NFL: Free Agency: Die offensiven Top-Free Agents

Die Free Agency startet am 14. März, ab dem heutigen Montag dürfen die Berater von Spielern mit auslaufendem Vertrag offiziell mit anderen Teams in Gespräche treten. Doch wer ist auf dem Markt? SPOX blickt nach dem defensiven Free-Agents-Ranking auf die besten Offense-Spieler, die zu haben sind. SPOX tickert die Free Agency ab dem 12. März die Woche über bis einschließlich Freitag live !

Die Free Agency startet am 14. März, ab dem heutigen Montag dürfen die Berater von Spielern mit auslaufendem Vertrag offiziell mit anderen Teams in Gespräche treten. Doch wer ist auf dem Markt? SPOX blickt nach dem defensiven Free-Agents-Ranking auf die besten Offense-Spieler, die zu haben sind. SPOX tickert die Free Agency ab dem 12. März die Woche über bis einschließlich Freitag live!

Seite 1: Die Plätze 10-6

Knapp die Liste verpasst:

Jimmy Graham, TE, Seattle Seahawks

Carlos Hyde, RB, San Francisco 49ers

Dion Lewis, RB, New England Patriots

Tyler Eifert, TE, Cincinnati Bengals

Martellus Bennett, TE, New England Patriots

Paul Richardson, WR, Seattle Seahawks

John Brown, WR, Arizona Cardinals

10. Sam Bradford, QB, Minnesota Vikings

Inzwischen ist fast ein wenig in Vergessenheit geraten, wie gut Bradfords 2016er Saison war. Mit permanentem Pressure hinter einer wackligen Line in der Offense von Norv Turner sowie der Systemumstellung mitten in der Saison durch Turners Abschied lieferte Bradford eine seiner besten NFL-Spielzeiten ab: Der inzwischen 30-Jährige zeigte seine enorme Passgenauigkeit, glänzte gegen Pressure und war einer der besten Deep-Ball-Passer der Saison.

Die Frage danach, warum das schon in Vergessenheit gerät, ist gleichzeitig die Erinnerung daran, warum Bradford überhaupt wieder auf dem Markt ist. Nach einem herausragenden Saisonstart gegen die Saints im Vorjahr setzte eine merkwürdige Knieverletzung - anfangs war gar nicht klar, dass er sich verletzt hat und wie lange er ausfallen würde - mehr oder weniger für den Rest des Jahres außer Gefecht.

Bradford gehört in puncto Talent in die Top-3 dieser Liste - die anhaltenden gesundheitlichen Probleme, die längst Überhand genommen haben, machen ihn zu einem Risiko. Wer sich Bradford in der Free Agency angelt, muss gleichzeitig in einen erfahrenen Backup investieren, weil er davon ausgehen muss, dass jener Backup früher oder später zum Einsatz kommt.

9. Justin Pugh, OG, New York Giants

Verletzungen begleiten Pughs Karriere, inklusive der vergangenen Saison: Eine Blessur am Rücken kostete ihn die letzten sieben Spiele 2017. Gleichzeitig aber gilt Pugh nicht nur abseits des Platzes als großartiger Leader, er ist auch, wenn er spielt, einer der bessern Guards der NFL.

Laut Pro Football Focus ließ Pugh zwischen 2015 und 2017 in 972 Snaps nur 39 Pressures zu, der viertniedrigste Wert für Guards über diesen Zeitraum. Mit Andrew Norwell gibt es eine bessere, aber auch ungleich teurere Version auf dem Markt. Wer nicht ganz so viel Geld in die Hand nehmen will, könnte mit Pugh einen Volltreffer landen.

8. Nate Solder, OT, New England Patriots

Tackle ist die mit Abstand dünnste Positionsgruppe dieser Free Agency und auch im Draft zumindest in der Spitze nicht gerade sonderlich gut besetzt - das alleine macht Solder wertvoll. New Englands Left Tackle steigerte und stabilisierte sich im Laufe der Saison merklich.

Solder ist ein verlässlicher Tackle, das ist viel wert; möglicherweise bis zu 13 Millionen Dollar im Jahr. Sollte das New England zu teuer werden, wird Solder bei mehreren Teams auf der Wunschliste ganz oben stehen.

