Neue Vertriebsstrategie: Adidas kopiert Nike – und könnte damit kleine Händler zum Aufgeben zwingen

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Adidas will seine Kunden künftig direkt erreichen
Adidas will seine Kunden künftig direkt erreichen

Adidas ist ein Gigant im globalen Mode- und Sportmarkt. Die Produkte finden sich online, in Kaufhäusern, aber auch bei kleinen Sportartikelläden. Mit letzterem könnte bald Schluss sein: Denn wie die "WamS" berichtet strebt Adidas einen Strategiewechsel beim Vertrieb an, der besonders zulasten der kleinen Einzelhändler gehen könnte.

Ziel von Adidas ist es, ihre Ware direkt an den Kunden zu bringen, etwa über den eigenen Onlineshop. Zudem soll der Internet-Vertrieb insgesamt ausgebaut werden. Gleichzeitig soll bei den Händlern stärker ausgewählt werden, wer die Produkte überhaupt verkaufen darf. Geschäfte müssen bestimmte Anforderungen erfüllen, etwa eine Mindestabnahmemenge von Waren im Wert von mindestens 10.000 Euro pro Jahr. "Wir werden sehr aggressiv in unseren Kanälen vorgehen", sagte Adidas-Chef Kasper Rorsted dazu. Vorgemacht hat es Nike, wo eine ähnliche Strategie zu mehr Einnahmen geführt hat.

Die veränderte Strategie werde "vor allem die freien Händler treffen, die heute nicht in Verbänden organisiert sind und zudem gewisse Mindeststandards und Qualitätsanforderungen nicht einhalten können", sagte Intersport-Vorstand Frank Geisler der "WamS". Intersport selbst ist der größte Verbund von mittelständischen Sportartikelhändlern der Welt. In Deutschland gibt es rund 1600 Standorte von etwa 900 selbstständigen Händlern.

Wenn nun der nächste Branchenriese auf eine andere Strategie umschwenke, könnten viele auf der Strecke bleiben. „Europaweit könnten einige Tausend Sportartikel-Verkaufsstellen wegfallen, in Deutschland einige Hundert“, sagte Geisler.

toh

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