NFL: #1 One-Man-Show vs. #1 All-Around-Game?

Im Sunday Night Game von Week 13 kommt es in Seattle zum Duell zweier Teams mit eindeutigen Playoff-Ambitionen, aber auch zum Duell zweier Quarterbacks, die sich ernsthafte Chancen im Rennen um den MVP-Award ausrechnen können. Während Russell Wilson hinter einer fragilen Offensive Line der Seahawks 7-4 zaubert, zählt Carson Wentz bei den brandheißen Philadelphia Eagles 10-1 schon im zweiten Jahr zum Besten, was die Liga auf der Playcaller-Position bieten kann. Das Duell gibt es am Montag ab 2.25 Uhr live auf DAZN .

Im Sunday Night Game von Week 13 kommt es in Seattle zum Duell zweier Teams mit eindeutigen Playoff-Ambitionen, aber auch zum Duell zweier Quarterbacks, die sich ernsthafte Chancen im Rennen um den MVP-Award ausrechnen können. Während Russell Wilson hinter einer fragilen Offensive Line der Seahawks 7-4 zaubert, zählt Carson Wentz bei den brandheißen Philadelphia Eagles 10-1 schon im zweiten Jahr zum Besten, was die Liga auf der Playcaller-Position bieten kann. Das Duell gibt es am .

Eine O-Line, die schon über das gesamte Jahr erschreckenden Druck auf seinen Quarterback zulässt. Eine Offense, die nahezu gänzlich ohne Produktion aus dem Running Game auskommen muss. Dazu kommen die erschütternden Verletzungen defensiver Superstars wie Richard Sherman, Kam Chancellor oder Cliff Avril. Und dennoch will die Seahawks im Playoff-Rennen niemand so wirklich abschreiben.

Der Dank dafür gebührt einmal mehr Wilson, dessen Escape-Fähigkeiten Plays am Leben halten, wie es kaum ein anderer schafft. Trotz dem kontinuierlichen Zusammenbrechen der Line legt Wilson beispielsweise Top-Quarterback-Ratings gegen den Blitz (101,5 - fünftbester Wert) und außerhalb der Pocket (93,0 - 7.) auf. Zudem ist er auch noch der erfolgreichste Läufer im Team der Hawks.

Seattles Run Game ist eines der ineffektivsten der Liga. Der Running Back spürt in 27 Prozent aller Laufspielzüge schon vor oder an der Line of Scrimmage gegnerischen Kontakt. Nur drei Teams sind hier anfälliger. Wilsons Pässe oder Läufe sind für 3.430 Yards der 3.994 Yards Seattles Offense in dieser Saison verantwortlich. Dies sind bemerkenswerte 85,9 Prozent und bei Bestehenbleiben ein absoluter Höchstwert seit Beginn der Super-Bowl-Ära.

Russell Wilson spielt die beste Saison seiner Karriere

"Ich weiß nicht, ob man im Hinblick auf die Zahlen noch mehr leisten kann", äußerte sich Pete Carroll unter der Woche. "Er spielt eine fantastische Saison und ihm gelingen wunderbare Dinge. Es ist toll, ihn gesund zu sehen. Man kann den Unterschied zu den Vorjahren klar erkennen."

Schon in eben jenen Vorjahren nahm Wilson ligaweit überdurchschnittliche Anteile der Offense selbst in die Hand. In diesem Jahr allerdings ist er neben der gestiegenen Verantwortung im Laufspiel auch noch auf bestem Wege, Karriere-Höchstwerte in den Kategorien Passing Yards, Completions und Passversuchen aufzulegen. Kein Wunder, dass er zum engeren Favoriten-Kreis für den MVP-Award gehört.

"Man setzt sich immer individuelle Ziele", erklärt Wilson. "Wenn man nicht der Beste sein will, für was ist man dann hier? Auf meiner Position muss man seine zehn Mitspieler besser aussehen lassen und darum kümmere ich mich jedes Mal, wenn ich auf den Platz trete."

