Neuer Express-Lieferdienst: Wuplo traut sich aufs Gorillas-Terrain

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Wuplo hat seinen Lieferdienst-Service im September dieses Jahres begonnen.
Wuplo hat seinen Lieferdienst-Service im September dieses Jahres begonnen.

Gorillas, Flink, Getir – Die Großstädte sind voll mit Fahrerinnen und Fahrern, die Lebensmittel in großen Rucksäcken durch die Gegend fahren. Diesen Markt will seit dieser Woche nun ein weiterer Express-Lieferdienst aufmischen. Das Konzept von Wuplo ähnelt dem der Konkurrenz: In zehn Minuten sollen die über die App ausgewählten Lebensmittel vor der Haustür übergeben werden. Laut Startup lässt sich dieser Zeitraum allerdings nur in Charlottenburg realisieren, rund um das erste Warenlanger des Anbieters. Demnach werde der Rest der Hauptstadt zwischen 30 und 60 Minuten auf die Lieferungen warten müssen. „Wobei der Zeitrahmen in den kommenden Monaten für alle Bezirke auf zehn Minuten verkürzt wird“, betont das Startup.

Das Sortiment soll eigenen Angaben zufolge über 5.000 Artikel beinhalten, darunter alles, was man in einem Supermarkt findet – von Lebensmittel über Kosmetikprodukte bin hin zu Backwaren lokaler Anbieter. Die Waren werden mit E-Bikes oder E-Autos geliefert. Anders als etwa Gorillas, das auf hochwertige Marken setzt, finden sich bei Wuplo auch Artikel von günstigen Eigenmarken wie Rewes "Ja!". Je nach Warenkorbwert zahlen die Kunden eine Liefergebühr zwischen einem Euro und 2,60 Euro. Die Bestellungen können sowohl über den Browser als auch über die App aufgegeben werden.

Von Moskau nach Berlin

Wuplo wurde von Sergey Schetinin, Ivan Vorontsov, Evgenii Rogover und Maxim Rogover gründet. Gemeinsam wollen sie in den kommenden fünf Jahren ein personalisiertes Liefer-Ökosystem aufbauen und damit einen Drittel der europäischen Haushalte erreichen. Schetinin und Vorontsov haben 2016 den russischen Lieferdienst Familyfriend gegründet. Der hat aber nichts mit ihrem neuen Start zu tun – außer, dass das die Plattform der Berliner Firma mit derselben Technologie betrieben wird, die für das russische Startup entwickelt worden ist. Nun wollen die Gründer Berlin erobern, der erste Standort der Firma. Schetinin zieht dafür extra mit seiner Familie von Moskau in die Hauptstadt. „Ich habe Berlin schon viele mal persönlich besucht und liebe die Energie und Dynamik der Stadt“.

Der Kampf um die Marktherrschaft

Doch der Markt in Berlin ist hart umkämpft. Erst im August dieses Jahres brachte Delivery Hero seine Marke Foodpand , die ebenfalls Supermarkteinkäufe ausliefert, nach Deutschland zurück. Der US-amerikanische Wettbewerber Gopuff, Pionier in dem Gebiet, will mit seinem Service ebenfalls auf den deutschen Markt drängen. Gorillas, Getir, Foodpanda, Flink – und nun Wuplo. Der Kampf um die Marktherrschaft der Express-Lieferdienste wird noch eine Weile andauern. Und währenddessen darf man gespannt bleiben, wie sich die Dienste schlagen werden.

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