Der neueste Actionkracher von Michael Bay: Das sind die Heimkino-Highlights der Woche

Will Sharp (Yahya Abdul-Mateen II, links) braucht ein paar Hundertausend Dollar für die lebensrettende OP seiner Frau. Adoptivbruder Danny (Jake Gyllenhaal) bietet ihm die Möglichkeit, weitaus mehr abzukassieren. (Bild: Universal)
Will Sharp (Yahya Abdul-Mateen II, links) braucht ein paar Hundertausend Dollar für die lebensrettende OP seiner Frau. Adoptivbruder Danny (Jake Gyllenhaal) bietet ihm die Möglichkeit, weitaus mehr abzukassieren. (Bild: Universal)

"Ambulance", "Parallele Mütter" und "Ballade von der weißen Kuh": Das sind die DVDs und Blu-rays der Woche.

Michael Bay polarisiert. Oder anders gesagt: Der US-amerikanische Produzent und Regisseur macht Filme, die nicht jedem gefallen. Mit den brillanten Actionkrachern "The Rock" und "Armageddon" hat er in den 90-ern begonnen, später aber mit fünf "Transformers"-Filmen nachgelegt, die sich nahezu ausschließlich an ein junges, männliches Publikum richten. Mit "Ambulance" erscheint nun das sehr laute Remake eines dänischen Films von 2005, in dem es wieder einmal ordentlich kracht und knallt, auf DVD und Blu-ray. Weitere Highlights der Woche sind der spanische Spielfilm "Parallele Mütter" und das Drama "Ballade von der weißen Kuh".

Michael Bay meldet sich zurück: "Ambulance" ist überlebensgroßes und rastlos inszeniertes Action-Kino. (Bild: Universal)
Michael Bay meldet sich zurück: "Ambulance" ist überlebensgroßes und rastlos inszeniertes Action-Kino. (Bild: Universal)

"Ambulance" (VÖ: 9. Juni)

Der US-Soldat Will Sharp (Yahya Abdul-Mateen II, links) braucht 231.000 US-Dollar, um die lebensrettende Operation seiner schwerkranken Frau zu bezahlen. In seiner Not wendet er sich an seinen wohlhabenden Adoptivbruder Danny (Jake Gyllenhaal), der einen riskanten Bankraub plant. Doch das krumme Ding geht schief. Schon bald finden sich die Brüder in einem Rettungswagen als Fluchtfahrzeug wieder - zusammen mit einem angeschossenen Cop und einer überaus taffen Notfallsanitäterin (Eiza González) als Geisel. Bei "Ambulance" greift Michael Bay auf all jene Mittel zurück, die ihn berühmt-berüchtigt und weltweit erfolgreich ("Transformers") gemacht haben: Polizeieinsätze, Verfolgungsjagden und Schießereien werden mithilfe wackeliger Kameraführung, wilden Drohnen-Aufnahmen und schnellen Schnitten derart dynamisch in Szene gesetzt, dass einem schier schwindelig wird.

Preis DVD: circa 15 Euro

US, 2022, Regie: Michael Bay, Laufzeit: 131 Minuten

Die "parallelen Mütter" Janis (Penélope Cruz, rechts) und Ana (Milena Smit) begegnen sich zufällig im Krankenhaus. (Bild: El Deseo / Studiocanal 2021 / Arthaus)
Die "parallelen Mütter" Janis (Penélope Cruz, rechts) und Ana (Milena Smit) begegnen sich zufällig im Krankenhaus. (Bild: El Deseo / Studiocanal 2021 / Arthaus)

"Parallele Mütter" (VÖ: 2. Juni)

Wieder einmal schaut der Regisseur Pedro Almodóvar mit wachen Augen auf sein Spanien. "Parallele Mütter" heißt sein aktueller Film, in dem er wie so oft Frauenschicksale in den Mittelpunkt rückt. Janis (Penélope Cruz) und Ana (Milena Smit) lernen sich zufällig im Krankenhaus kennen. Sie erwarten beide ihr erstes Kind. Janis, eine Frau mittleren Alters, freut sich darauf. Ana, ein Teenager, blickt mit Sorge in die Zukunft. Die Väter sind ohnehin nicht da. Bei Janis ist es wohl der Anthropologe Arturo (Israel Elejalde), der für eine Stiftung arbeitet, die zur Aufklärung der Verbrechen des Franco-Regimes beiträgt. Janis' Urgroßvater war zu Zeiten des Bürgerkrieges ermordet worden, er liegt in einem Massengrab. Vor diesem Hintergrund erzählt Almodóvar fortan ein bewegendes Drama, das die Schicksale der beiden Frauen auf bestürzende Weise verknüpft. Penélope Cruz erhielt für ihre Rolle eine Oscarnominierung als beste Hauptdarstellerin.

Preis DVD: circa zwölf Euro

ES, 2021, Regie: Pedro Almodóvar, Laufzeit: 122 Minuten

Regisseur Pedro Almodóvar erzählt in "Parallele Mütter" ein bewegendes Drama, das die Schicksale zweier Frauen auf bestürzende Weise miteinander verknüpft. (Bild: El Deseo / Studiocanal 2021 / Arthaus)
Regisseur Pedro Almodóvar erzählt in "Parallele Mütter" ein bewegendes Drama, das die Schicksale zweier Frauen auf bestürzende Weise miteinander verknüpft. (Bild: El Deseo / Studiocanal 2021 / Arthaus)

"Ballade von der weißen Kuh" (VÖ: 10. Juni)

Vor einem Jahr wurde Minas (Maryam Moghaddam) Mann nach einem Vergeltungsurteil auf Grundlage der Scharia hingerichtet. Doch er war unschuldig, wie sich herausstellte. Das Geschehene lässt sich nicht rückgängig machen, und dennoch: Mina reicht Beschwerde ein, die Witwe sucht nach Anerkennung und ein klein wenig Genugtuung. Und hört dann Antworten wie: "Es muss Gottes Wille gewesen sein. Es gibt keine Fehler im heiligen Koran." Minas Auseinandersetzung mit der iranischen Justiz scheint aussichtslos, das Schicksal aber führt ihr einen unerwarteten Helfer zu. Reza (Alireza Sanifar), der Richter in dem Fall, will Wiedergutmachung leisten. Er gibt seine Arbeit bei Gericht auf, freundet sich mit Mina und ihrer gehörlosen Tochter an und hilft, wo er kann - aber ohne Mina zu sagen, dass er es war, der ihren Mann zum Tode verurteilte. Das außergewöhnliche Justiz- und Gesellschaftsdrama "Ballade von der weißen Kuh", bei dem Behtash Sanaeeha gemeinsam mit seiner Frau und Hauptdarstellerin Maryam Moghaddam Regie führte, lief 2021 im Rahmen mehrerer Filmwettbewerbe, unter anderem auch bei der Berlinale.

Preis DVD: circa 13 Euro

IR, 2021, Regie: Behtash Sanaeeha / Maryam Moghaddam, Laufzeit: 102 Minuten

Minas (Maryam Moghaddam) Ehemann wurde aufgrund eines falschen Vergeltungsurteils hingerichtet, nun sucht sie nach ein wenig Genugtuung. (Bild: Leonine / Weltkino)
Minas (Maryam Moghaddam) Ehemann wurde aufgrund eines falschen Vergeltungsurteils hingerichtet, nun sucht sie nach ein wenig Genugtuung. (Bild: Leonine / Weltkino)
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