Next.e.GO Mobile plant Börsengang in den nächsten 12 Monaten

·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Der deutsche Elektroautohersteller Next.e.Go Mobile SE will an die Börse gehen. In Frage kommen eine Notierung über einen Börsenmantel oder ein IPO, wobei das Unternehmen eine Bewertung von bis zu 2 Milliarden Euro erwartet.

Der Plan des Startups, welches letztes Jahr ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchgeführt hatte, soll innerhalb der nächsten 12 Monate umgesetzt werden, sagte Ali Vezvaei, der Vorsitzende des Verwaltungsrats.

“Beides hat seine Vorteile und wir prüfen unsere Optionen”, sagte Vezvaei in einem Interview.

E.Go hat seine Fabrik in Aachen erst letzte Woche wieder in Betrieb genommen, nachdem die niederländische Private-Equity-Firma ND Industrial Investments B.V. sie letztes Jahr aus einem Insolvenzverfahren gehievt hatte.

Der Autohersteller baut einen batteriebetriebenen Kleinwagen, der etwa halb so viel wie das Model 3 von Tesla Inc. kosten wird und will in Zukunft auch größere und sportlichere Modelle anbieten. In den nächsten fünf Jahren will man laut Vezvaei insgesamt 300.000 Fahrzeuge produzieren.

Gemessen an anderen Unternehmen für batterieelektrische Fahrzeuge, die noch nicht produzieren, könnte E.Go - das bereits Autos baut - mit 1,5 Milliarden Euro bis 2 Milliarden Euro bewertet werden, so Vezvaei.

Das aktuelle Modell von E.Go, der 3,35 Meter kurze “Life”, hat eine Reichweite von 125 Kilometern und ist 122 km/h schnell. Er kostet 26.560 Euro, was durch Nutzung von staatlichen Anreizen und Förderungen auf 16.990 Euro gedrückt werden kann. An einer Haushaltssteckdose kann das Fahrzeug in 9 1/2 Stunden zu 95% aufgeladen werden, mit einem Typ 2-Ladekabel in knapp 6 Stunden.

Börsengänge von Elektro-Autoherstellern über Börsenmäntel - auch Special Purpose Acquisition Companies oder Spacs genannt - standen zuletzt unter einem schlechten Stern; die Börsenneulinge haben zum Teil Milliarden an Wert verloren. Hinzu kommt die zuletzt verstärkte Aktivität etablierter Automobilhersteller von Volkswagen AG bis Stellantis NV. Gleichwohl bleiben Spacs ein beliebtes Vehikel für den Sektor.

Elektroautohersteller Polestar beispielsweise, kontrolliert von Volvo Car AB und seinem Eigentümer Zhejiang Geely Holding Group Co., ist derzeit in Gesprächen über einen Börsengang durch eine Fusion mit einem Börsenmantel, berichtete Bloomberg am Donnerstag. Eine Transaktion könnte das kombinierte Unternehmen mit rund 25 Milliarden Dollar bewerten.

Die Mittel aus einem Börsengang will E.Go in die Entwicklung von Fahrzeugen und das Produktionsnetzwerk stecken. Zusätzlich zu seiner Aachener Produktionsstätte hat E.Go Vereinbarungen zum Bau von Fabriken in Griechenland und Mexiko unterzeichnet und will nächste Woche einen dritten europäischen Standort vorstellen. Das Unternehmen befindet sich in ersten Gesprächen über den Bau von zwei Werken in Asien, so Vezvaei.

Produktionsstillstände in der ersten Welle der Coronavirus-Pandemie hatten das Unternehmen letztes Jahr in die Insolvenz getrieben. ND Industrial Investments, ein in Eindhoven ansässiges Private-Equity-Unternehmen mit Beteiligungen im Logistik-, Transport- und Energiesektor, wurde im vergangenen Jahr Mehrheitsaktionär und brachte ein neues Managementteam an Bord.

Zuvor leitete der Universitätsprofessor Günther Schuh das Unternehmen, der auch die elektrischen StreetScooter-Lieferwagen für die Deutsche Post AG mitentwickelt hatte.

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