Neues Gesetz: So können Sie herausbekommen, was Ihre Kollegen verdienen

Bisher ein Geheimnis: Was verdienen die Kollegen? (Bild: ddp images)

Frauen verdienen im Schnitt 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, sicher wissen tun sie das oft aber nicht. Nach einem neuen Gesetz müssen ihnen die Chefs auf Anfrage verraten, was die Mitarbeiter verdienen.

Seit 6. Juli gilt das Entgelttransparenzgesetz, dass die Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen verbessern soll. Wer also denkt, bei den Lohnverhandlungen schlechter abgeschnitten zu haben als die Kollegen, kann seinen Chef einfach fragen, was die anderen Mitarbeiter verdienen. Zuzüglich Boni und Zusatzleistungen und im Schnitt, wohl gemerkt, einzelne Gehälter bleiben auch in Zukunft geheim. Und es gibt noch weitere Einschränkungen: Mindestens 200 Angestellte muss das Unternehmen haben und es müssen mindestens sechs Kollegen des anderen Geschlechts einen vergleichbaren Job ausüben, damit man das Durchschnittsgehalt beim Chef erfragen kann.

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Und das geht so: Wenn es in dem Unternehmen einen Betriebsrat gibt, kann dieser eine Anfrage bei der Personalabteilung stellen. Der Vorteil: Der Fragende bleibt dabei anonym. Wem es egal ist, ob der Chef seinen Namen erfährt oder nicht, kann auch direkt bei der Personalabteilung anfragen. Höchstens drei Monate kann die sich Zeit lassen, dann muss sie mit den Zahlen herausrücken.

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Wer dann merkt, dass er weniger verdient als der Durchschnitt, muss handeln, wenn er daran etwas ändern will. Entweder, er wartet auf die nächste Gehaltsverhandlung und weiß genau, welche Summe er fordern sollte. Oder aber er klagt gegen den Arbeitgeber und bezieht sich dabei auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Eile ist aber noch nicht geboten: Wirklich nutzen können die Angestellten den Auskunftsanspruch erst ab dem 6. Januar 2018.

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