Mychal Kendricks: Der Wilson-Verantwortliche

Wenn es für Wilson am Sonntag auf den Platz geht, so sieht er sich mit einer Top-4-Passverteidigung und einer Top-3-Laufverteidigung konfrontiert. Die Eagles lassen ein Passer Rating von 74,0 zu, nur die Jaguars und die Ravens sind hier besser. Brandon Graham und Fletcher Cox werden Wilson das Leben in der Pocket schwer machen. Gegen den Lauf soll hingegen ein eigener Spion die Antwort sein.

Wenige Linebacker in der Liga sind nämlich mit derart athletischen Fähigkeiten ausgestattet, Wilson zu Boden zu bringen, wie Mychal Kendricks. Im zweiten Jahr des Defensive Schemes von Jim Schwartz findet er sich weitaus besser zu Recht als noch im letzten und erhält mehr und mehr Snaps. Gegen die Seahawks wird Kendricks wohl sehr hohe Verantwortung zugeschrieben, nämlich die, Wilson von Scrambles abzuhalten.

Ohne großartige Waffen im Screen-Game der Seahawks kann er sich zum Großteil auf die gegnerische Nummer 3 konzentrieren. Kendricks wird das nötige Fingerspitzengefühl unter Beweis stellen müssen, Wilson bei den Escapes zu attackieren oder in der Zone zu bleiben. Gelingt es ihm, den Quarterback hinter der Line of Scrimmage zu halten, so bleibt Seattles einzige Hoffnung seine Receiver.

Auf Wilsons Spuren: Carson Wentz spielt große zweite Saison

Anders sieht die Situation da bei den Eagles aus, wenn auch nicht auf der Quarterback-Position. Denn wo die Eagles eines der potentesten Running Games der Liga haben, in dem sowohl Power Backs wie LaGarrette Blount und Jay Ajayi als auch die wendigen Wendell Smallwood und Corey Clement tragende Rollen einnehmen, so weist Wentz in seinem Spiel ähnliche Elemente wie Wilson auf.

Der Eagles-QB schafft es ebenfalls, Pässe aus der Bewegung heraus an den Mann zu bringen und das sogar bei einem besseren Rating als Wilson (111,3). Bekommt er Zeit, so ist auch Wentz in der Lage, mit seinen Beinen eine große Distanz hinter sich zu lassen. Was aber neben all dem am meisten beeindruckt, ist die Ruhe, mit der Wentz nach einem durchwachsenen ersten Jahr die Fäden in Philly zieht.

"Ich denke, dass er mit der Herausforderung, die ihm hier gestellt wird, sehr gut umgeht", beobachtet Pete Carroll seinen bevorstehenden Gegner. "Er verfügt mit seiner Leadership, der nötigen Härte und Aufmerksamkeit alle Elemente, um ein großartiger Spieler zu sein." Und Carroll weiß, von was er redet. Er selbst hat einen Quarterback geformt, der schon im zweiten Jahr den Super Bowl gewonnen hat.

Legion of ... Bobby?

Ohne seine besten Defensive Backs wird die Aufgabe gegen eine gänzlich funktionierende Offense eine enorm große. Die Abstinenz von Sherman hat sich in den letzten beiden Spielen bemerkbar gemacht. Seattle spielte hier in 63 Prozent der Fälle in der Zonen-Verteidigung und nur in 14 Prozent der Fälle blitzte man. Ungewöhnlich niedrige Zahlen.

Noch größere Verantwortung gibt es deshalb für Bobby Wagner. Der Seahawks-Linebacker könnte ähnlich wie Kendricks auf Seiten der Eagles als Quarterback-Spion zum Einsatz kommen und versuchen, Scrambles des gegnerischen Playcallers zu minimieren. Seattles Front Seven gehört immer noch zum Besten der Liga. Wagner und Co. stellen die Eagles hier vor die größte Herausforderung, der die Männer aus Philly in dieser Saison bisher gegenüber standen.

