NFL: Championship Game Unit Ranking: Defense wins Championships - oder?

Die Championship Games stehen an! Während die Patriots zum siebten Mal in Serie unter den letzten vier Teams stehen, sind mit den Vikings , den Jaguars und den Eagles drei vergleichsweise neuere Gesichter dabei, die allesamt von ihren Defenses getragen werden. Doch welche Unit ist tatsächlich die Stärkste? Das SPOX -Ranking sorgt für Klarheit, beide Championship Games und den Super Bowl gibt es live mit Sprachauswahl auf DAZN zu sehen!

Die Championship Games stehen an! Während die Patriots zum siebten Mal in Serie unter den letzten vier Teams stehen, sind mit den Vikings, den Jaguars und den Eagles drei vergleichsweise neuere Gesichter dabei, die allesamt von ihren Defenses getragen werden. Doch welche Unit ist tatsächlich die Stärkste? Das SPOX-Ranking sorgt für Klarheit, beide Championship Games und den Super Bowl gibt es zu sehen!

Seite 1: Von Blake Bortles bis Case Keenum

8. Jacksonville Jaguars Offense

26,1 Punkte pro Spiel in der Regular Season. 45 Punkte gegen die Pittsburgh Steelers. Und trotzdem muss sich die beste Red-Zone-Offense der Regular Season mit dem achten Platz begnügen. Wie kann das sein? Jacksonvilles Rushing-Offense bringt zweifelsohne genug mit, um auch in den Playoffs und am Sonntag gegen die Patriots erfolgreich zu sein. Leonard Fournette gehört zu den aggressivsten Inside-Runnern der NFL, mit 4,3 Yards pro Run schafften die Jaguars es ins oberste Drittel der Liga. Doug Marrone und sein Coaching Staff haben es zudem tatsächlich geschafft, auch ein funktionierendes Passing Game darauf aufzubauen. Play-Action und klar definierte Reads nehmen Druck von Bortles' Schultern, haarsträubende Fehler werden so minimiert. Das Steelers-Spiel, in dem die Jaguars bei 56 (!) Prozent ihrer Pässe Play Action nutzten, und vor allem der Touchdown-Pass zu Tommy Bohanon brachten die Stärken dieser gut designten Offense zum Ausdruck.

Das Problem jedoch: Jeder - mittlerweile wahrscheinlich sogar auch die Steelers - weiß um die Ausrichtung dieser Offense: Inside Run Game, Play-Action, Vermeidung von Turnovern. Der Plan B dazu fehlt weitestgehend. Buffalo stellte im Wild Card Game aggressiv die Box zu und neutralisierte die Jags-Offense, mit Ausnahme einer Handvoll Play-Action-Passes sowie einiger improvisierter Quarterback-Runs, so komplett. Bortles könnte sich mit seinen Leistungen in dieser Saison tatsächlich zumindest ein weiteres Jahr in Jacksonville erspielt haben. Unterm Strich bleibt sein Spiel jedoch massiv inkonstant. Sobald er in klare Pass-Situationen gezwungen wird, drohen Katastrophen, wie beispielsweise die Spiele in Arizona oder Tennessee gezeigt haben. Solange Jacksonville seine Wundertüte under Center weiter im Scheme verstecken muss, wird es an der Defense liegen, die Jaguars zu Siegen zu führen.


7. Philadelphia Eagles Offense

In einem Paralleluniversum, in dem Carson Wentz ohne Schmerzen im Knie auf eine MVP-Trophäe hoffen kann, dürfte sich der Autor dieses Rankings gerade den Kopf darüber zerbrechen, wie weit oben er Philadelphias Offense darin einordnen kann. In der Realität sieht es allerdings anders aus. Auch die von Mastermind Doug Pederson entworfene Offense kann den Ausfall ihres Quarterbacks nur bedingt auffangen. Hoffnungen, nach denen Backup Nick Foles diese zumindest modifiziert fortführen könnte, bestätigten sich nicht. Foles bleibt ein fähiger Rhythm-Passer, das Downfield-Element - und damit eine große Stärke der Receiver Alshon Jeffery und Torrey Smith - scheint den Eagles mit ihm unter Center jedoch komplett abzugehen.

Die Qualität, dennoch eine fähige Offense auf den Rasen bringen zu können, haben die Eagles allerdings weiterhin. Angeführt von den All-Pros Jason Kelce und Lane Johnson verfügt Philly auch ohne Jason Peters über eine der athletischsten Offensive Lines der NFL. Sowohl das Running-Back- als auch das Receiving-Corps ist vielseitig besetzt, Run- und Screen-Game sind dementsprechend keine Grenzen gesetzt. Pre-Snap-Motion, Misdirection, Run Pass Option und Play Action heißen Pedersons Rezepte, um Foles über das Scheme Hilfe zu bieten. Hilfe, die dieser dringend benötigen wird. Eine ähnlich katastrophale Halbzeit wie gegen Atlanta wird sich Foles gegen die Vikings unter keinen Umständen erlauben dürfen.


