NFL-Check: Wie gut ist Brady wirklich?

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NFL-Check: Wie gut ist Brady wirklich?
NFL-Check: Wie gut ist Brady wirklich?

In der NFL geht es in die heiße Phase!

Die Regular Season ist vorbei und 14 Teams haben noch die Chance auf den Super Bowl LVI im SoFi Stadium in Kalifornien. Die Los Angeles Rams haben sogar die Chance auf ein Heimspiel im Super Bowl.

Die Los Angeles Chargers hingegen - die ihre Heimspiele ebenfalls im SoFi Stadium austragen - müssen sich mit der Zuschauerrolle begnügen.

Gelingt Tom Brady mit den Tampa Bay Buccaneers zum zweiten Mal der Sprung ins Finale oder marschieren die Green Bay Packers als NFC-Vertreter in den Super Bowl? Auch die Kansas City Chiefs um Superstar Patrick Mahomes zeigen sich nach ihrem schwachen Saisonstart wieder in Titelform. Oder macht ein Außenseiter das Rennen? (SERVICE: Alle Spiele und Ergebnisse)

SPORT1 präsentiert das Power Ranking zur Postseason.

14. Las Vegas Raiders

Die irre Saison nach dem Rassismus- und Sexismus-Aus ihres Trainers John Gruden und der Todesfahrt von Receiver Henry Ruggs haben die Raiders tatsächlich noch die Playoffs geschafft, sogar noch als Fünftplatzierter. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NFL)

Allerdings wird dort trotz eines vermeintlich machbaren Duells gegen die viertplatzierten Bengals Endstation sein. Cincinnatis Offense wird der mehr als löchrigen Defense der Raiders (Platz 26 von 32) ordentlich einschenken.

13. Philadelphia Eagles

Philly quetschte sich mit einer Bilanz von 9-8 gerade so in die Playoffs, weil besser besetzte Teams wie die Vikings (8-9), Saints (9-8) oder Seahawks (7-10) durch Verletzungen oder Unvermögen nicht genug Spiele gewannen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der NFL)

Quarterback Jalen Hurts ist gleichzeitig auch der beste Rusher der Eagles, was ihn zwar gefährlich macht, aber auch ein Problem aufzeigt: Durch die Luft geht wenig in Philly (Rang 25 bei den Pass-Yards). Auch die Defense (Rang 18) ist von 2018, als Philly den Super Bowl gewann, weit entfernt. Tom Brady wird sich mit Tampa in der ersten Playoffrunde an den Eagles rächen für seine Demütigung im Super Bowl LII.

12. Pittsburgh Steelers

Quarterback-Oldie Ben Roethlisberger müsste eigentlich schon in Rente sein und sagte es diese Woche selbst - eigentlich haben die Steelers in den Playoffs nichts zu suchen. Nur weil Raiders und Chargers am letzten Spieltag knapp nicht unentschieden spielten, stolperte Pittsburgh in die K.o.-Phase. (DATEN: Alle Tabellen der NFL)

Ob starke Receiver (JuJu Smith-Schuster kommt wohl zu den Playoffs zurück) oder defensive Playmaker mit Sack-Rekordhalter T.J Watt - die Steelers könnten überraschen. Aber „Big Ben“ ist nun mal 39 und nicht nur in Sachen Quarterback-Rating im unteren Drittel der NFL angekommen. Das reicht bei der intensiven Vorbereitung in den Playoffs einfach nicht. Gegen Kansas City schon gar nicht.

11. New England Patriots

Nach nur einem Jahr Pause ist der einstige Super-Bowl-Dauergast zurück in den Playoffs - sogar nur knapp hinter den Bills als Zweiter der AFC East, was allerdings mehr über die Schwächephasen Buffalos aussagt als über die Stärke der Patriots.

Sicher, Trainer-Legende Bill Belichick kennt jeden (legalen oder illegalen) Trick, gerade gegen die Bills - ein Team, gegen das New England jedes Jahr zweimal spielt. Die wieder einmal brutal gute Defense (nur die Bills ließen weniger Punkte zu) ist in den Playoffs ein Pfund. Trotzdem geht Rookie-QB Mac Jones in sein erstes Playoff-Spiel, das Receiver-Korps der Pats ist bei allen Stärken im Laufspiel eine zu große Schwachstelle.

10. Arizona Cardinals

Es gab einen Punkt in dieser Saison, da waren die Cardinals ein heißer Kandidat auf den Titel. Doch den 7:0-Start bezahlte Arizona teuer, verlor nacheinander seine Superstars J.J. Watt, Kyler Murray und DeAndre Hopkins durch Verletzung.

