Neuer Dopingwirbel um WWE-Topstar Reigns

Martin Hoffmann
Roman Reigns war dreimal World Champion bei WWE

Neuer Doping-Wirbel um einen der Topstars der Wrestling-Liga WWE.

Ein wegen Steroidhandel-Vorwürfen inhaftierter Ex-Besitzer eines Fitness-Studios in Miami behauptet, dass Roman Reigns zu seinen Kunden gehörte.

Reigns - im Juni 2016 schon einmal wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Richtlinien von WWE gesperrt - bestreitet die Anschuldigung.


Auch Hollywood-Star Mark Wahlberg belastet

Erhoben hat sie Richard Rodriguez, ehemaliger Chef der Firma "Wellness Fitness Nutrition", die im vergangenen Jahr von der US-Anti-Drogen-Behörde DEA ausgehoben wurde. Sie soll zehn Millionen Dollar mit illegalen Verkäufen von Steroiden verdient haben.

Rodriguez hat dem Fall nun in einem YouTube-Interview mit einem Dokumentarfilmer zu internationaler Aufmerksamkeit erhoben. Er nennt darin drei prominente Stars, die seine Kunden gewesen sein sollen - Reigns und die Hollywood-Stars Mark Wahlberg und Josh Duhamel (bekannt als Captain Lennox aus der Transformers-Reihe).

Wahlberg hat den Vorwurf zurückgewiesen, ebenso wie Reigns.


Roman Reigns weist Vorwurf zurück

"Ich habe noch nie von Richard Rodriguez oder Wellness Fitness Nutrition gehört", hält der 32-Jährige in einem an mehrere Medien versandten Statement fest: "Ich habe aus dem Fehler gelernt, den ich vor fast zwei Jahren gemacht habe und für den ich bestraft wurde. Seitdem bin ich vom unabhängigen Dopingtest-Programm von WWE elfmal negativ getestet worden."

Reigns war damals wegen eines bis heute nicht genau benannten Verstoßes gegen die so genannte "Wellness Policy" für 30 Tage gesperrt worden.

Langfristig hat ihm die Affäre nicht geschadet: Sein Aufbau zum Aushängeschild der Liga - der die Fanbase von WWE seit Jahren spaltet - wurde recht nahtlos fortgesetzt. Aktuell amtiert der Cousin von Dwayne "The Rock" Johnson als Intercontinental Champion der Liga, er gilt auch als einer der Favoriten auf den Sieg bei der Traditionsshow Royal Rumble am 28. Januar.

Im Hauptkampf der Mega-Show WrestleMania 33 durfte er den Undertaker besiegen, bei der 34. Auflage im April soll er angeblich gegen Universal Champion Brock Lesnar antreten und ihn entthronen.


Anti-Doping-Programm mit Lücken

Ob diese Pläne nun gefährdet sind, wird davon abhängen, ob Rodriguez einen stichhaltigen Beleg für seine Vorwürfe nachliefern kann.

Reigns ist bei WWE - die in der Vergangenheit mehrfach von Steroid-Affären erschüttert worden war - einem Anti-Doping-Programm unterworfen, das allerdings selbst nicht unumstritten ist. Unter anderem gibt es Kritik an den kurzen Sperren für Erst- und Zweittäter (30 Tage bei einem Verstoß, 60 beim zweiten, Entlassung beim dritten) und einigen Schlupflöchern, die sie bietet.

Ein Doping-Verstoß von Champion Lesnar beispielsweise, der 2016 seine Parallel-Karriere als MMA-Kämpfer bei der UFC beendete, blieb bei WWE folgenlos. Die Liga argumentierte, dass die "Wellness Policy" bei Lesnar nicht greift, weil er nur teilzeitaktiv bei WWE ist.