Neuer Rückschlag für einstige Impfstoff-Hoffnung Curevac: Jetzt auch noch Millionen-Vertrag mit Boehringer Ingelheim geplatzt

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Der Eingang mit Firmenschild der CureVac AG am Hauptsitz in Tübingen
Der Eingang mit Firmenschild der CureVac AG am Hauptsitz in Tübingen

Die Tübinger Firma Curevac muss erneut einen harten Rückschlag hinnehmen. Der Kooperationspartner Boehringer Ingelheim, eine der weltweit größten Pharma-Unternehmen, kündigte die Zusammenarbeit nach sieben Jahren. Die Unternehmen hatten zusammen vorgehabt, einen Impfstoff gegen Lungenkrebs zu entwickeln. Das Lungenkarzinom-Programm BI1361849 läuft nun im November aus.

Curevac hatte von Boehringer Ingelheim bereits 35 Millionen Euro erhalten. Darüber hinaus waren Meilensteine von bis zu 430 Millionen Euro vereinbart. Die Hoffnung war, dass das mRNA-Vakzin von Curevac, das sich gegen Antigene auf der Oberfläche von Zellen des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms richten soll, den Krebs wirksam bekämpfen kann.

„Ziel der Zusammenarbeit war es, einen therapeutischen mRNA-Impfstoff von Curevac in Kombination mit Boehringer Ingelheims Tyrosinkinase-Inhibitor Afatinib, einem Checkpoint-Inhibitor oder Radiotherapie bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) zu erproben. Das Programm verwendet eine ältere Protamin-Formulierungstechnologie, die dem damaligen Stand der Technologieentwicklung entsprach“, hieß es von Curevac in der Presseerklärung zu den Halbjahresergebnissen vor ein paar Tagen.

„Derzeit läuft noch eine klinische Studie der Phase I/II in Patienten mit NSCLC, in der BI1361849 als Kombinationstherapie eingesetzt wird. Die beiden Unternehmen wägen nun ihre Optionen für die Zukunft ihrer Zusammenarbeit ab. Die Beendigung wird im November 2021 in Kraft treten,“ schreibt Curevac.

Schon 2017 musste Curevac ein wichtiges Impfprojekt gegen Krebs einstampfen. Sein Programm mit einem Serum gegen Prostatakrebs war in einer Phase-2-Studie gescheitert. Der Wirkstoff hatte das Gesamtüberleben von Patienten nicht verbessern können.

Neben Biontech galt Curevac als die große Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus. Beide entwickelten Impfstoffe auf mRNA-Basis. Doch während Biontech mit dem Gründer-Paar Özlem Türeci und Ugur Sahin mittlerweile erfolgreich ein Vakzinierten entwickelt hat und als neues "Apple aus Deutschland" gehandelt wird, enttäuschte Curevac mit überraschend schlechten Daten zu seinem Serum. Die Wirksamkeit lag unter 50 Prozent, eine Zulassung ist fraglich. Der Börsenkurs stürzte im Juni ab, erholte sich bislang kaum.

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