New Yorks Ex-Bürgermeister Bloomberg zahlt US-Klimaverpflichtung aus eigener Tasche

Trump hat 2017 dem Pariser Klimaabkommen den Rücken gekehrt. Nun gleicht Michael Bloomberg für die USA die fehlenden 4,5 Millionen US-Dollar aus.

Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg will die Abkehr vom Pariser Klimaabkommens nicht hinnehmen. In einem Interview mit dem Sender CBS verkündete er, privat für die Verpflichtungen seines Landes einzuspringen. Er plant dem Green Climate Fund, der Organisation hinter dem Klimaabkommen der 195 Staaten, einen Check in Höhe von 4,5 Millionen auszustellen.

„Amerika hat sich verpflichtet. Und wenn die Amerikanische Regierung ihre Verantwortung nicht übernimmt, müssen wir Amerikaner das tun. Ich bin hierzu in der Lage und werde das Geld statt der Regierung überweisen“, sagte Bloomberg, der selbst Republikaner aber ein Gegner von US-Präsident Donald Trump ist. Er warnte zudem: „Was wir gerade tun, ist gefährlich. Würde jeder Mensch das Richtige tun, würden wir letztlich alle davon profitieren.“

Vergangenes Jahr hatte Donald Trump die Verpflichtungen des Pariser Abkommens aufgekündigt. Er begründete die Entscheidung damit, dass der Vertrag zu viele Arbeitsplätze in der heimischen Industrie gefährden würde. Laut Ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) ist diese Aussage jedoch höchst zweifelhaft. Die Studie auf die sich Trump bezogen hat sei tendenziös und stamme von der US-Handelskammer und dem American Council for Capital Formation, die eine aktive Klimaschutzpolitik ablehnen.


„Die Verfasser der Studie geben selbst zu, weder die positiven Wirkungen von Innovationen im Bereich erneuerbare Energien noch den (wirtschaftlichen) Nutzen durch Minderung des Klimawandels (und damit unter anderem die Verhinderung wirtschaftlich desaströser Naturkatastrophen) einbezogen zu haben,“ heißt es in einem Faktencheck des BMU. Demnach wurden bei der Untersuchung lediglich mögliche Verluste an Arbeitsplätzen in den alten Industrien beleuchtet und der Jobmotor erneuerbare Energien und Effizienztechnologen völlig ausgeklammert.

Nach Trumps Entscheidung engagierte sich Michael Bloomberg verstärkt für den Klimaschutz. Während des jährlichen Treffens der US-Bürgermeister organisierte er einen Widerstand gegen den US-Präsidenten. Die Bürgermeister verpflichteten sich zu mehr Umweltschutz und einer Reduktion von CO2.

Noch sei Bloomberg optimistisch, dass Trump seine Meinung zum Umweltschutz ändere. „ Man weiß, dass er auch seine Meinung ändern kann. Wenn er das tut, sollte er auch zugeben, dass es ein massives Problem gibt. Und die USA sind ein Teil der Ursache. Also können wir auch ein Teil der Lösung sein. Und wir sollten hingehen und ein mögliches Disaster verhindern.“

Nach der letzten offiziellen Berichterstattung an die Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention (UNFCCC) lag die US-amerikanische Klimafinanzierung im Jahr 2014 bei 5,1 Milliarden US-Dollar. Damit sind die USA in absoluten Zahlen zweitgrößter Geber nach Japan, Deutschland ist drittgrößter Geber.

Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt per Kopf liegen die USA bei der Klimafinanzierung damit unter den fünf größten Gebern bei der internationalen Klimafinanzierung allerdings an letzter Stelle.