Neuer Ärger um Victoria’s Secret: Dessous-Label soll von der Konkurrenz geklaut haben

Das amerikanische Dessous-Label Victoria’s Secret steht in der Kritik: der Firma wird vorgeworfen einige Modelle aus ihrer neuen Winterkollektion von ihrem britischen Konkurrenten Agent Provocateur geklaut zu haben.

"Victoria's Secret" hat den nächsten Skandal an der Backe (Bild: Getty Images)

Die wohl bekannteste Lingerie-Marke der Welt steckt in der Krise: für Victoria’s Secret regnet es derzeit einen Skandal nach dem anderen. Aktuell sieht sich der US-amerikanische Unterwäsche-Hersteller mit Vorwürfen konfrontiert, er habe einige seiner Designs von der Konkurrenz geklaut.

Der Instagram-Account “Diet Prada”, der es sich zur Mission gemacht hat, über Ungerechtigkeit in der Mode-Industrie zu berichten, brachte den Stein ins Rollen: Die Betreiber des Accounts veröffentlichten Fotos eines Victoria’s Secret-Designs und eines älteren Designs des britischen Dessous-Labels “Agent Provocateur”.

Klaut Victoria’s Secret von der Konkurrenz?

Im direkten Vergleich fällt sogar einem Mode-Laien sofort auf, dass die schwarzen Zweiteiler nahezu identisch aussehen. Der BH ist aus einem transparenten, netzartigen Stoff mit schwarz-gestreiftem Muster an Seiten- und Rückenteilen, der Slip ist aus einem ähnlichen, weniger durchsichtigen Stoff gefertigt mit schwarzen Streifen an den Seiten.

Das Design von Victoria’s Secret (rechtes Bild) stammt aus der aktuellen Herbst/ Winterkollektion und steht für rund 60 Dollar zum Verkauf. Das Model von “Agent Provocateur” (linkes Bild) hingegen war Teil der Sommerkollektion 2018 und wird aktuell nicht mehr verkauft. Der Originalpreis betrug gerade Mal die Hälfte des “Victoria’s Secret”-Preises.

Victoria’s Secret: Der Absturz der Engel ist nur noch eine Frage der Zeit

Agent Provocateur ist nicht der einzige Konkurrent, von dem sich Victoria’s Secret offenbar stark inspirieren lässt: Im Juli wies „Diet Prada“ auf große Ähnlichkeiten zwischen einem Design der Dessous-Marke “Fleur du Mal” und einem Zweiteiler mit Blumenmuster von “Victoria’s Secret” hin.

Gefallene Engel

Doch die Abklatsch-Vorwürfe verblassen sogar noch, vergleicht man sie mit den potentiell kriminellen Verbindungen des Unternehmens. Dessen CEO Les Wexner war ein enger Vertrauter von Jeffrey Epstein, jenem Financier, der kürzlich wegen Zwangsprostitution von Minderjährigen verhaftet wurde und im Gefängnis durch augenscheinlichen Suizid verstarb.

Offener Brief: Models fordern Schutz vor Belästigung bei "Victoria’s Secret"

Hinzu kommen die immer lauter werdenden Diskussionen um das eindimensionale Schönheitsideal, das Victoria’s Secret propagiert. Superschlanke Models mit endlos langen Beinen, straffen Brüsten, trainierten Hintern und perfekter Haut sind weit entfernt von der Realität der meisten Frauen und im Zeitalter von Body Positivity einfach nicht mehr zeitgemäß. „Wir sind es leid, immer denselben Körpertyp zu sehen, das ist doch zum Gähnen“, kommentierte Topmodel Kate Upton die Kontroverse kürzlich in der Sendung „Watch What Happens Live“.

Alessandra Ambrosio, Gisele Bündchen, Heidi Klum: Kaum ein Topmodel dieser Welt ist noch nicht für Victoria’s Secret gelaufen. Die berühmten Engelsflügel verliehen zu bekommen, galt lange Zeit als Ritterschlag in der Model-Szene. Angesichts der neusten Vorwürfe gegen das Unternehmen neigen sich die himmlischen Zeiten des Unternehmens jedoch offenbar dem Ende zu, denn das Image der Firma hat großen Schaden genommen; der Kurs des Dachunternehmens L Brand befindet sich derzeit auf dem Tiefpunkt. Die Ära der Engel scheint beendet.

Video: Auch finanziell stand das Label schon einmal besser da - 2018 steckte die Aktie in der Krise