Neues Album: Jan Josef Liefers und die Musik aus Menschenfresser-City

Jan Josef Liefer präsentiert neues Album seiner Band Radio Doria in den Hansa Studios

Das zweite Album ist immer das schwerste – soweit das Klischee. Dass das auch gilt, wenn eine Band bereits seit über zehn Jahren gemeinsam Musik macht, sich dann umbenennt und die Zeitrechnung eigentlich nur auf dem Papier neu beginnt, mussten jetzt Jan Josef Liefers und Radio Doria erfahren. "Das erste Album hatte ich einfacher in Erinnerung", so der 53-Jährige bei einer ersten Hörprobe zu "2 Seiten" in den Hansa Studios an der Köthener Straße. Drei Jahre haben sich Frontmann und Sänger Liefers, die Gitarristen Johann Weiß und Jens Nickel, Keyboarder Gunter Papperitz, Bassist Christian Adameit und Drummer ­Timon Fenner seit dem Debüt "Die freie Stimme der Schlaflosigkeit" Zeit gelassen. Mit einer herkömmlichen Schreibblockade habe das allerdings nichts zu tun gehabt, beteuert der "Tatort"-Kommissar.

Nichts weniger als ein Gefühl von Weltschmerz habe ihn in den vergangenen Jahren angesichts von Flüchtlingskrise, Terroranschlägen und Erstarken der rechtspopulistischen AfD befallen. "Wie soll man denn da ein Lied schreiben?", fragte er sich und machte sich auf die Suche nach Alternativen. Politische Lieder? "Das hatte ich als Kinder der DDR zu Genüge." Und auch das Hineindenken in eine andere Zeit wollte einfach nicht gelingen. Die Lösung fanden Radio Doria in der Ferne. "Wenn der Islam das neue Feindbild ist, dann fahren wir nach Teheran", erklärt Liefers den Plan, bevor er den ersten Song "Eigentlich" anstimmt: Sich in eine Situation bringen, in der man selber einmal der Fremd...

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