Neuer Eigentümer: So will Bringmeister den Markt der Lieferdienste von Rewe, Amazon und Co. aufmischen

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Ein Korb mit Edeka-Artikeln von Bringmeister.
Ein Korb mit Edeka-Artikeln von Bringmeister.

Lieferdienste für Lebensmittel gibt es derzeit nicht gerade wenige. Das Unternehmen Gorillas kämpft mit seinen Kurierfahrern um jede Minute, Delivery Hero hat die Rückkehr in den deutschen Markt angekündigt und auch Rewe, Amazon und neuerdings Aldi drängen in den Markt.

Eine Firma, die es schon seit 24 Jahren gibt, jetzt aber unter neuer Regie steht, ist Bringmeister. Der Lieferdienst war ursprünglich von Edeka gegründet worden, als Alternative zum Lieferdienst von Rewe. Nach dem Verkauf von Bringmeister an die Private-Equity- und Venture-Capital-Gruppe Rockaway Capital sitzt nun der Tscheche Jakub Havrlant im Chefsessel. Er will das Unternehmen vorantreiben.

"Beim Wachstum sind wir ein ambitionierterer Eigentümer als Edeka", sagte Havrlant dem Handelsblatt. Für das laufende Jahr rechnet Bringmeister mit einem Jahresumsatz von 100 Millionen Euro, innerhalb von drei bis fünf Jahren soll er auf eine Milliarde Euro anwachsen – auch durch den Gang in weitere Städte.

Edeka bleibt als Partner an Bord - und stellt das Sortiment

Den Zeitkampf um Lieferungen in unter 15 Minuten macht Bringmeister aber nicht mit: Kunden sollen innerhalb von drei Stunden beliefert werden. Dahinter steckt System: statt auf Spontankäufe will der neue Investor lieber Familien und deren Wocheneinkäufe in den Fokus stellen - eine Zilegurppe, die immer noch häufig selbst in den Supermarkt gehe. Um diese für Bringmeister zu begeistern, soll das Sortiment rund 20.000 Artikel umfassen.

Helfen soll dabei das Engagement des Ex-Eigentümers Edeka. Dieser bleibt als Partner an Bord und stellt das Kernsortiment und Eigenmarken. Hinzukommen sollen aber noch regionale und Bio-Produkte.

Der neue Bringmeister-Eigentümer fürchtet die Konkurrenz nicht, sagte er dem Handelsblatt. Die Pandemie habe den konservativen deutschen Lebensmittelmarkt aufgebrochen. Deutlich mehr Menschen seien bereit, Lebensmittelbestellungen im Netz eine Chance zu geben. Bringmeister sei trotz der geringen Investitionen in der Pandemiezeit bereits zweistellig gewachsen.

sr

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