Seahawks vs. Eagles - Preview im Kurzformat

Seattle Seahawks (7-4) - Philadelphia Eagles (10-1) (Mo., ab 2.25 Uhr )

  • Als die Eagles und die Hawks in Week 11 der Vorsaison aufeinander trafen, hatte die Partie eine große Auswirkung auf den weiteren Verlauf der Saison. Die Seahawks setzten sich in einer engen Partie durch und leiteten eine 5-Spiele-Niederlagen-Serie des Gegners, der davor bei 5-4 stand, ein. Die Eagles standen vor einem großen Umbruch in der Offseason.
  • Die Offensive Line der Eagles performt derzeit in großem Stil. Obwohl man sich zuletzt mit der Liga-Elite des Pass Rushes in Von Miller, DeMarcus Lawrence und Akiem Hicks messen musste, erlaubte man im November lediglich zwei Sacks. Philly ist innerhalb der letzten drei Wochen außerdem für starke 588 Yards gelaufen.
  • Nicht nur die erwähnten 85,9 Prozent Anteile an Seattles Offense sind ein historischer Wert. Auch im Hinblick auf die Touchdowns legt Wilson am liebsten selbst Hand an. Der QB lief für drei der vier Rushing-Touchdowns Seattles selbst. Sein Name fehlt somit nur bei einem der 27 offensiven Touchdowns der Seahawks. Die 96,3 Prozent der Anteile sind hier ebenfalls Höchstwert in der Super-Bowl-Ära.
  • Die Seahawks scheinen es endlich zu verstehen, Jimmy Graham richtig einzusetzen. Der Tight End ist eine Red-Zone-Waffe und hat in dieser Saison acht Touchdowns erzielt. Alle acht sind in der Red Zone zustande gekommen. Sieben davon innerhalb der 10-Yard-Linie.
  • Eine der beeindruckendsten Statistiken der Seahawks ist wohl, dass sie es immer wieder schaffen, sich in Ausgangslagen bringen, in welchen sie Spiele noch gewinnen können. In 113 ihrer letzten 115 Spielen haben sie im vierten Viertel entweder geführt oder waren maximal mit einem Score in Rückstand. Ein Team, das sich einfach nicht abschütteln lässt.
  • Als erstes Team seit fünf Jahren sehen die Buchmacher eine Gastmannschaft in Seattle als Favorit. Damals spielten die Patriots in Wilsons Rookie-Jahr 2012 im Century Link Field. Vegas sieht die Eagles als 6-Punkt-Favorit.

Das SPOX-NFL-Tippspiel, Week 13:

Florian Regelmann Adrian Franke Marcus Blumberg

Pascal

De Marco

Redskins @Cowboys Cowboys Redskins Redskins Redskins
Vikings @Falcons Falcons Vikings Falcons Vikings
Texans @Titans Titans Titans Titans Titans
Chiefs @Jets Chiefs Jets Jets Jets
Broncos @Dolphins Broncos Broncos Dolphins Broncos
Colts @Jaguars Jaguars Jaguars Jaguars Jaguars
Buccaneers @Packers Packers Packers Packers Packers
Lions @Ravens Ravens Lions Ravens Lions
Patriots @Bills Patriots Patriots Patriots Patriots
49ers @Bears Bears 49ers 49ers Bears
Browns @Chargers Chargers Chargers Chargers Chargers
Giants @Raiders Raiders Raiders Raiders Raiders
Panthers @Saints Saints Saints Saints Saints
Rams @Cardinals Rams Cardinals Rams Rams
Eagles @Seahawks Eagles Eagles Eagles Eagles
Steelers @Bengals Steelers Steelers Steelers Steelers
Week 12 11-5 13-3 14-2 13-3
Insgesamt
116-60

114-62

116-60 112-64

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