Berlin-Neukölln: Giffey: "Bürger wünschen sich Sicherheit und Ordnung"

Vor Ort sein, zuhören: Franziska Giffey, Bezirksbürgermeisterin von Neukölln

Berlin.  Neuköllns Bürgermeisterin Franziska Giffey hat sich über die Grenzen hinaus einen Namen gemacht. Die Nachfolgerin von Heinz Buschkowsky drängt ihre SPD zu pragmatischer Pro­blemlösungspolitik für die Menschen vor Ort. Es müsse für die Menschen Verbesserungen in ihrem Alltag geben. Nach dem Interview eilt sie zu einer Kleingärtnerversammlung.

Frau Giffey, weshalb haben bei der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag so wenige Berliner wie noch nie SPD gewählt?

Franziska Giffey : Weil wir es mit einem Vertrauensverlust zu tun haben. Wir sind in der Situation, in der die lokalen und landespolitischen Themen, also das, was Menschen in ihrem Alltag erleben, für sie oft wesentlicher sind, als das, was im Großen passiert. Politische Auffassung kommt meist aus Nah-Empirie: Was Leuten widerfährt, ob sie sich sicher fühlen, wenn sie U-Bahn fahren, ob sie sich gut fühlen, wenn sie ihre Kinder zur Schule bringen, ob sie der Meinung sind, die Stadt, in der sie leben, funktioniert. Das persönliche Erleben ist auch geprägt von dem, was sie in den Medien wiederfinden. Und da kommt die SPD-Erfolgsstory eher weniger vor. Im Gegenteil. Die Leute haben den Eindruck: Es wird nicht gut gemanagt.

Aber warum wurde dafür die SPD bestraft und nicht auch Linke und Grüne, die in Berlin mitregieren?

Auf Bundesebene hatte man die Hauptentscheidung zwischen Schulz und Merkel. Die SPD hatte den großen Slogan "Zeit für mehr Gerechtigkeit". Wenn ich so in Neukölln unterwegs bin, begegnet mir ein anderer Zeitgeist. ...

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