6. New England Patriots Defense

Die Patriots-Defense hat eine echte Achterbahnfahrt hinter sich. Nach der Verpflichtung von Cornerback Stephon Gilmore sah so mancher Experte neben der Offense um Tom Brady bereits eine zweite dominante Unit in Foxboro. Über die ersten Woche gaben eine überforderte Front Seven sowie eine völlig konfuse Secondary allerdings ein gegenteiliges Bild ab. Dieses konnte Defensive Coordinator und Noch-nicht-offiziell-aber-irgendwie-doch-schon-fast-offiziell-Lions-Head-Coach Matt Patricia mittlerweile korrigieren.

New Englands Front Seven mag auf dem Papier nicht auf dem Level der anderen im Playoff-Rennen verbliebenen Units sein, doch Gap-Disziplin und sicheres Tackling haben nicht nur die größten Löcher in der porösen Run-Defense gestopft: Über die letzten elf Wochen der Regular Season ließ New England weniger Punkte als jedes andere Team der NFL zu. Die acht Sacks gegen eine starke Titans-O-Line verdeutlichen, dass die Patriots-Defense ihr Potenzial womöglich genau zum richtigen Zeitpunkt abrufen kann. Jacksonville darf sich auf eine bestens vorbereitete und disziplinierte Defense einstellen. "Bend but don't break" dürften Patricias Mantra und Erfolgsrezept für die Playoffs lauten - mehr wird angesichts der Offensiv-Power New Englands auch gar nicht erwartet.

5. Minnesota Vikings Offense

Kein Teddy Bridgewater. Kein Sam Bradford. Kein Problem? Trotz zahlreicher Ausfälle auf offensiven Schlüsselpositionen zählen die Vikings zu den besseren Offensive Units der NFL. Unabhängig vom weiteren Verlauf der Playoffs hat Offensive Coordinator Pat Shurmur Case Keenum wohl zu einem Haufen Kohle verholfen - und sich selbst zu einem Head-Coaching-Posten. Shurmur ist es gelungen, aus einer Run-heavy-Offense heraus eine der besten Pass-Attacken der Liga zu designen. Das eindeutige Prunkstück dabei: Adam Thielen und Stefon Diggs. Über 2.000 Receiving-Yards sowie zwölf Touchdowns gehen auf das Konto des wahrscheinlichen besten Receiving-Duos der NFL.


Die Vikings sind in der Folge äußerst schwer vom Feld zu kriegen: Kaum ein Team ist besser bei Third Downs, kaum ein Team verursacht weniger Turnover. Und dennoch gibt es auch in Minnesota Grund zur Sorge: Die Offensive Line wackelt spätestens seit dem Ausfall von Left Guard Nick Easton erheblich. Keenum musste gegen New Orleans immer wieder Bekanntschaft mit Cameron Jordan machen und hatte gegen Pressure, anders als noch während der Regular Season, große Probleme. Gegen die herausragende D-Line der Eagles darf sich das so nicht wiederholen - oder dem Quarterback droht ein Desaster.

Seite 2: Tom Brady gegen drei Elite-Defenses

4. Philadelphia Eagles Defense

Wenn Pressure das benötigte Mittel ist, um Keenum im NFC Championship Game Probleme zu bereiten, dürften die Eagles dem Matchup mit Vorfreude entgegen blicken. In der Regular Season verzeichnete die Defense von Jim Schwartz 295 Quarterback-Pressures - ligaweit mit Abstand die meisten. Die Folge: Gegnerische Offenses fanden über die ganze Saison wenig bis keinen Erfolg im vertikalen Passspiel. Philly darf sich mit Jacksonville und Minnesota somit um den Titel der besten Front Seven streiten - selbst ohne Superathlet Jordan Hicks.

Neben den Pro Bowlern Fletcher Cox und Brandon Graham ist es vor allem die Tiefe, die es den Eagles ermöglicht, das Duell an der Line of Scrimmage auch gegen den Run immer wieder zu dominieren. Diese Dominanz der eigenen Defensive Line erlaubte es den Eagles im Divisional Game praktisch ausnahmslos in ihrem bevorzugten Cover 3 zu bleiben. Gelingt ihnen das auch im weiteren Playoff-Verlauf, dürfte sich so mancher Quarterback auf einen unangenehmen Abend einstellen. Auch wenn die Secondary gegenüber der Konkurrenz aus Jacksonville und Minnesota etwas abfällt: Die 31 Takeaways in der Regular Season sind definitiv kein Zufallsprodukt.