7. Teddy Bridgewater, QB, Minnesota Vikings

Teddy Bridgewater ist die ultimative Wildcard dieser Free Agency - ein Spieler, der für die kommenden zehn Jahre der Franchise-Quarterback eines Teams sein, dessen Karriere aber effektiv in einem Jahr auch vorbei sein könnte. Zu ungewiss ist noch immer der Zustand seines Knies. Wer Bridgewater letztlich auch verpflichtet geht einerseits natürlich ein Risiko ein. Andererseits sollte es auch kein Team sein, das im Win-Now-Modus und sofort auf Bridgewater als produktiven Starter angewiesen ist.

Aber welche Art Quarterback ist Bridgewater eigentlich, sollte er tatsächlich wieder fit werden? Bridgewater ist ein sehr spielintelligenter QB, der Defenses vor und nach dem Snap lesen und sich sehr gut in der Pocket bewegen kann. Eine komplexe Offense - etwa eine Mischung aus West Coast mit Option-Routes - in der Bridgewater die Defense aus der Pocket mit schnellen Pässen sezieren darf, macht für ihn am meisten Sinn.

6. Case Keenum, QB, Minnesota Vikings

Der dritte Vikings-Quarterback im Bunde, der allerdings in einer anderen Situation ist. Sind es bei Bradford und Bridgewater die gesundheitlichen Bedenken, die ihren Markt beeinflussen, so ist es bei Keenum die Frage, ob er seine großartige Vorsaison auch in einem anderen Scheme unter anderen Bedingungen wiederholen kann - oder ob er doch primär von Pat Shurmurs Play-Designs sowie seinen Wide Receivern Stefon Diggs und Adam Thielen lebte.

Dennoch werden die Teams, die jetzt gewinnen wollen und ihren Kader abgesehen von der Quarterback-Position in einer Contender-Rolle sehen, Keenum in Erwägung ziehen, sofern sie Kirk Cousins nicht bekommen wollen. Auch wenn er nur eine Saison auf höchstem Level hatte, so scheint Keenum für die kommende Saison doch die "sicherste" Quarterback-Option zu sein. Zumindest einige der 2017 gezeigten Eigenschaften - Pocket-Movement und Verhalten gegen Pressure etwa - sollten auch auf andere Offenses übertragbar sein.

Seite 2: Die Plätze 5-1

5. Allen Robinson, WR, Jacksonville Jaguars

Robinsons Free Agency kommt zum denkbar ungünstigen Zeitpunkt. 2016 hatte er eine für seine Verhältnisse enttäuschende Saison, die 2017er Spielzeit verpasste er dann nahezu komplett mit einem Kreuzbandriss. Somit war seine letzte dominante Saison 2015, was für NFL-Verhältnisse einer gefühlten Ewigkeit gleichkommt.

Auf der anderen Seite ist Robinson der Wide Receiver, der nicht nur Blake Bortles hat gut aussehen lassen - im College gelang ihm das gleiche Kunststück mit niemand anderem als Christian Hackenberg. Robinson war zumindest 2015 einer der ligaweit besten Deep-Receiver. Robinson hat das Zeug, ein Top-10-Wide-Receiver zu sein und wäre auf einen Schlag bei zahlreichen Franchises der sofortige Nummer-1-Wideout - sofern Jacksonville ihn ziehen lässt.

4. Sammy Watkins, WR, Los Angeles Rams

Statistisch wirkt Watkins 2017er Saison wie eine Enttäuschung: Nur 39 Catches für 593 Yards und acht Touchdowns. Allerdings lohnt sich bei dem erst 24-Jährigen ein tieferer Blick: Rams-Quarterback Jared Goff hatte im Deep-Passing-Game signifikante Probleme, auf Tape sieht man zahlreiche Gelegenheiten, wo Watkins seinen Gegenspieler klar schlägt, der Pass aber schlicht (deutlich) außerhalb seiner Reichweite landet.

Watkins war so einerseits als Deep-Threat ein wichtiges Element in der Rams-Offense, die stark darauf baut, Receiver über das Scheme freizubekommen - dafür benötigt man Spieler wie Watkins, die defensive Aufmerksamkeit fordern. Andererseits wurden ihm auch Stats durch Goff gewissermaßen "geraubt". Watkins ist einer der besten Downfield-Receiver der Liga und seine Prime dürfte jetzt anfangen. Sollten die Rams, nachdem er nicht den Franchise Tag erhalten hat, ziehen lassen, wäre Watkins die attraktivste Receiver-Option auf dem Markt.

