Neuer Prozess wegen versuchten Mordes an Hamburger Rockerboss begonnen

Vor dem Hamburger Landgericht hat am Donnerstag ein neuer Prozess wegen eines Anschlags auf einen Hamburger Rockerboss vor rund eineinhalb Jahren begonnen. Drei Männer im Alter zwischen 27 und 73 Jahren müssen sich wegen versuchten Mordes und Anstiftung zum Mord verantworten. Dabei handelt es sich um den 27-jährigen mutmaßlichen Auftragskiller, einen 29-jährigen Rivalen des Opfers als Urheber sowie dessen 73-jährigen Vater.

Mit dem Anschlag wollte sich der 29-Jährige laut Anklage für einen früheren Überfall auf sich und seine Freundin rächen, bei dem beide schwer verletzt worden waren. Bei dem Opfer handelte es sich ein führendes Mitglied des Hamburger Ablegers des Rockerklubs Hells Angels. Bei der Tat an einer Kreuzung nahe der Reeperbahn wurde er in seinem Auto von mehreren Pistolenkugeln getroffen. Er überlebte mit schweren, bleibenden Verletzungen.

Nach Erkenntnissen der Anklage bezahlte der 29-Jährige, der einer konkurrierenden Rockergruppe zuzurechnen ist, dem mutmaßlichen Auftragsschützen 10.000 Euro. Sein Vater war in die Planungen eingebunden und gilt daher als Mittäter.

Der 29-Jährige war in einem ersten Prozess im Sommer vergangenen Jahres bereits zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob die Entscheidung später aber auf und verwies den Fall zur neuerlichen Verhandlung an das Landgericht zurück. In diesem Verfahren wird nun auch gegen den damals noch flüchtigen mutmaßlichen Schützen sowie den Vater des Anstifters verhandelt, der erst später angeklagt wurde.

In dem ersten Verfahren war zudem die Lebensgefährtin des 29-Jährigen wegen ihrer Beteiligung am dem Verbrechen zu zwölfeinhalb Jahren verurteilt worden. Ihr Urteil wurde nicht aufgehoben und ist rechtskräftig. Sie hatte das Auto gelenkt, in dem der mutmaßliche Auftragskiller bei der Tat saß. Bei einem Stopp an einer Ampel soll er auf den neben ihn haltenden Wagen des Opfers gefeuert haben.