrimmage zu gewinnen. Selbiges gilt für Phillies Defense. Man darf das Laufspiel des Gegners nicht in Gang kommen lassen und muss Ryan zum Werfen zwingen. Hier kann der Interior Pass Rush den Unterschied machen.

Die Falcons hingegen wollen das Spiel ebenfalls mit eigenem Ballbesitz kontrollieren und so viel Zeit wie möglich mit dem Ball in den eigenen Händen verbringen. Schon gegen L.A. war die Time of Possession ein enorm wichtiger Faktor, der den Gegner nach dessen frühen Rückstand aus dem Spiel genommen hat. Das Laufspiel über beide Backs muss auch in Philadelphia funktionieren.

Prognose:

Zum ersten Mal in der Geschichte der Playoffs geht ein First-Overall-Seed als Außenseiter in das Spiel gegen das Wild-Card-Team. Die Eagles haben ohne Wentz ihren Rhythmus verloren und vertrauen nicht wirklich auf ihren Backup. Der würde zwar allen gerne das Gegenteil beweisen, das Spiel wird aber an der Line of Scrimmage entschieden. Hier machte Atlanta zuletzt einen sehr guten Eindruck und wird das auch gegen Philly unterstreichen können. Die Falcons sind darüber hinaus das Playoff-erfahrenere Team. Tipp: 16:9 Falcons

Tippspiel Playoffs - Divisional-Runde:

Florian Regelmann Adrian Franke Marcus Blumberg

Pascal

De Marco

Falcons @Eagles 20:13 23:17 24:10 16:9
Titans @Patriots 10:34 13:27 13:38 13:30
Jaguars @Steelers 9:30 17:24 20:24 16:20
Saints @Vikings 17:20 10:20 31:27 17:24
Wildcard-Runde 2-2 2-2 2-2 2-2
Insgesamt 171-89 171-89 173-87 167-93
Seite 2: New England Patriots - Tennessee Titans

No. 1 New England Patriots (13-3) - No. 5 Tennessee Titans (9-7) (So., ab 2.15 Uhr )

Der Weg in die Playoffs:

Patriots: Nach dem fünften Super-Bowl-Erfolg in der Belichick-Brady-Ära begann der Start in die neue Saison etwas holprig. Nicht nur das frühzeitige Saisonaus von Julian Edelman warf Sorgenfalten in die Gesichter der Patriots, sondern auch die Leistungen, sowohl der defensiven, als auch der offensiven Phase. Den ersten Wachmacher gab es somit direkt im Eröffnungsspiel, als die Chiefs den Pats so ziemlich alle Löcher aufwiesen, die in der Secondary gerade zu bestehen schienen. Auch in den nächsten beiden Heimspielen gab es große Probleme. Während den Texans 33 erzielte Punkte noch zu wenig waren, reichten diese den Panthers in Week 4 für die zweite Heimpleite New Englands in der frühen Saisonphase.

Nach den Leistungsschwankungen zu Beginn der Saison sollten die Pats aber spätestens ab Mitte Oktober wieder voll auf der Höhe sein. Tom Brady spielte wieder einmal einen höchst effizienten Football und las gegnerische Defenses wie ein Buch. Der Veteran ist wieder einmal Favorit auf den MVP-Titel. Nach einem kurzen Aussetzer in Miami trat man in Week 15 zum Spiel der Saison bei den Steelers an. Hier reichte es in einem Herzschlagfinale zum Sieg und der Home-Field-Advantage durch die Playoffs.

Titans: Für Tennessee war die Saison eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Das Laufspiel dominierte wieder einmal jegliche Offensivbewegung, sei es durch die Running Backs Derrick Henry und DeMarco Murray oder Quarterback Marcus Mariota. Die Titans konnten sich auch in der Defensive auf sehr gute Werte auf dem Boden verlassen. Im Saisonfinale brauchte man dennoch vier Anläufe, bis man sein Playoff-Ticket endlich hatte.

Ähnlich wild wie die Saison verlief dann das Wildcard Game in Kansas City. Die Titans hatten in der ersten Halbzeit überhaupt kein Zugriff auf das Spiel und wurden in allen Kategorien dominiert. Nach dem 18-Punkte-Rückstand zur Pause legte man jedoch tatsächlich ein Comeback hin. Ohne den verletzten Murray waren es 156 Yards von Derrick Henry, die die Mannen aus Nashville zum Erfolg trugen. Auch ein wenig Glück war im Spiel, als Mariota einen abgefälschten Pass selber wieder aufnahm und per Hechtsprung in die Endzone beförderte.

