Neun Elektroautos für die Stadt im Reichweiten-Vergleichstest

de.info@motor1.com (Stefan Leichsenring)
·Lesedauer: 5 Min.
Elektro-Kleinwagen im Reichweiten-Vergleichstest
Elektro-Kleinwagen im Reichweiten-Vergleichstest

Günstige kleine Elektromobile rund um Rom getestet

Elektroautos für die Stadt waren vor wenigen Jahren noch Mangelware. Diese Zeiten sind vorbei. Inzwischen gibt es Angebote in Hülle und Fülle. Neun von ihnen hat InsideEVs Italien nun in einen Vergleichstest geschickt. Ort der Handlung war der Autobahnring rund um Rom, der Grande Raccordo Anulare (GRA).

Zu den Testwagen gehören Autos verschiedener Klassen, doch alle sind mit Basispreisen unter 40.000 Euro recht günstig. Ins Segment der Kleinstwagen gehören der VW e-Up (in Deutschland derzeit nicht erhältlich), der Fiat 500 e und der Smart EQ Forfour. Zu den Kleinwagen rechnet man den Mini Cooper SE, den Honda e, den Renault Zoe sowie das Duo Peugeot e-208 und Opel Corsa-e. Schon ins Kompaktsegment gehört dagegen der Mazda MX-30. Hier sind die Kontrahenten in der Übersicht, mitsamt Akkugröße und Ladeeigenschaften:

Modell Akku (brutto) Akku (netto) Max. Ladeleistung AC Max. Ladeleistung DC Renault Zoe 54,7 kWh 52,0 kWh 22 kW 50 kW Peugeot e-208 50,0 kWh 47,0 kWh 11 kW 100 kW Opel Corsa-e 50,0 kWh 47,0 kWh 11 kW 100 kW Fiat 500 e 42,0 kWh 37,3 kWh 11 kW 85 kW VW e-Up 36,8 kWh 32,3 kWh 7,4 kW 40 kW Honda e 35,5 kWh 30,0 kWh 7,4 kW 100 kW Mazda MX-30 35,5 kWh 30,0 kWh 6,6 kW 50 kW Mini Cooper SE 32,6 kWh 28,9 kWh 11 kW 50 kW Smart EQ Forfour 17,6 kWh 16,7 kWh 4,6 kW -

Alle Autos außer dem Smart können außer mit Wechselstrom (AC) auch mit Gleichstrom (DC) geladen werden. Dabei schwanken die DC-Ladeleistungen zwischen 40 und 100 kW. Aber eine hohe DC-Ladeleistung ist vor allem dann wichtig, wenn man mit dem E-Auto weitere Strecken fahren will. Für die getesteten Stadt-Fahrzeuge ist sie weniger bedeutsam.

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Die Batteriekapazität geteilt durch den Energieverbrauch gibt die Reichweite. Die Fahrzeuge im Vergleich bieten Werte zwischen 395 km (Renault Zoe) und 130 km (Smart EQ Forfour) - jeweils nach WLTP-Norm berechnet. Die Abweichungen von der Norm-Reichweite im Test waren teils klein, teils aber erheblich.

Während die Differenz beim VW e-Up und Mini Cooper SE nur wenige Prozent betrug, lag sie beim Honda e und dem Renault Zoe bei fast 30 Prozent. Allerdings war beim Zoe nicht nur die Normreichweite am größten, sondern auch die Praxis-Reichweite. Auch die elektrischen Zwillinge aus dem PSA-Konzern sowie die Winzlinge von VW und Fiat schnitten gut ab:

Modell Reichweite im Test WLTP-Reichweite Differenz Renault Zoe 290 km 395 km -27% Opel Corsa-e 276 km 337 km -18% Peugeot e-208 273 km 340 km -20% VW e-Up 245 km 260 km -6% Fiat 500 e 243 km 320 km -24% Mini Cooper SE 185 km 200 km -8% Mazda MX-30 179 km 200 km -11% Honda e 145 km 200 km -28% Smart EQ Forfour 109 km 130 km -16%

Die übrigen Fahrzeuge blieben in der Praxis unter 200 Kilometer Reichweite. Die geringste Reichweite − sowohl nach Norm wie im Test − hatte der Smart mit wenig mehr als 100 Kilometer. Für die Stadt reicht auch das aus, doch muss man natürlich öfter laden.

Zumal der Test bei gemäßigten Temperaturen durchgeführt wurde: Das Thermometer stieg von rund 9 Grad morgens um 10 Uhr bis auf 14 Grad bei Testende. Bei winterlichen Temperaturen unter null Grad wären wohl noch deutlich niedrigere Reichweiten zu erwarten. Einen Hinweis auf den Einfluss der Temperatur gibt unser Test des Tesla Model 3 im Sommer und im Winter. Dabei sank der Stromverbrauch von 14,7 kWh im italienischen Winter auf 11,9 kWh im Sommer. Übrigens: Das Model 3 erscheint auch auf einigen Bildern des Tests. Das liegt daran, dass der Wagen das Redaktionsauto von Motor1 Italien und InsideEVs Italien ist.

Ein wichtiger Faktor bei elektrischen Stadtautos ist das Fahrzeuggewicht, das sich stark auf die Reichweite auswirkt. Je leichter ein Auto ist, desto geringer sollte der Stromverbrauch sein. Doch im Test ergaben sich hier einige Überraschungen. So brauchte zum Beispiel der Smart EQ Forfour mehr als der e-Up.

Auch ist der Mazda MX-30, das schwerste der getesteten Autos, nicht das Fahrzeug mit dem höchsten Stromverbrauch. Dieser wenig ehrenhafte Titel gebührt dem Honda e:

Modell Stromverbrauch im Test Fahrzeuggewicht VW e-Up 13,6 kWh/100 km 1.160 kg Smart EQ Forfour 14,9 kWh/100 km 1.125 kg Fiat 500 e 15,5 kWh/100 km 1.290 kg Mini Cooper SE 16,0 kWh/100 km 1.365 kg Renault Zoe 16,1 kWh/100 km 1.502 kg Opel Corsa-e 16,3 kWh/100 km 1.455 kg Peugeot e-208 16,4 kWh/100 km 1.455 kg Mazda MX-30 18,1 kWh/100 km 1.645 kg Honda e 22,0 kWh/100 km 1.520 kg

InsideEVs Italien hat ein Youtube-Video zu dem Test erstellt, das wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Die englischen Untertitel sehen Sie, wenn Sie im Video rechts unten auf das Zahnrad klicken und dann "Untertitel -> Englisch" wählen:


Source: InsideEVs Italien