New Yorker U-Bahn soll mit millardenschweren Investitionen modernisiert werden

5,6 Millionen Menschen täglich in der New Yorker U-Bahn

Wegen veralteter Technik, chronischen Verspätungen und hoffnungslos überfüllten Zügen steht die New Yorker U-Bahn ständig kurz vor dem Infarkt. Abhilfe schaffen soll nun ein milliardenschweres Investitionsprogramm, mit dem die 113 Jahre alte U-Bahn in der US-Ostküstenmetropole modernisiert werden soll.

Ein Rettungsplan sieht 836 Millionen Dollar (knapp 720 Millionen Euro) für die besonders dringende Reparatur von Signalen und Gleisen vor, wie der Chef der Metropolitan Transport Authority (MTA), Joseph Lhota, am Dienstag (Ortszeit) erklärte. Rund 1300 defekte Signale sollen repariert werden, die für zahlreiche Verspätungen sorgen. Etwa 40 Prozent der Signale in der New Yorker U-Bahn sind mehr als 50 Jahre alt.

Zudem will die MTA mehr geschweißte Langgleise einsetzen, also ohne Dehnfugen - auch davon erhoffen sich die Verkehrsbetriebe weniger Unfälle. Auf mindestens zwei Linien sollen die Sitze aus den Bahnen herausgerissen werden, damit mehr Passagiere befördert werden können. Mit demselben Ziel sollen an einige Züge zusätzliche Waggons gehängt werden.

Eine verstärkte Polizeipräsenz in der U-Bahn soll schließlich gegen sexuelle Belästigung sowie gegen Betteln, Randalieren und Vermüllung helfen. Auf lange Sicht will die MTA, die im vergangenen Jahr täglich rund 5,6 Millionen Fahrgäste beförderte, ein Modernisierungsprogramm in Höhe von rund acht Milliarden Dollar auflegen.

Die New Yorker U-Bahn befinde sich in einer "Notlage", räumte Lhota ein. Das Verkehrssystem, das mit mehr als 1000 Kilometern Gleisstrecke zu den größten der Welt zählt, werde "zweifellos" den Erwartungen seiner Kunden nicht gerecht. Ausdruck der Misere waren jüngst zwei Fälle, als im Juni und im Juli Waggons entgleisten. Dabei hatten die Passagiere noch Glück im Unglück, da niemand schwer verletzt wurde.

Bei der Bewältigung der Krise streiten der Gouverneur des Bundesstaates New York und die Stadtverwaltung um die Finanzierung der Modernisierungsarbeiten: Noch am Sonntag ließ Bürgermeister Bill de Blasio verlauten, die Stadt werde sich nicht an einem Notfallplan für die U-Bahn beteiligen. Lhota rief Bundesstaat und Stadtverwaltung nun auf, sich die Kosten zu teilen.