3. Jacksonville Jaguars Defense

Die Jaguars kamen mit dem Ruf, eine der besten Defensive Units des Jahrtausends zu sein, ins Divisional Game - und ließen dort 42 Punkte zu. In diesem Fall trügt der Schein des Scoreboards jedoch. Auch gegen die Steelers war die Klasse in Jacksonvilles Defense nicht zu übersehen: Vier Turnover (zwei on Downs) und ein defensiver Touchdown sprechen eine deutliche Sprache und viele der Steelers-Punkte waren schlicht herausragende individuelle Plays gegen sehr gute Coverage. Was vor dem Wochenende galt, gilt also immer noch: Sacksonville ist auf allen defensiven Positionen top besetzt, auf mindestens vier sogar mit absoluten Elite-Spielern. Keine D-Line ist gefährlicher im Pass-Rush, kein Linebacker-Corps ist athletischer, kein Cornerback-Duo ist besser. Wagen die Jaguars mehr Man Coverage haben sie zumindest auf dem Papier alle Bausteine, um Tom Brady am Sonntag tatsächlich vor Probleme zu stellen.

Doch selbst Jacksonville weist Schwächen auf. Gegen Inside Runs ist das Team seit Saisonbeginn anfällig. Die Verpflichtung von Defensive Tackle Marcell Dareus half zwar, löste das Problem allerdings nicht komplett. Für Sorgenfalten sorgt zudem der Fuß von Tashaun Gipson. Nach seiner Verletzung gegen Pittsburgh droht der Free Safety zumindest das Championship Game zu verpassen. Es wäre der erste signifikante Ausfall der Jaguars-Defense in der gesamten Saison.

2. New England Patriots Offense

Während über die beste Defense unter den verbleibenden Teams im Playoff-Rennen sicher gestritten werden kann, dürfte über die beste Offense Einigkeit herrschen. Der beste Quarterback, die größte Matchup-Waffe sowie das womöglich beste Receiving-Arsenal werden am Sonntag alle blau und weiß tragen. Die Patriots-Offense verfügt über die Qualität, um ihr eigenes Spiel ganz auf den Gegner ausrichten zu können. Die Titans sezierte Brady mit schnellen Pässen und horizontalen Routes über die Mitte, im Matchup mit den Jaguars dürfte New England wieder mehr auf den Run sowie ein vertikales Passing-Game zurückgreifen.

Auch in diesem Jahr gilt (Interior) Pressure mal wieder als das einzige Mittel, um Brady beizukommen. Angesichts der brutal gut besetzten Defensive Lines die Brady in den verbleibenden Spielen erwarten, sowie den Problemen in der eigenen Offensive Line, könnte dieser hier tatsächlich in Bredouille geraten. Und dennoch bleibt der Hoffnungsschimmer der Konkurrenz ein kleiner. Mit einem irrwitzigen Passer Rating von 99,6 war Brady auch gegen Pressure der mit Abstand beste Quarterback der Regular Season. Und als wäre das noch nicht genug: Mit 4,7 Yards pro Run stellten die Patriots obendrein auch noch die zweiteffektivste Rushing-Offense.

1. Minnesota Vikings Defense

Die Defense der Jaguars zählt zu den stärksten der letzten 20 Jahre. Für die Offense der Patriots gilt ähnliches. Und dennoch hat Minnesota am Ende hauchdünn die Nase vorn. Denn: Wenn Jacksonville über die aggressivste und athletischste Defense der Liga verfügt, dann sind die Vikings die disziplinierteste. Mike Zimmer hat mit jahrelanger Entwicklung eine Unit auf den Rasen gezaubert, die nicht viele Sacks oder Turnover braucht, um historisch gut zu sein. Angeführt von Defensive-Player-of-the-Year-Kandidat Harrison Smith ist die Defense bis in kleinste Detail aufeinander abgestimmt.

Ob Yards after Catch, Punkte pro Spiel, Red Zone Efficiency oder ihre unglaubliche Third-Down-Effizienz von 25 Prozent (Denver kommt als zweitbeste Third-Down-Defense auf über 31 Prozent) - Minnesota ist in nahezu allen defensiven Kategorien an der Ligaspitze zu finden. Anders als bei Jacksonville lässt sich bei den Vikings also tatsächlich kaum eine echte Schwäche ausmachen. Defense wins Championships? Sollte der Satz tatsächlich wahr sein, dürften wir Minnesota in einem Monat im Ausnahmezustand erleben.

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