Neuer Job, aber weniger Gehalt: Welche fünf Gründe trotzdem dafür sprechen können

·Lesedauer: 4 Min.

Eine Studie der Online-Jobplattform Stepstone* von 2019 zeigt, dass rund vier von zehn Fachkräfte kündigen, weil sie zu wenig verdienen. Doch neben dem Gehalt gibt es noch andere Faktoren, die euch bei einem neuen Job glücklich machen können. Die Arbeitgeber-Bewertungsplattform „Kununu“ schreibt, dass ein Jobwechsel immer eine Verbesserung eurer Situation mit sich bringen sollte. Hier sind fünf Gründe, warum ihr einen neuen Job annehmen solltet, obwohl ihr dadurch vielleicht weniger verdient.

1. Ihr könnt unter besseren Bedingungen arbeiten

Alte Technik, ein kaputter Schreibtischstuhl und fiese Kollegen? Selbst wenn ihr bei eurem alten Arbeitgeber vielleicht mehr Geld verdient, solltet ihr euch fragen: Zu welchem Preis? Ein schlechtes Arbeitsumfeld mit einer Unternehmenskultur, die nicht zu euch passt, könnte dazu führen, dass ihr unmotiviert und frustriert seid. So zeigt beispielsweise eine Studie aus dem „Journal of Organizational Behavior“, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Burnout-Risiko und der Qualität der Beziehung zu Kollegen gibt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit guten zwischenmenschlichen Beziehungen zu Kolleginnen und Kollegen und einer selbstbestimmten Arbeitsmotivation zeigten weniger Burnout-Symptome.

Ein schlechtes Arbeitsklima ist laut Stepstone für 37,4 Prozent der Fachkräfte ein Grund, zu kündigen. Für Frauen ist dieser Faktor sogar am häufigsten ausschlaggebend für einen Jobwechsel. Euch selbst vor emotionalem Stress zu bewahren, kann viel kostbarer sein als eine Gehaltserhöhung.

Und vielleicht bekommt ihr bei eurer neuen Stelle zwar nicht mehr Geld, werdet dafür aber mit neuer Technik ausgestattet, bekommt Gratis-Getränke im Büro oder habt einen höhenverstellbaren Schreibtisch und einen ergonomischen Bürostuhl. Auch das können Vorteile sein, die sich zwar nicht in eurer Gehaltsabrechnung wiederfinden, euch das Leben aber deutlich angenehmer machen.

2. Ihr bekommt neue berufliche Perspektiven

Arbeitet ihr schon seit mehreren Jahren im selben Unternehmen, habt aber keine Aufstiegsmöglichkeiten in Sicht? Dann könnte auch das ein Grund sein, den neuen Job anzunehmen. Denn es kann sein, dass ihr für eine ähnliche Stelle in einer anderen Branche zwar erst einmal weniger Gehalt bekommt. So verdient man laut „Kununu“ als HR-Manager in der Industrie-Branche beispielsweise durchschnittlich 59.000 Euro jährlich, während HR-Manager im Handel durchschnittlich nur 49.700 Euro im Jahr verdienen.

Allerdings habt ihr durch den Wechsel vielleicht die Möglichkeit, euch weiterzuentwickeln und die Karriereleiter hochzuklettern, sodass ihr irgendwann höhere Funktionen einnehmen könnt – und euer Job-Portfolio bereichert.

3. Ihr bekommt andere Extras

Vielleicht verdient ihr im neuen Job zwar nicht mehr Geld, könnt aber andere finanzielle Vorteile für euch verhandeln. Und das kann auch für die Unternehmen sehr angenehm sein – viele Gehaltsextras sind steuerlich begünstigt oder sogar komplett steuerfrei. Dazu gehören zum Beispiel ein Diensthandy, -laptop oder -wagen, Gutscheine fürs Tanken oder zum Mittagessen oder euer Arbeitgeber zahlt die Kita-Beiträge eurer Kinder.

Ein weiterer Vorteil ist manchmal auch akademischer Natur. So zeigt die Stepstone-Umfrage, dass etwa 25 Prozent der deutschen Fachkräfte den Beruf wechselt, weil sie das Gefühl hat, nicht genügend Möglichkeiten zur Weiterbildung zu bekommen. Wenn ihr bei eurem neuen Arbeitgeber also regelmäßig an Weiterbildungen teilnehmen könnt, kann auch das ein großer Vorteil sein.

4. Ihr habt bessere Arbeitszeiten

Ein geringeres Monatsgehalt kann auch damit zusammenhängen, dass ihr weniger arbeitet. Wenn ihr eure Stunden reduzieren könnt und beispielsweise statt 40 nur noch 35 Stunden pro Woche arbeitet, könnte auch das der Grund dafür sein, dass ihr letztendlich weniger Geld habt, schreibt „Kununu“. Möglicherweise kann diese Veränderung zu einer guten Work-Life-Balance beitragen – und euch sogar motivierter arbeiten lassen.

So zeigte eine Studie aus Island, welche Vorteile weniger Arbeitsstunden haben können. Zwischen 2015 und 2019 beobachtete ein Forschungsteam mehr als 2500 Angestellte, die anstatt 40 Stunden nur 35 oder 36 Stunden pro Woche arbeiteten. Das Ergebnis: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer berichteten, dass sie sich weniger gestresst und weniger Burnout-gefährdet fühlten. Sie sagten, dass sich ihre Gesundheit und ihre Work-Life-Balance verbessert hätten. Außerdem berichteten sie, dass sie mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen, Hobbys nachgehen und Hausarbeiten erledigen konnten. Produktivität und Leistungsniveau blieben bei den meisten gleich oder verbesserten sich sogar.

5. Ihr sammelt neue Erfahrungen

Um die Karriere voranzubringen, braucht es manchmal gewisse Erfahrungswerte, die euch euer alter Job möglicherweise nicht bieten kann. So hilft euch der Wechsel in ein neues Unternehmen vielleicht, euch neue Aufgabenfelder zu erschließen. Das können beispielsweise Hands-on-Erfahrungen sein oder die Leitung eines kleinen Teams, bevor ihr in ein paar Jahren eine eigene Abteilung leitet. „Kununu“ rät: Geht einen kleinen Schritt zurück, um einen großen Sprung zu schaffen.

Der Blick in eine andere Branche kann euch auch dabei helfen, euer Wissen zu erweitern oder euch auf ein spezielles Thema zu spezialisieren. Damit steigert ihr euren Marktwert, sodass ihr in Zukunft eventuell mehr Geld verhandeln könnt.

* Stepstone ist wie Business Insider ein Unternehmen der Axel Springer SE.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.