Der neue Wirtschaftsnobelpreisträger hatte 2016 eine düstere Vorhersage zu Trump

Christoph Damm
Wirtschaftsnobelpreis-Träger 2017 Richard Thaler

Der Nobelpreis für Wirtschaft geht in diesem Jahr an den US-Verhaltensökonom Richard Thaler. Er forscht in erster Linie an psychologischen Faktoren, die hinter wirtschaftlichen Entscheidungen stehen. Die Jury sei besonders davon begeistert, dass der 72-Jährige zeige, wie menschliche Eigenschaften die Entscheidungen Einzelner und auch Marktergebnisse beeinflussen, hieß es in der Begründung.

In diesem Zusammenhang hatte Thaler bereits im vergangenen Jahr auf sich aufmerksam gemacht — und zwar in Bezug auf den späteren US-Präsidenten Donald Trump. Der Ökonom war zu Gast beim US-Finanzsender Bloomberg und gab ein Interview über die Aussichten der damals bevorstehenden Präsidentschaftswahl in den USA. Guckt man sich das Interview heute noch einmal an, wird deutlich: Thaler hat Trump und dessen Wähler bereits Monate vor der Wahl perfekt analysiert.

„Hoch-Risiko-Kandidat“

Dass vor allem die „angy white men“, also die wütende weiße Wählerschicht in den USA, Trump tendenziell nahe steht, war da zwar schon bekannt. Doch andere Aussagen Thalers erwiesen sich erst nach der Wahl und Vereidigung des Präsidenten als richtig. „Trump ist jemand, der nur aus dem Bauch entscheidet und für den 'A' nicht 'A' ist. Er behauptet von Dingen, die jeder weiß, dass sie nicht stimmen. Doch die Anhänger stört das nicht“, analysiert Thaler in dem Gespräch mit Bloomberg. 

Er bezeichnete Trump im Vergleich zu Hillary Clinton als „High-Risk“-Kandidaten. Auf die Frage der Moderatorin, warum sich Wähler für die riskante Alternative entscheiden würden, sagte Thaler: „Menschen neigen dazu, Risiken einzugehen, wenn sie davon profitieren können — wie bei Lotto: Man setzt zwei Dollar ein und kann Millionen gewinnen. Andersherum hassen Menschen aber das Risiko, also dann, wenn sie einen großen Einsatz verlieren könnten.“

Lest auch: Trump hat am Donnerstag Merkel angerufen — der Zeitpunkt lässt Fragen offen

Weiterlesen auf businessinsider.de