Die aktuelle Situation:

Patriots: Die Schlagzeilen der letzten Wochen deuten nicht gerade darauf hin, dass man sich in Boston große Sorgen um den Gegner macht. Eher wurde über die Zukunft der Franchise gerätselt und wie lange die Kombination Kraft/Belichick/Brady noch Erfolg garantieren kann. Doch bei den Patriots ist man Experte darin, Nebengeräusche auszublenden und sich perfekt auf den Gegner vorzubereiten: "Der Coach will, dass wir die Stimmen von außen ignorieren", erklärte Rob Gronkowski unter der Woche. "Wir müssen uns auf das fokussieren, was wir schon das ganze Jahr lang machen. Unseren Gegner zu studieren und uns mental wie physisch bestmöglich vorbereiten."

Die Pats werden jedenfalls bestenfalls vorbereitet sein und sich deshalb gerade defensiv darauf konzentrieren, Mariota in der Pocket zu halten. 8 Laufversuche gab es wieder einmal vom Titans-QB gegen die Chiefs. 46 Yards Raumgewinn erzielte er dabei und war damit eine wichtige Unterstützung für Henry im so wichtigen Laufspiel. Die Pats wollen dieses Element der Titans-Offense in jedem Fall verhindern und werden wohl keinen bestimmten Spieler für Mariota als Spy abstellen, sondern die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen.

Titans: Erneut muss Tennessee auf die Dienste von Murray verzichten und das Workload somit gänzlich in die Hände von Henry legen. Gegen die Patriots ist das Duell an der Line of Scrimmage von enormer Bedeutung. Die Pats haben hier im Laufe der Saison keinen guten Eindruck gemacht. Man muss auf diese Chance bauen und Mariota wie in der zweiten Halbzeit gegen KC spielen, nicht unkonstant, wie im Laufe der regulären Saison.

Defensiv sieht man eine Riesen-Lawine an zu verteidigenden Optionen auf sich zu kommen. Die Pats besetzen offensiv jede Ebene, ob es das Run-Game im Power-Format oder in der Schnelligkeit, das Passing-Game kurz oder Downfield ist. Brady findet die richtige Antwort und ist auch gegen Pressure resistent. Die Titans dürfen sich keine Fehler erlauben und können von Glück reden, wenn diese Patriots-Offense weniger als 3 Touchdowns erzielt.

Players to Watch:

Patriots: Rob Gronkowski. Wer Gronkowski verteidigen will, der muss sich etwas ganz besonderes einfallen lassen. Es scheint nicht so, als ob die Titans dazu in der Lage sind. Schon in der Vorwoche gab es mit einem der besten Tight Ends der Liga große Probleme. Eben jene, die sich erst gelichtet haben, als sich Travis Kelce kurz vor Ende der ersten Halbzeit verletzte. Gronkowski wird nochmal auf einer höheren Stufe performen und gerade in der Red Zone als wichtigste Anspielstation in Erscheinung treten.

Titans: Derrick Henry. Der Power Back der Titans spielte gerade in der zweiten Halbzeit im Arrowhead ganz stark. Das Running Game ist die wohl einzige Hoffnung, die Tennessee gemeinsam mit Play Action gegen die Patriots haben wird. Die Titans müssen Henry so häufig wie möglich laufen lassen und Extra-Yards wo es nur geht herausholen, um die eigene Defense vom Platz zu halten. Die Arbeit der Offensive Line ist hier ebenfalls von großer Bedeutung.

Darauf kommt es an:

Die Patriots werden und wollen wieder einmal mit offensiver Vielfalt begeistern. Brady wird einen hohen Anteil an kurzen Pässen, vor allen Dingen auf die Running Backs spielen. Die Offensive Line der Pats hat in diesem Jahr wieder gute Arbeit geleistet und Brady Zeit gegeben, wenn es nötig war. Gegen den Blitz ist er einer der besten. Defensiv gilt es die Flügel bei Ausflügen von Mariota zu verteidigen.

Die Titans hingegen haben offensiv nur die Run- und Play-Action-Option. Zwar haben den Pats auch in der Pass-Defense ein schlechtes Jahr hinter sich, den Titans fehlen bis auf Delanie Walker aber die Optionen. Er könnte gerade aus Play-Action-Plays eine Gefahr für New England darstellen. Defensiv hatte man gerade mit der Verteidigung von Tight Ends große Probleme. Gegen kein Team wurde die große Position lauf Football Outsiders so häufig in Szene gesetzt wie gegen Tennessee.

Prognose:

Seit 1993 haben die Titans kein Spiel mehr in Foxborough gewonnen. Diese Serie wird sehr wahrscheinlich aufrecht erhalten. Können die Titans ihre Probleme gegen Tight Ends, wie schon in der Vorwoche, nicht in den Griff bekommen, so könnte dies ein unschöner Abend werden. Selbiges gilt, falls man sich zu sehr darauf konzentriert, Gronkowski mit mehreren Leuten zu verteidigen. Auf der offensiven Seite ist man hingegen limitiert. Das Spiel geht eindeutig an die Pats. Tipp: 30:13 Patriots

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