New Work? Nichts für Wolfgang Grupp. Warum der Trigema-Chef nichts von Duzen und freier Zeiteinteilung hält

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Wolfgang Grupp, Inhaber und Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema.
Wolfgang Grupp, Inhaber und Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema.

Spätestens seit dem Ausbruch des Coronavirus und der damit einhergegangenen Veränderung des Arbeitsalltags ist ein deutlicher Wandel in der deutschen Unternehmenskultur spürbar. Home Office und virtuelle Besprechungen verändern nicht nur das soziale Miteinander, sondern können auch Raum für flexiblere Arbeitszeiten bieten.

Wolfgang Grupp, Inhaber und Geschäftsführer des Textilunternehmens Trigema, steht diesem Wandel skeptisch gegenüber. In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus Online“ zu Führung und Leistung sprach sich der deutsche Unternehmer gegen innovative Arbeitskonzepte wie flexible Zeiteinteilung aus. Für Grupp würden damit falsche Signale an die Mitarbeiter gesendet und dem Privatleben scheinbar ein zu hoher Stellenwert eingeräumt. Er erwarte jedoch, dass bei seinen Angestellten Arbeit und erbrachte Leistung an erster Stelle stehen.

Hohe Erwartungshaltung an sich selbst und die Angestellten

Diese Erwartungshaltung spiegelt sich auch in der Kommunikation wider. Wie Grupp in dem Interview betonte, lehne er das Duzen ab, da ein respektvoller Umgang wichtig sei und er nur so im Gegenzug „Anstand und Leistung“ erwarten könne.

Ebenso könne sich Grupp keine reduzierte Führung des Unternehmens vorstellen und erwarte von sich selbst und seinen Angestellten vollen Einsatz. Wie er in dem Interview erklärte, habe er den Anspruch, immer präsent und für Feedback seitens seiner Mitarbeiter verfügbar zu sein. Diese wiederum würden sich ebenso für das Unternehmen einsetzen, „weil sie gebraucht werden und sich dessen auch bewusst sind“.

Grupp betonte gegenüber „Focus Online“, dass ein gutes Miteinander im Kollegium wichtig sei, um den Erfolg des Unternehmens sicherzustellen. Seien die Angestellten zufrieden, spiegele sich das in deren Leistung und Werdegang des Unternehmens wider.

Es muss meinen Mitarbeitern gutgehen, damit es mir gutgeht

Im Gegenzug sei er sich für nichts zu schade, um seine Angestellten zu beschäftigen. Dafür sei es unabdingbar, auf die Gegebenheiten des Marktes zu reagieren und Flexibilität zu zeigen.

Flexibilität sieht der Unternehmer vor allem bei Veränderungen der wirtschaftlichen Situation als notwendig an. Es sei wichtig, einen Wandel rechtzeitig zu erkennen und zu vollziehen, um als Unternehmen erfolgreich zu bleiben. Nur aufgrund dessen habe sein Unternehmen vor Jahren einen eigenen Online-Versandhandel eingerichtet und somit nun die Coronavirus-Krise gut überstanden, wie Grupp gegenüber „Focus Online“ erklärte.

Dieser Artikel erschien bei Business Insider bereits im Juni 2020. Er wurde nun erneut geprüft und aktualisiert.

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