Neuer Bafin-Chef Branson will Kulturwandel bei Aufsicht: Kreise

Birgit Jennen und Nicholas Comfort
·Lesedauer: 1 Min.

(Bloomberg) -- Die deutsche Finanzaufsicht braucht Veränderungen, vielleicht sogar einen Kulturwandel. Das hat der designierte neue Präsident der Bafin, Mark Branson, vor dem Finanzausschuss des Bundestags Teilnehmern zufolge deutlich gemacht.

Branson, der derzeit die Schweizer Bankenaufsicht Finma leitet, wurde diese Woche von Finanzminister Olaf Scholz als Nachfolger des zurückgetretenen Felix Hufeld präsentiert. Seine Aufgabe ist es, den ramponierten Ruf der Behörde dem Wirecard-Debakel zu reparieren und Reformen durchzusetzen. Bereits zwei Tage nach seiner Ernennung stellte er sich den Abgeordneten.

Viel zur Bafin sagen wollte Branson vor den Parlamentariern nicht. Er sei noch ein Außenseiter und wolle sich zunächst sein eigenes Bild machen. Klar sei jedenfalls, dass Deutschland eine “Aufsicht von Weltklasse” brauche. Er bitte aber bereits vorab um Verständnis, dass dieser Wandel Zeit brauchen werde.

Konkreter wurde Branson bei dem Problem komplexer und verflochtener Finanzunternehmen, das nicht nur bei Wirecard sondern in anderer Weise auch bei der gescheiterten Greensill Bank AG ein Thema ist. Hier müsse entweder die Aufsicht zusammengefasst werden und alle Teile des Firmengeflechts umfassen, oder es müsse ein klares “Ringfencing” geben, eine Abgrenzung zwischen den Bereichen.

Bei Wirecard beaufsichtigte die Bafin nur die kleinere Bankentochter, nicht aber den Zahlungsdienstleister, dem diese gehörte. Die Bilanzfälschung, von der Ermittler inzwischen ausgehen, fand aber beim Mutterkonzern statt. Die Greensill Bank, bei der die Bafin entschiedener durchgegriffen hat, hat überwiegend in Produkte ihrer Muttergesellschaft Greensill Capital investiert.

Branson soll bis Mitte des Jahres die Leitung der Bafin übernehmen.

Überschrift des Artikels im Original:German Watchdog May Need Culture Change, Branson Tells Lawmakers

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