Neun Ex-Offiziere wegen Mords an chilenischem Musiker Victor Jara verurteilt

Eine Anhängerin Jaras vor desen Porträt im Jahr 2009

45 Jahre nach der Ermordung des populären Sängers Victor Jara während des Militärputsches in Chile sind neun ehemalige Offiziere zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Wie die Justiz am Dienstag mitteilte, wurden acht Offiziere im Ruhestand wegen des Mordes an Jara sowie an dem früheren Gefängnisdirektor Littré Quiroga Carvajal im September 1973 zu 15 Jahren und einem Tag Gefängnis verurteilt, der neunte Ex-Militär soll wegen Beihilfe fünf Jahre und 61 Tage einsitzen.

Überdies wurden alle neun Angeklagten wegen der Entführung von Jara und Quiroga zu drei weiteren Jahren Haft verurteilt. Zur Tatzeit hatten die Soldaten Ränge vom Leutnant bis hin zum Brigadegeneral.

Einen Tag nach dem von der CIA unterstützten Militärputsch vom 11. September 1973 gegen den linksgerichteten Präsidenten Salvador Allende war Jara festgenommen worden. Einige Tage später wurde die Leiche des 40-jährigen Sängers mit 44 Schusswunden und Folterspuren gefunden. Auch Quiroga wurde vor seinem Tod gefoltert. Beide Männer hatten der kommunistischen Partei angehört und Allende unterstützt.

Der für seine Protestlieder bekannte Pazifist Jara war mit rund 5000 weiteren politischen Gefangenen in ein Sportstadion in Santiago de Chile gebracht worden, wo er verhört, gefoltert und schließlich umgebracht wurde. Seine Peiniger hatten mit Gewehrkolben und Stiefeltritten die Finger des Sängers und Gitarristen gebrochen. Durch seinen gewaltsamen Tod wurde Jara zum Idol für Künstler, die unter dem chilenischen Diktator Augusto Pinochet unterdrückt wurden.

Im Juni 2016 verurteilte ein US-Gericht den ehemaligen chilenischen Soldaten Pedro Pablo Barrientos Núñez in einem Zivilprozess, wegen des Mordes an Jara 28 Millionen Dollar (24 Millionen Euro) Entschädigung an dessen Angehörige zu zahlen. Chile scheiterte mit seiner Forderung nach einer Auslieferung von Barrientos, weil dieser die US-Staatsbürgerschaft hat.