3. Andrew Norwell, OG, Carolina Panthers

Norwell hat sich die perfekte Saison für eine Leistungsexplosion ausgesucht. Nicht nur, weil sein Vertrag ausläuft - auch ist die Konkurrenz für die Offensive Line alles andere als besorgniserregend. Wer einen wirklichen Kracher für die eigene Line verpflichten will, der die Offense auf einen Schlag deutlich besser macht, kommt um Norwell kaum herum. Das bedeutet nicht, dass der 26-Jährige zuvor in seiner Karriere schlecht war - vielmehr war er stets äußerst solide und verlässlich.

Die 2017er Spielzeit sticht dann aber doch heraus: In 566 Pass-Block-Snaps ließ er keinen Sack, keinen QB-Hit und insgesamt lediglich 13 Hurries zu, phänomenale Statistiken. Ganze zwei Strafen erlaubte er sich zudem. Das Run-Blocking war bis zur vergangenen Saison ohnehin seine Stärke, hier ist Norwell nur schwer zu bezwingen und schlicht extrem verlässlich. In Zeiten, in denen Interior-Pressure eine immer größere Rolle einnimmt, ist gutes Guard-Play unabdingbar.

2. Drew Brees, QB, New Orleans Saints

Ähnlich wie Tom Brady zeigte Drew Brees in der vergangenen Saison, dass das Alter manchmal doch nur eine Zahl ist. Der 39-Jährige gehörte einmal mehr in die unumstrittene Quarterback-Elite, wenn auch in einer ergänzenderen Rolle als noch in den Jahren davor: Das starke Screen-Game in Kombination mit dem Run Game entlastete Brees enorm. Wenn die Saints ihren künftigen Hall of Famer brauchten, war er dennoch da und noch immer einer der akkuratesten Passer der gesamten Liga. Alles andere als ein Verbleib in New Orleans wäre nach wie vor überraschend.

Allerdings ist Brees' Situation nicht ganz so einfach wie die der anderen Free Agents auf dieser Liste. Sein Vertrag nämlich läuft nicht einfach aus, die theoretisch noch ausstehenden Vertragsjahre werden aufgehoben, das war von Anfang an strukturell so in den Kontrakt eingebaut. Das Endresultat ist gleich (der Vertrag endet), doch gelten damit andere Regeln was das Verhandlungsfenster angeht: Brees' Berater nämlich darf nicht schon am Montag mit anderen Teams Kontakt aufnehmen, das ist erst erlaubt, wenn das neue Liga-Jahr und damit auch die Free Agency offiziell am 14. März beginnt.

1. Kirk Cousins, QB, Washington Redskins

Natürlich ist der Franchise-Quarterback, der in diesem Alter eigentlich nie auf den Markt kommt, auf der Spitzenposition. Die vergangene Saison war isoliert betrachtet nicht seine beste NFL-Spielzeit, und doch dürfte sie Cousins' Aktien nochmals geholfen haben: Der 29-Jährige nämlich zeigte, dass er auch mit einer wackligeren Offensive Line, einem bestenfalls inkonstanten und von Verletzungen geplagten Receiving-Corps und mit Umbrüchen im Trainerstab noch immer überdurchschnittlich spielen kann.

Cousins ist einer der gefährlichsten und effizientesten Boot-Play-Action-Quarterbacks der Liga, ein akkurater Passer und kommt ohne jegliche Verletzungssorgen oder charakterliche Bedenken daher. Wo es ihn hinzieht wird äußerst spannend sein und den weiteren Quarterback-Markt sowie den Draft maßgeblich beeinflussen. Die große Frage letztlich lautet: Blickt Cousins vor allem auf das Geld? Dann wären die Jets wohl seine Wahl. Sollte er dagegen den Fokus auf sportliche Ambitionen richten, dürfte es ihn nach Minnesota ziehen.

Kirk Cousins' NFL-Statistiken:

Jahr Spiele (Starts) Pässe Completions Passing-Yards Passing-Touchdowns Interceptions
2012 3 (1) 48 33 466 4 3
2013 5 (3) 155 81 854 4 7
2014 6 (5) 204 126 1.710 10 9
2015 16 (16) 543 379 4.166 29 11
2016 16 (16) 606 406 4.917 25 12
2017 16 (16) 540 347 4.093 27 13

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