Neue Urlaubs-Studie: So ticken die Europäer

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Neue Urlaubs-Studie: So ticken die Europäer

Wer gibt im Urlaub wie viel Geld aus? Oder: Wie oft wird in den Ferien gestritten? In einer aktuellen Studie untersucht das britische Marktforschungsinstitut Ginger Comms das Urlaubsverhalten der Europäer und widerlegt so manches Klischee.

Die Holländer verreisen nur mit dem Wohnmobil, die Deutschen kennen nichts anderes als Mallorca und die Italiener bleiben im Urlaub am liebsten zu Hause. Diese und andere sind die gängigsten Urlaubs-Vorurteile. Das britische Marktforschungsinstitut Ginger Comms hat nun im Auftrag des Mietwagenbrokers Auto Europe im Juni 2017 eine Studie mit über 6.000 Probanden aus sechs europäischen Ländern durchgeführt. Ziel war es herauszufinden, wie die Europäer wirklich Urlaub machen und wie sich das Verhalten von Franzosen, Italienern, Spaniern, Schweden, Niederländern und Deutschen auf Reisen in vielen Bereichen unterscheidet.

Die Schweden sind Fernreise-Europameister

1.000 Personen wurden in allen genannten Länder befragt, wobei sich die typischen Urlaubsklischees nicht bestätigten. Dennoch ließen sich unter den verschiedenen Ländern doch einige Unterschiede feststellen. Zuerst fragte der Mietwagenbroker die Urlaubs-Basics ab: Wie weit weg die Befragten für ihren letzten Urlaub gereist waren und wie viel Geld sie für eine zweiwöchige Ferienreise in der Regel ausgeben. Ergebnis: es sind vor allem die Schweden, die es in ferne Länder zieht. Mit durchschnittlich 3.835 Kilometern reisen sie knapp 1.000 Kilometer weiter als der Gesamtdurchschnitt der Befragten. Am wenigsten weit wollten die Niederländer bis zum Urlaubsort reisen, im Durchschnitt nur 2.250 Kilometer.

Auch bei den Reisekosten sind die Schweden top

Passend zu den weltweiten Reisezielen sind die Schweden auch bei den Ausgaben im Urlaub die absoluten Spitzenreiter. Abgefragt wurden die Gesamtkosten für eine zweiwöchige Urlaubsreise, inklusive Unterkunft, An- und Abreise, sowie aller weiteren Ausgaben vor Ort. Im Durchschnitt gaben die Umfrageteilnehmer in etwa 2.540 Euro für eine Urlaubsreise aus. Mit über 5.800 Euro - also mehr als der doppelten Summe - lagen die Schweden mit ihren Reisekosten aber deutlich darüber. Dabei gilt es allerdings zu bedenken, dass in Skandinavien die Lebenshaltungskosten sehr viel höher sind, als in vielen anderen Ländern. Urlaub in europäischen Nachbarländern ist somit für Skandinavier eher preiswert.

Deutsche fahren viel und gehen gerne zu Fuß

Im weiteren Verlauf wurden die Teilnehmer der Studie gefragt, wie viele Stunden täglich sie im Urlaub zu Fuß oder mit dem Auto unterwegs sind. Die meisten Befragten verbrachten auf Reisen in jedem Fall mehr Zeit zu Fuß, als im Auto. Durchschnittlich 2,8 Stunden sind die Urlauber ohne Fahrzeug unterwegs. Die Deutschen belegten hier den ersten Platz, ganze 3,1 Stunden laufen sie täglich im Urlaub. Die übrigen Länder bewegten sich alle im Durchschnitt ebenfalls etwas unter 3 Stunden zu Fuß. Lediglich die niederländischen Probanden schätzten, täglich nur 2,3 Stunden ohne Auto unterwegs zu sein.

Für den Mietwagenbroker besonders interessant: Wie lange fahren die europäischen Urlauber täglich mit dem Auto? Auch hier machten die Deutschen mit 1,8 Stunden durchschnittlich den ersten Platz, gefolgt von den Niederländern und Franzosen. Ein wenig kürzer sitzen dagegen die Italiener, Spanier und Schweden am Steuer, bei allen dreien waren es rund 1,4 Stunden pro Tag.

Italiener verfahren und streiten sich viel

Dazu passend ließ Auto Europe in seiner Umfrage auch ermitteln, wie oft sich Urlauber während einer zweiwöchigen Reise verfahren und anhalten müssen, um nach dem Weg zu fragen. Hier waren sowohl die Italiener (2,9-mal pro Reise) als auch die Schweden (2,8-mal) weit vorne. Das Schlusslicht bildeten die Niederländer. Sie gaben an, sich nur 1,6-mal pro Urlaub zu verfahren.

Ähnliches ergaben die Umfrageergebnisse auch bei der Frage nach der Anzahl der Streite während der Ferien. Erneut die Schweden (4,8 Streits im Durchschnitt) und die Italiener (3,8 Streits) gaben hier an, sich während der Ferien häufiger mit Partner, Kindern oder anderen Familienmitgliedern zu zanken. Der gesamteuropäische Durchschnitt lag bei etwa 3,3 Streits pro Urlaub - auf eine Dauer von zwei Wochen gerechnet.

Foto(s): Auto Europe, Darren Baker