Top-Receiver Hopkins wird auch in der Wild-Card-Round gegen die Rams fehlen. Zwar helfen Tight End Zach Ertz und Top-Rusher James Conner (15 Touchdowns) durchaus, aber ohne seine beste Anspielstation kann auch Quarterback Murray nicht zaubern. Bitter, denn es wäre mehr drin gewesen für die Cardinals, zumal Watt für die Playoffs zurückerwartet wird.

9. San Francisco 49ers

Fast traditionell war die Saison der Niners geprägt von Verletzungen wichtiger Spieler, neben diversen Running Backs fehlte mit Tight End George Kittle auch der beste Spieler des Teams mehrere Wochen. Dafür trumpfte Receiver Deebo Samuel (1.405 Yards) auf.

San Francisco macht auf dem Papier nichts sonderlich gut (Offense Platz 13, Defense Platz 23), findet aber trotzdem Wege, seine Spiele zu gewinnen - auch weil Coach Kyle Shanahan ein offensives Genie ist und der Lauf (Platz 7 ligaweit) trotz Ausfällen eine echte Waffe ist. Auch die Defense kann mehr als die Zahlen sagen. Die Niners sind unangenehm zu spielen.

8. Cincinnati Bengals

Quarterback Joe Burrow spielte ein bärenstarkes zweites Jahr in der NFL und ist gemeinsam mit Rookie-Sensation Ja‘Marr Chase (1.455 Yards, 13 Touchdowns) einer der Hauptgründe, warum die Tiger aus Cincinnati in den Playoffs stehen.

Das spektakuläre Spiel der Bengals begeistert, könnte in den Playoffs gegen gute Teams aber schnell an seine Grenzen stoßen, denn die Leistungsträger sind jung und die Defense mittelprächtig (Platz 17). Das wird gegen die Raiders reichen, danach wird es schwierig. Macht aber nichts. Neben Burrow und Chase stehen auch Tee Higgins, Tyler Boyd und Joe Mixon noch relativ am Anfang ihrer Karriere, keiner ist älter als 25. Die Bengals haben die Chance auf eine goldene Zukunft.

7. Buffalo Bills

Buffalo ging lange durch die Saison, ohne wirklich zu überzeugen, gewann aber seine Spiele - auch, weil die Defense die beste der NFL ist. Das kann in den Playoffs ein enormer Faktor sein. Die Offense ist die drittbeste der Liga nach Punkten, auch dank Explosionen gegen die Texans (40:0) und der allgemein schwachen AFC.

Quarterback Josh Allen ist als Läufer und Werfer eine Gefahr. Während ein wirklich überzeugender Running Back fehlt, verfügen die Bills mit Stefon Diggs und Emmanuel Sanders über Receiver, die auch schon durch Playoff-Schlachten gestählt sind. Trotzdem ist die Offense gerne mal unkonstant, was zwar die verlässliche Defense ausgleichen kann - in den Playoffs aber trotzdem schnell zum Problem wird. Von Super Bowl bis schnellem K.o. ist bei den Bills alles drin.

6. Los Angeles Rams

L.A. gegen Arizona ist das Duell der gestrauchelten Titel-Kandidaten. Die Rams hatten erst mit Star-Verteidiger Von Miller und dann mit dem einstigen NFL-Posterboy Odell Beckham jr. heftig aufmunitioniert und die Weichen auf Super Bowl gestellt - nach dem OBJ-Coup riss sich allerdings Receiver Robert Woods direkt das Kreuzband, Saison-Aus.

Während Woods die Systeme im Schlaf kannte, musste Beckham sich erst einfügen. Die Offense um den bis dato herausragenden neuen Quarterback Matthew Stafford geriet ins Stocken. Zwischenzeitlich kassierten die Rams drei Pleiten am Stück, bevor sie wieder die Kurve bekamen (fünf Siege in den letzten sechs Spielen).

Receiver Cooper Kupp steht mit seinen unfassbaren Zahlen (fast 2.000 Yards, 16 Touchdowns) für die herausragenden Qualitäten der Offense, in der OBJ mehr und mehr in seine Rolle findet. Die Rams haben offensiv das Potenzial, mit jedem Team mitzuhalten, defensive gefährliche Playmaker wie QB-Jäger Aaron Donald oder Corner Jalen Ramsey, der gegnerische Stars abmelden kann. In der AFC wäre L.A. klarer Super-Bowl-Kandidat - in der brutal starken NFC könnte es in Runde 2 schon eng werden.

5. Dallas Cowboys

Keine Offense in der NFL war in der regulären Saison besser als die der Cowboys, in Sachen Defense (7.) ist Dallas ebenso Top Ten wie bei den Rush Yards (9.), obwohl Star-Running-Back Ezekiel Elliott alles andere als dominant spielt. Pass-Yards haben nur Bradys Bucs mehr geworfen. Starke defensive Playmaker sind mit Trevon Diggs (11 INT) und Micah Parsons (13 Sacks) ebenfalls am Start.

