Neuer Präsident der Mongolei wird erstmals in Stichwahl bestimmt

Bei der Präsidentschaftswahl in der Mongolei hat keiner der drei Kandidaten im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit erreicht. Erstmals wird damit der Staatschef des Landes in einer Stichwahl bestimmt

Bei der Präsidentschaftswahl in der Mongolei hat keiner der drei Kandidaten im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit erreicht. Der Immobilien-Tycoon Khaltmaa Battulga von der oppositionellen Demokratischen Partei kam auf 38 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission am Dienstag mitteilte. Er muss nun am 9. Juli in einer Stichwahl gegen Mieygombo Enkhbold von der regierenden Mongolischen Volkspartei antreten, der rund 30 Prozent der Stimmen erhielt.

Erstmals wird damit der Staatschef des Landes in einer Stichwahl bestimmt. Als dritter Kandidat war Sainkhuu Ganbaatar von der Revolutionären Volkspartei ins Rennen gegangen. Überschattet wurde die Wahl von Korruptionsvorwürfen gegen alle drei Kandidaten. Ihnen wird vorgeworfen, Bestechungsgelder entgegengenommen oder Schwarzgeldkonten eingerichtet zu haben. Alle drei weisen die Vorwürfe zurück, zeigten aber während des Wahlkampfs mit den Fingern auf ihre Konkurrenten. Dies verärgerte viele Mongolen, die den Bewerbern vorwarfen, mit Schmutzkampagnen von den wahren Problemen des Landes abzulenken.

Das zwischen Russland und China gelegene rohstoffreiche Land mit seinen drei Millionen Einwohnern galt lange Zeit als wirtschaftlich aufstrebende Oase der Demokratie in Zentralasien. Seit einigen Jahren leidet die Mongolei jedoch unter einer schweren Wirtschaftskrise sowie wachsender Verschuldung.