Neuerung bei Liefer-Gigant: Amazon fotografiert Haustüren

Amazon ist die Nummer eins in Sachen Online-Shopping. (Bild: Philippe Huguen/ Staff / Getty Images)

Der Online-Handelsriese Amazon führte vor wenigen Monaten in den USA ein neues Liefersystem ein – und nicht jeder findet das unproblematisch.

Dieses Szenario ist den meisten von uns wohl schon mehrmals widerfahren: Eigentlich sollte ein Paket längst im Postkasten gelandet sein – aber obwohl die Lieferinfo das aussagt, ist von der gewünschten Post weit und breit nichts zu sehen. Um dem entgegenzuwirken, führte der Handelsriese Amazon in den USA und Großbritannien vor einigen Monaten ein neues Dokumentationssystem in Sachen Lieferung ein. “Amazon Logistics Photo On Delivery” sendet dem Empfänger nämlich sofort ein Bild der gelieferten Ware, sollte sie nicht der betreffenden Person selbst übergeben worden sein.

“Technologie ist schon wild. Vor einigen Sekunden habe ich noch dem Lieferservice dabei zugesehen, wie er vor unserer Haustüre ein Paket abgeladen und ein Foto davon gemacht hat. Eine Sekunde später bekam ich eine Benachrichtigung von Amazon, dass das Paket da sei und es ein Foto davon gäbe”, berichtet eine Nutzerin des Kurznachrichtendienstes Twitter verblüfft über ihr Erlebnis.

Ein Service, der nur den Kunden zugute kommt?

“Amazon Logistics Photo On Delivery bietet eine visuelle Lieferungsbestätigung – es zeigt Kunden, dass ihr Paket sicher angekommen ist und wo”, so Kristen Kish, eine Sprecherin der Handelskette. “Es ist eine von vielen Lieferungsinnovationen, an denen wir gerade arbeiten, um die Annehmlichkeiten für unsere Kunden zu steigern.”

Liefert Amazon das Paket also selbst (in Deutschland via Amazon Logistics) fotografiert der Fahrer selbst die Abgabe des Pakets und somit beispielsweise auch die Haustüre des Rezipienten. Wer sich mit seinem Passwort einloggt, kann das Foto unter “Meine Bestellungen” sehen und damit die Sendung nachverfolgen. Zugriff darauf hat neben dem Nutzer nur der Kundenservice.

Schutz der Privatsphäre dennoch gewährleistet

“Für Bestellungen mit vertraulichen Adressen werden keine Fotos gemacht”, zitiert das Computermagazin “chip.de” den Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher. Zudem werde nicht jede Lieferung fotografiert.

Wem dies ein zu großer Eingriff in seine Privatsphäre ist, kann diesen Service auch abbestellen, in dem er auf “Meine Bestellungen” und “Lieferfotos nicht übernehmen” klickt.

In den USA und Großbritannien gibt es den Service seit einigen Monaten, in Deutschland ist laut dem Computermagazin “chip.de” kein Testversuch geplant.

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