Vor allem offensiv hat Dallas mit Quarterback Dak Prescott ein irres Potenzial, in den letzten drei Saisonspielen schenkte man unter anderem Washington (56) und Philly (51) über 50 Punkte ein.

Warum die Cowboys nicht weiter oben stehen? Weil sie die Cowboys sind und Cowboy-Dinge tun. So wie diese Saison beispielsweise bei der Pleite gegen die Broncos (16:30). Das kann gerade gegen ein hervorragend gecoachtes Team wie die 49ers schon in der 1. Runde in die Hose gehen. Der Ausfall von Receiver Michael Gallup schmerzt ebenfalls.

4. Tennessee Titans

Das beste Team der AFC durfte sich zum Saisonende über gleich zwei super Nachrichten freuen: Als Top-Seed haben die Titans noch bis 22./23. Januar frei - und ihr Leistungsträger Derrick Henry, der beste Running Back der Liga, damit noch eine Woche länger Zeit, wieder richtig fit zu werden.

Nach seinem Fußbruch in Woche 8 ist er wieder da und wird von der zusätzlichen Erholung ebenso profitieren wie Neuzugang Julio Jones, der sich mit diversen Verletzungen durch die Saison schleppte, in Woche 18 aber seinen ersten Touchdown im neuen Trikot fing. Mit diesen beiden, Quarterback Ryan Tannehill und AJ Brown, dem besten Receiver, hat Tennessee alle Mann an Bord und könnte alle überraschen.

3. Kansas City Chiefs

Die Chiefs haben den Saisonstart komplett in den Sand gesetzt, standen nach sieben Spielen bei einer negativen Bilanz (3-4). Auch Superstar-QB Patrick Mahomes war nicht wiederzuerkennen. Doch dann hat der Champion von 2020 den Schalter umgelegt. Mit neun Siegen in zehn Spielen marschierte KC noch auf Platz 2 der AFC.

Die Chiefs haben mit Mahomes, Coach Andy Reid, Tight End Travis Kelce und Receiver Tyreek Hill immer noch die gleiche Top-Besetzung wie beim Super-Bowl-Sieg und wissen, wie es geht. Entscheidend wird sein, dass die mitunter wacklige Defense der explosiven Offense kein Bein stellt.

2. Tampa Bay Buccaneers

Top-Receiver Chris Godwin ist mit einem Kreuzbandriss raus, Antonio Brown nach seinem nächsten Eklat aus dem Team geflogen: Die letzten Wochen ließen die Hoffnungen auf den Super Bowl beim Titelverteidiger um Tom Brady nicht unbedingt wachsen - eigentlich.

Mit drei Siegen aus den letzten drei Saisonspielen gegen die, zugegeben schwachen, Panthers (2x) und Jets haben die Bucs aber vor den Playoffs noch einmal Fahrt aufgenommen. Sein Kumpel Rob Gronkowski und Star-Receiver Mike Evans geben Brady immer noch herausragende Anspielstationen, Running Back Leonard Fournette könnte schon zum Playoff-Auftakt gegen die Philadelphia Eagles zurückkehren.

Und wer will in den Playoffs wirklich gegen Brady wetten? Tampa mag dezimiert sein, solange TB12 und die Top-5-Defense am Start sind, ist ein Run bis in den Super Bowl immer drin.

1. Green Bay Packers

Es spricht viel dafür, dass der NFL-Titel schon im Championship-Game der NFC ausgespielt wird. Denn dort können Brady und die Buccaneers auf die Green Bay Packers von Aaron Rodgers treffen - und die Cheeseheads um den Deutschen Equanimeous St. Brown sind das Team, welches es zu schlagen gilt. Das 30:37 am letzten Spieltag gegen die Detroit Lions ist nur ein Schönheitsfehler.

Mit Siegesserien von fünf und sieben Spielen marschierten Rodgers und Co. zur besten Bilanz der Liga (gemeinsam mit den Bucs, die allerdings in der Conference eine Pleite zu viel kassierten). Green Bay konnte weder der Impf-Wirbel um Superstar Rodgers noch dessen gebrochener Zeh aufhalten. Stattdessen agiert der Quarterback mit 37 Touchdowns und gerade einmal vier Interceptions in der gesamten Saison auf absolutem MVP-Niveau.

Mit Davante Adams weiß Rodgers den aktuell wohl besten Receiver der Liga an seiner Seite, das Duo versteht sich seit Jahren blind, Running Back Aaron Jones ist nach seiner Knieverletzung rechtzeitig zu den Playoffs wieder da und darf sich dank Bye-Week in der ersten Playoffrunde sogar noch ausruhen, bevor Green Bay erst in der Divisional Round (22. und 23. Januar) eingreifen muss. Der Titel geht nur über Green Bay.

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