Die „New York Times“ und der falsche Steinmeier


Die gescheiterten Regierungssondierungen zwischen Union, FDP und Grünen haben am Montag nicht nur Deutschland beschäftigt. Auch internationale Medien berichteten über die bevorstehende Ungewissheit über die politische Führung in der Bundesrepublik. Die US-Zeitung „New York Times“ widmete dem Aus für Jamaika sogar das traditionell einzige Bild auf ihrer Titelseite. Neben der Überschrift „Merkel in der Krise“ ist die Kanzlerin zu sehen, wie sie nach dem Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Schloss Bellevue in Berlin verlässt. Daneben laut der Bildunterschrift der New York Times: Frank-Walter Steinmeier. Nur ist er das nicht.

Neben Merkel verlässt Stefan Steinlein, Chef des Bundespräsidialamtes, auf dem Foto die Treppen der präsidialen Residenz. Eigentlich ist die amerikanische Tageszeitung für ihre Professionalität bekannt, Fehler unterlaufen ihr selten. Hier könnte der Ursprung allerdings auch bei der missverständlichen Bildunterschrift der Agentur AP liegen.


Die titelte zu dem Foto wörtlich nämlich Folgendes: „German Chancellor Angela Merkel, left, leaves Bellevue Palace after a meeting with German President Frank-Walter Steinmeier in Berlin“, zu Deutsch: „Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, links, verlässt das Schloss Bellevue nach einem Treffen mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in Berlin.“


Das nächste Mal sollten die Kollegen aber vielleicht trotzdem genau hingucken. Dann muss der Washington-Korrespondent der Berliner Zeitung auch nicht via Twitter auf einen solch gravierenden Fehler hinweisen. Immerhin war Steinmeier bis vor kurzem auch Außenminister, sein Gesicht sollte vielen Amerikanern also bekannt sein.