Neuer Trend? Fleisch aus der Flasche

Rind zum Trinken? Nicht jedermanns Geschmack (Bild: dpa)

Nach Smoothies und Kaffee gibt es nun auch “Fleisch to go“. Ein Metzger hat einen Drink erfunden, bei dem es nicht nur Vegetariern etwas flau im Magen werden dürfte.

Sie haben Lust auf Fleisch, aber keine Zeit zum Essen? Kein Problem. Ein Metzger aus Temmels nahe Trier schafft Abhilfe. Er produziert Hühnchen oder Rind – und das zum Schlürfen! “Es ist eine Trink-Mahlzeit für Menschen, die unterwegs sind – wie Handwerker, Lkw-Fahrer, aber auch Wanderer oder Sportler”, so Peter Klassen.

Er will das fleischhaltige Getränk auch über Tankstellen und Einzelhandelsgeschäfte vertreiben. Er könne sich außerdem vorstellen, dass die Getränke für Hilfsorganisationen oder die Bundeswehr interessant sein könnten.

Was darf es sein: Poulet Royal, Butcher Beef oder Beef Bombay? (Bild: dpa)

Drei verschiedene Geschmacksrichtungen hat der Fleischhauermeister bereits erfunden:  die Huhnsorte “Poulet Royal” sowie die Rindsorten “Butcher Beef” und “Beef Bombay“. Dass die hell-, rot- und dunkelbraunen Getränke nicht bei jedem ankommen werden, weiß Klassen. “Das Produkt polarisiert”, sagt er.

“Es wird Befürworter geben, aber genauso viele Gegner, die die Vorstellung, Fleisch zu trinken, abstoßend finden.” Die Getränke sollen aber Fleisch in seiner Reinform nicht komplett ersetzen: “Davon soll sich ja keiner ernähren, sie sollen eine Ergänzung für bestimmte Gelegenheiten sein.”

“Wir merken, dass das Interesse groß ist“

Rund eine Million Euro hat Klassen für die Herstellung der neuen Drinks bereits investiert. 10.000 Flaschen pro Woche will er zunächst abfüllen, 30.000 könnten es später mal werden. Für den Markt in Luxemburg, Belgien und Frankreich hat er bereits Vertriebspartner, bundesweit steht er ebenfalls in den Startlöchern. “Wir merken, dass das Interesse groß ist.“

Lesen Sie auch: Achtung, Krebsgefahr! Dieses Fleisch gehört nicht auf den Grill

Das Fleisch wird in großen Kesseln mit Gemüse gekocht, püriert, abgefüllt und bei 121 Grad sterilisiert. Dann halte der Drink ungekühlt ein Jahr, so Klassen. Drei Jahre haben er, sein Sohn Philipp und Koch Stefan Kimmel gebraucht, um die Drinks zu entwickeln: “Die Schwierigkeit lag darin, Fleisch so flüssig zu machen, dass man keine Fleischfasern mehr auf der Zunge spürt. Es muss so fein sein wie Kakao”, sagt Klassen. Über 100 Versuche habe es gegeben. Verkaufsstart soll im September sein (3,80 Euro für 0,33 Liter).

Wie gesund ist der Fleisch-Drink?

Solch ein Getränk könne “grundsätzlich durchaus sinnvoll sein”, sagt die Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Antje Gahl, in Bonn. Denkbar seien die Flüssigmahlzeiten beispielsweise für ältere Menschen, die nicht mehr so gut kauen könnten – oder wenig Appetit auf Fleisch hätten. Die Ernährungsberater würden aber dennoch einen “Genuss in Maßen” empfehlen: 300 bis 600 Gramm Fleisch- und Wurstwaren pro Woche seien ausreichend. Denn Fleisch enthalte auch unerwünschte Begleitstoffe wie Fett und Cholesterin.