Neuer Investitionsplan: Europa soll zum Marktführer für saubere Technologien werden

Neuer Investitionsplan: Europa soll zum Marktführer für saubere Technologien werden

Am Dienstag hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beim Weltwirtschaftsforum in Davos einen neuen Industrieplan vorgestellt, der Europa zum weltweiten Marktführer für saubere Technologien und Innovationen machen soll.

Reaktion auf den amerikanischen Inflation Reduction Act

Damit reagiere man auch unter anderem auf den Inflation Reduction Act, kurz IRA, der US-Regierung. Dabei handelt es sich um einen aus Wettbewerbsgründen umstrittenen Subventionsplan für klimafreundliche Technologien. "Damit die europäische Industrie attraktiv bleibt, ist es notwendig, mit den Angeboten und Anreizen außerhalb der EU mitzuhalten", so von der Leyen.

Viele in der EU sehen in dem IRA einen Versuch, europäische Firmen aus dem lukrativen amerikanischen Markt für saubere Technologien zu schneiden. Währenddessen wächst in der Union die Sorge, dass man zwischen den USA und China in der Weltwirtschaft irrelevant werden könnte.

"Als Union schöpfen wir nicht unser vollständiges wirtschaftliches Potenzial aus. Unsere Produktivität hängt hinterher, immer weniger der größten Firmen haben ihren Sitz in der EU", beklagte zum Beispiel der schwedische Premierminister Ulf Kristersson.

Die wichtigsten Eckpunkte des Plans

Der Plan soll die EU auch in Zukunft wettbewerbsfähig machen. Unter anderem sollen Regeln vereinfacht werden, um die Bedingungen für Anbieter von sauberen Technologien wie Solar- und Windenergie, Wärmepumpen und sauberem Wasserstoff attraktiver zu machen. Des Weiteren soll ein "Netto-Null-Industrie-Gesetz" entwickelt werden, um feste Meilensteine für saubere Technologien innerhalb der EU bis 2030 abzustecken.

Außerdem sieht der Plan vor, umweltfreundliche Technologien finanziell deutlich stärker zu fördern, die Abhängigkeit von wichtigen Rohstoffen zu verringern und Fachkräfte gezielt auszubilden. Es soll auch rigoroser gegen Länder wie China vorgegangen werden, die mit Versprechen niedrigerer Energie- und Arbeitskosten sowie lockereren gesetzlichen Rahmen Unternehmen ins eigene Land locken.

Es wurden noch keine konkreten Zahlen genannt, jedoch ist wohl mit einer massiven Investition seitens der EU zu rechnen. Für den Inflation Reduction Act hat die USA immerhin umgerechnet 340 Milliarden Euro in die Hand genommen.