Neue ZX-10RR für den Weltmeister: Rea erstmals auf der 2021er-Kawasaki

Sebastian Fränzschky
·Lesedauer: 3 Min.

Kawasaki zeigte beim Superbike-Test in Jerez (zum Testbericht) erstmals die 2021er-Version der Kawasaki ZX-10RR. Auffälligstes Merkmal war eine deutlich aggressiver gezeichnete Front-Verkleidung.

Auf klassische Winglets, wie sie die Konkurrenz von Ducati und Honda einsetzt, verzichtet Kawasaki. Dafür wurde der Lufteinlass der Airbox und der Bereich der angedeuteten Scheinwerfer deutlich auffälliger geformt. Neben der neuen Aerodynamik hat die neue Kawasaki zudem einen überarbeiteten Motor.

Weltmeister Jonathan Rea holte sich am Ende des zweiten Testtags die Bestzeit. Rea umrundete den Kurs in 1:38.324 Minuten und war damit sogar schneller als Honda-Testpilot Stefan Bradl mit seiner MotoGP-Maschine. Kawasaki-Teamkollege Alex Lowes war mit seiner Zeit von 1:38.887 Minuten klar langsamer.

Jonathan Rea liefert Feedbacks an Kawasaki weiter

"Wir begannen damit, mit den Teilen für 2021 zu arbeiten, die wir von Kawasaki bekommen haben", berichtet Rea. "Wie immer haben wir Informationen gesammelt und viel verschiedene Dinge probiert. Wir hatten eine neue Front-Verkleidung. Die Feedbacks dazu geben wir jetzt an Kawasaki weiter. Zudem beschäftigten wir uns mit dem Motor, der Federbein-Umlenkung, der Gabel, der Bremse und bekamen von Pirelli einen neuen Vorderreifen."

"Wir haben ziemlich intensiv gearbeitet und ich fuhr viele Runden mit gebrauchten Reifen. Mit einem frischen Reifen war ich nicht allzu schnell, doch mit gebrauchten Reifen wurde ich von Runde zu Runde schneller. Das ist ein gutes Problem", stellt der Rekord-Weltmeister fest. "Es gab gute und schlechte Aspekte. Wir haben viele Informationen, mit denen wir uns jetzt beschäftigen können."

Weiter geht es für die Kawasaki-Werkspiloten am 25. November. Im Motorland Aragon können Rea und Lowes zwei weitere Tage testen, bevor sie in die wohlverdiente Winterpause gehen. Und was sagt Rea zum ersten Kennenlernen mit der heiß ersehnten neuen ZX-10RR?

Aggressive Aerodynamik: Crewchief erkennt Vorteile

"Die Verkleidung ist natürlich die auffälligste Änderung. Ich habe den Ingenieuren meine Eindrücke weitergegeben. Diese gehen jetzt für weitere Analysen zu Kawasaki", kommentiert Rea. "Das Motorrad ist noch sehr jung. Wir spürten Unterschiede, müssen aber noch alles richtig zusammenbringen."

Die neue Verkleidung soll die Neigung zu Wheelies verringern

Die neue Verkleidung soll die Neigung zu Wheelies verringern<span class="copyright">Kawasaki</span>
Die neue Verkleidung soll die Neigung zu Wheelies verringernKawasaki

Kawasaki

"Vor dem Saisonstart 2021 bekommen wir weitere neue Teile. Das Projekt ist noch sehr jung. Wir werden wie in jeder anderen Winterpause weiter hart arbeiten. Doch ich bin mit dem Test zufrieden", bilanziert der Nordire.

Crewchief Pere Riba hat durch den Modellwechsel nun viel Arbeit vor sich, die einzelnen Komponenten richtig zusammenzubringen. "Der Motor hat einen anderen Charakter und das hat natürlich Folgen. Die Aerodynamik der neuen Verkleidung scheint sehr gut zu funktionieren. Das hilft in verschiedenen Bereichen", erklärt der Ex-Racer.

"Die Balance der Maschine verschiebt sich. Wir brauchen noch Zeit, um das perfekte Paket zusammenzubringen", bemerkt Reas Crewchief nach dem ersten Test mit der 2021er-Kawasaki. Die Serienversion der neuen ZX-10RR wird am 23. November präsentiert.

Mit Bildmaterial von Kawasaki.