Verspätetes Traumdebüt: Alario lässt Bayer aufleben

Begleitet von Standing Ovations verließ Lucas Alario in der Schlussphase lächelnd den Platz, gleich nach Spielende gab es dann nicht nur von Rudi Völler eine Umarmung für Bayer Leverkusens 19-Millionen-Mann.

Beim erfolgreichen Debüt des Argentiniers hatte die Werkself durch ein 3:0 (2:0) gegen den Hamburger SV den anvisierten Sprung ins Tabellenmittelfeld der Bundesliga geschafft - und zugleich die Krise beim Bundesliga-Dino verschärft. (Die Tabelle der Bundesliga)

Volland trifft doppelt - und dankt Alario

"Es hat Spaß gemacht mit Lucas da vorne drin, mein zweites Tor geht klar auf seine Kappe", sagte Alarios Sturmpartner Kevin Volland, der selbst gleich zweimal (20./83.) traf.


Alario, für den Bayer erst unter der Woche die Spielgenehmigung erhalten hatte, erzielte ein Tor (23.) und bereitete Vollands Treffer zum Endstand vor. "Es zeichnet einen guten Mittelstürmer aus, dass er immer auch an die Mannschaft denkt", sagte Volland.

Trainer Heiko Herrlich war mit dem Debüt des Neuzugangs ebenfalls zufrieden: "Alario hat bei seinem Treffer gezeigt, welche Qualitäten er hat. Er kann definitiv eine Verstärkung sein."

Leverkusen klettert auf Rang zehn

Bayer bleibt damit in dieser Saison vor eigenem Publikum ungeschlagen und kletterte mit sieben Punkten auf den zehnten Rang. Der HSV kassierte seine vierte Niederlage ohne eigenen Treffer in Serie und rutschte auf den 15. Platz ab.


"Wir haben den Gegner, der auch nicht vor Selbstvertrauen strotzte, durch unsere Fehler stark gemacht, dazu haben wir uns auch zu wenige Chancen herausgespielt", sagte HSV-Sportchef Jens Todt bei Sky: "Und dann wird es natürlich schwierig."

Die erste Chance hatten nach einer Viertelstunde trotz allem noch die Gäste verbucht. Leverkusens Nationaltorwart Bernd Leno konnte den Ball aber nach einem strammen Schuss von Neuzugang Sejad Salihovic über die Latte lenken. Nur fünf Minuten später war dann Volland nach einer guten Kopfball-Vorlage von Leon Bailey zur Stelle. 

Herrlich mit Sonderlob für Alario

Kurz darauf setzte dann erneut Bailey Alario glänzend in Szene. Der 24-Jährige nutzte gleich seine erste Gelegenheit im Bayer-Dress eiskalt zum 2:0. "Der war gar nicht einfach zu machen", sagte Bayer-Trainer Heiko Herrlich, einst selbst Stürmer: "Lucas hat gut mitgespielt, gut mitgearbeitet und direkt sein Tor erzielt."


Herrlich hatte seine Startformation nach der 1:2-Niederlage unter der Woche bei Hertha BSC gleich auf sechs Positionen verändert und unter anderem seinem Kapitän Lars Bender eine Pause gegönnt.

HSV zu harmlos

Auch nach der Pause hatte Bayer Hamburg jederzeit im Griff, war in den Zweikämpfen konsequenter und im Angriff weitaus zielstrebiger als die Gäste von der Elbe. Hamburg agierte zwar von der Grundausrichtung offensiver als in Durchgang eins, sonderlich gefordert wurde die gute Bayer-Abwehr aber nicht. Lediglich Lewis Holtby (59.) sorgte noch einmal für Gefahr im Bayer-Strafraum. 

Auf der anderen Seite leitete der eingewechselte Julian Brandt das 3:0 schließlich hervorragend ein. Alario legte mit viel Übersicht quer auf Volland - und wurde wenig später mit viel Applaus verabschiedet.