Neues Macbook Pro hat Power und Ports

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Berlin (dpa/tmn) - Ein kurzes Fazit vorab: Das neue Macbook Pro ist großartig, aber vielleicht nicht für jedermann oder jederfrau das ideale Laptop. Aber dazu später mehr.

Das neue Macbook Pro gibt es in zwei Varianten, die sich vor allem durch die Bildschirmgröße unterscheiden: 14 und 16 Zoll. Sie können in vielen Ausstattungen bestellt werden. Den Einstieg markiert der 14-Zöller mit Apples M1-Pro-Prozessor (CPU) mit 8 Rechenkernen, wobei 6 Performance-Kerne für die Höchstleistung zuständig sind, während 2 Effizienz-Kerne die Routine-Jobs energiesparend erledigen. Dazu packt Apple einen Grafikchip (GPU) mit 14 Kernen.

Am oberen Ende der Skala befinden sich die M1-Pro-Max-CPU mit 10 Kernen, eine GPU mit 32 Grafikkernen und etliche Extras, die etwa die Videobearbeitung beschleunigen und künstliche Intelligenz beflügeln sollen. Diese Ausbaustufe ist nicht nur dem 16-Zöller vorbehalten, sondern auch für «den Kleinen» zu haben.

Brutal überlegen

Unser Testgerät, ein 16-Zöller mit M1-Pro-CPU für 3440 Euro zeigte schnell: Bereits mit der verbesserten M1-Variante Pro ist der Apple-Chip Intels Prozessoren geradezu brutal überlegen. Und der M1 Pro Max toppt die Leistungen erwartungsgemäß noch einmal.

Im Praxistest versuchten wir, das Macbook Pro mit der Bearbeitung eines Videos in 8K-Auflösung in Verlegenheit zu bringen, was nicht gelang. Wir konnten Farb- und Rohdaten verändern, uns in der Zeitleiste bewegen, Filmschnitt ausführen, ohne dass dabei auch nur der Lüfter im Macbook ansprang.

Die Verzögerung zwischen dem Drücken der Wiedergabetaste bei ungerendertem Material und dem tatsächlichen Start des Videos war so kurz, dass wir sie gar nicht messen konnten, während beim Vergleich mit einem Intel-System schon die ein oder andere Gedenksekunde ins Land ging.

Überall Geschwindigkeitsvorteile

Man muss dazu sagen, dass das genutzte Schnittprogramm Finalcut Pro von Apple bereits auf die neue Chipfamilie hin optimiert wurde. Die Geschwindigkeitsvorteile erreichen aber auch viele Programme, die nicht aus dem Hause Apple stammen. Selbst Programme von Adobe (Photoshop, Premiere, Lightroom und Co.), aber auch Microsofts Office-Programme liegen inzwischen nicht mehr nur in einer Intel-Version vor.

Profis werden sich auch am Bildschirm der neuen Macbooks ergötzen. Hier kommt dieselbe Mini-LED-Technik wie in den Pro-iPads zum Einsatz. Sie liefert extrem kräftige Kontraste. Positiv anzumerken ist auch, dass die Webcam endlich die nötige Qualität liefert, um bei Videokonferenzen eine gute Figur zu machen.

Die neue Generation der Profi-Macbooks verspricht aber auch interessante Perspektiven für Anwenderinnen und Anwender, die technisch einfachere Jobs am Notebook erledigen. Apple hat seine jüngsten Modelle nämlich nicht nur mit enormer CPU-Power ausgestattet, sondern einige grundsätzliche Entscheidungen getroffen, die das Warten auf das neue Macbook (ohne Pro) spannend machen.

Etwas dicker aufgetragen

Zum einen dürfen Macbooks wieder ein wenig dicker auftragen. Das 16-Zoll-Modell aus unserem Praxistest ist zwölf Millimeter dicker als das 13-Zoll-Modell aus dem Vorjahr. Apple nutzt den Platz, um das Macbook wieder mit mehr Anschlüssen (Ports) zu versehen. So gibt es wieder einen Slot für SD-Speicherkarten (XDXC), den viele Anwenderinnen und Anwender schon seit Jahren bei Macbooks vermissen.

Der Slot unterstützt zwar nicht das neuere, schnellere UHS-3, aber UHS-2 bedeutet immer noch 300 Megabyte pro Sekunde. Hauptsache, man kann ein Kabel einsparen. Gleiches gilt für den HDMI-Anschluss, den viele beim Vorgängermodell vermisst haben.

Auch hier hat sich Apple nicht für die bestmögliche Variante (HDMI 2.1) entschieden. Aber HDMI 2.0 schafft immer noch 4K-Auflösung bei 60 Hertz (Hz). Wer eine höhere Monitor-Auflösung ansteuern möchte, kann dies über eine der vier USB-C-Buchsen mit Thunderbolt 4 tun.

Das Magsafe-Comeback

Ein Comeback erlebt zumindest beim 16-Zöller der Netzteilstecker Magsafe. Er hängt mit einem USB-C-Kabel an einem mächtigen 140-Watt-Adapter, der 293 Gramm auf die Waage bringt. Im Vergleich zu früheren Magsafe-Versionen hält der Magnet das Stromkabel etwas fester am Gehäuse. Man kann das 16-Zoll-Modell auch über ein herkömmliches USB-C-Kabel laden, allerdings etwas langsamer als beim Schnelllade-Modus mit Magsafe.

Verschwunden ist die Touch-Bar. Der schmale Touchscreen-Streifen oberhalb der Tastatur war 2016 mit dem damaligen Macbook Pro eingeführt worden, hatte aber keine große Anhängerschaft gefunden.

Fazit: Apple setzt mit dem neuen Macbook Pro den gelungenen Umstieg auf ARM-Prozessoren fort. Gleichzeitig räumt Apple mit den neuen Geräten auch ein, dass die vor allem vom damaligen Designchef Jony Ive verfolgte Vision, wonach immer dünnere Geräte mit möglichst wenig Schnittstellen auskommen sollen, nicht der Weisheit letzter Schluss war.

Wenn nun die Vielfalt der Ports auch bei preiswerteren Macbooks Einzug halten wird, werden die Notebooks von Apple über die Profiszene hinaus viele treue Kunden finden. Für einfache mobile Büroarbeit ist ein Macbook Pro (2250 bis 6850 Euro) einfach zu teuer.

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