Neuer Rückschlag für Venezuela im Kampf gegen die Staatspleite

Logo des venezolanischen Ölkonzerns PDVSA

Die Internationale Derivateorganisation Isda hat dem staatlichen venezolanischen Ölkonzern PDVSA einen Zahlungsausfall bescheinigt und damit dem Land einen weiteren Rückschlag im Kampf gegen die Staatspleite beschert. In drei Fällen sei PDVSA Zahlungsverpflichtungen an Investoren nicht nachgekommen, teilte die in New York ansässige International Swaps and Derivatives Association (Isda) am Donnerstag mit. Eine detaillierte Analyse soll demnach zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Das zuständige Gläubiger-Komitee der Isda kommt am Montag erneut zusammen.

Für das von einem Staatsbankrott bedrohte südamerikanische Land ist die Isda-Entscheidung ein Rückschlag, denn damit werden Zahlungen an Investoren fällig, die Inhaber von Kreditausfallversicherungen, sogenannten Credit Default Swaps (CDS), sind. Erst am Dienstag hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit des Ölkonzerns herabgestuft. Sowohl Fitch als auch Standard & Poor's bescheinigten auch Venezuela einen teilweisen Zahlungsausfall.

Zwar einigte sich die Regierung in Caracas am Mittwoch mit seinem wichtigen Gläubiger Russland auf die Umstrukturierung von Schulden in Höhe von umgerechnet 2,7 Milliarden Euro. Beobachtern zufolge reicht dies aber allenfalls aus, um einige kurzfristige Forderungen zu bedienen.

Venezuela ist hoch verschuldet, obwohl es über die größten Erdölreserven der Welt verfügt. Die Devisenreserven des Landes sind auf weniger als zehn Milliarden Dollar zusammengeschmolzen. Allein bis zum Jahresende werden Rückzahlungen von 1,47 Milliarden Dollar fällig, 2018 stehen weitere acht Milliarden Dollar an.