Neue Überwachungsstrategie: Chinas Polizei testet Hightech-Sonnenbrillen

Chinesische Polizisten testen derzeit Sonnenbrillen, die über Kameras verfügen. (Bild: AFP)

Eine Gesichtserkennungs-Software wird in China bereits seit Längerem via Überwachungskameras eingesetzt. Nun geht die Regierung sogar noch einen Schritt weiter – und lässt Polizisten eine smarte Sonnenbrille testen.

Die Bahnhofspolizisten von Zhengzhou wurden mit einem neuen Gadget ausgestattet. Sie tragen jetzt schwarze Sonnenbrillen, die mit Kameras ausgestattet und einem Tablet verkabelt sind. Auf Letzterem ist eine Datenbank mit Gesichtern gespeichert, die es den Beamten ermöglichen soll, Personen innerhalb von Millisekunden zu identifizieren, heißt es im „Wall Street Journal“.

Mit der neuen Überwachungsstrategie können die Polizisten etwa feststellen, ob es sich um Personen handelt, gegen die ein Haftbefehl ausgestellt wurde. Chinesischen Medienberichten zufolge soll die Hightech-Brille ein voller Erfolg sein und bereits mehrere Verdächtige identifiziert haben, denen verschiedene Straftaten vorgeworfen werden. Sieben Personen wurden auf diese Weise angeblich bereits festgenommen.

In China gibt es bereits über 170 Millionen Überwachungskameras – viele von ihnen mit Gesichtserkennungsfunktion. (Bild: AP Photo)

Die Ordnungshüter in Zhengzhou sind die erste Einheit, die mit der neuen Technik arbeitet. Allerdings handelt es sich dabei zunächst um eine Testphase. Den Höhepunkt wird diese wohl am 16. Februar erreichen, wenn das chinesische Neujahrsfest gefeiert wird und Millionen von Menschen auf den Straßen unterwegs sein werden. Gut möglich, dass die smarten Sonnenbrillen dann künftig auch in anderen Teilen Chinas eingesetzt werden.

Die Regierung plant nämlich langfristig, eine nationale Datenbank aufzubauen, die jeden chinesischen Bürger innerhalb von drei Sekunden erkennen und jegliche Informationen über ihn offenbaren kann. Menschenrechtsorganisationen sehen das Ganze allerdings kritisch. „Amnesty International“-Aktivist William Nee betonte gegenüber dem „Wall Street Journal“, dass die neue Gesichtserkennung zwar dabei helfe, Straftäter zu verfolgen, aber auch zum Ausbau eines Polizeistaates beitrage.