Neue traurige Höchstwerte bei Corona-Infektionen und -Toten in den USA

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Corona-Teststation in Los Angeles

In den USA haben die Zahlen der Corona-Neuinfektionen und der Todesopfer der Pandemie neue traurige Höchststände erreicht. Binnen 24 Stunden wurden 3784 weitere Corona-Tote gezählt, wie die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte. Dies ist die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Zudem wurden mehr als 250.000 neue Ansteckungen mit dem Virus registriert - auch dies ist die bislang höchste Zahl.

Seit mehr als einem Monat breitet sich das neuartige Coronavirus wieder in besonders dramatischem Tempo in den Vereinigten Staaten aus. Derzeit befinden sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums wegen der durch das Virus ausgelösten Krankheit Covid-19 rund 113.000 Menschen landesweit in den Krankenhäusern.

Die Vereinigen Staaten sind von den absoluten Zahlen her das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Insgesamt wurden in den USA bislang rund 16,9 Millionen Ansteckungsfälle erfasst. Die Zahl der registrierten Todesopfer liegt bei etwa 307.000.

Alle Hoffnungen richten sich nun auf die bereits begonnenen landesweiten Impfungen gegen das Virus. Seit Montag laufen erste Impfungen mit dem von der Mainzer Firma Biontech und dem US-Konzern Pfizer entwickelten Anti-Corona-Vakzin. Dabei werden zunächst vorrangig Gesundheitspersonal und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen geimpft.

Die US-Arzneimittelaufsicht FDA hatte in der vergangenen Woche eine Notfallzulassung für den Impfstoff erteilt. Ein unabhängiger Impfausschuss prüfte am Donnerstag einen Antrag des US-Pharmakonzerns Moderna für dessen Corona-Impfstoff, um der Arzneimittelbehörde FDA eine Empfehlung zu geben. Damit könnte noch in dieser Woche ein zweiter Impfstoff zugelassen werden.

Für Aufsehen sorgte allerdings im US-Bundesstaat Alaska eine Impfung mit dem Biontech-Pfizer-Stoff mit unerwünschten Nebenwirkungen. Eine Mitarbeiterin des Gesundheitswesens erlitt nach ihrer Impfung einen allergischen Schock und musste im Krankenhaus behandelt werden. Ihr Zustand war jedoch stabil, wie die "New York Times" berichtete. Nach Informationen der Zeitung waren bei der Frau zuvor keine Allergien bekannt.

Vergangene Woche hatten zwei Mitarbeiter des staatlichen britischen Gesundheitsdienstes NHS nach ihrer Impfung allergische Reaktionen gezeigt. Allerdings waren beide schon vorher anfällig für Allergien. Die britische Arzneimittelaufsicht riet daraufhin dazu, vorerst niemandem mit einer "signifikanten" Allergie-Vorgeschichte den Biontech-Pfizer-Impfstoff zu spritzen.

Auch die FDA hatte bei ihrer Notzulassung gewarnt, Menschen mit bekannten Allergien gegen die Inhaltsstoffe sollten die Impfung vermeiden. Die Behörde kündigte nun weitere Untersuchungen in Zusammenarbeit mit Pfizer an, "um besser zu verstehen, was geschehen ist".

Sorge bereitet die dramatische Corona-Welle unterdessen auch in anderen Teilen des amerikanischen Kontinents. Nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation vom Mittwoch wurden auf dem gesamten Kontinent binnen einer Woche rund fünf Millionen neue Corona-Infektionen verzeichnet, die meisten davon in den USA und Kanada. In Südamerika gab es in Brasilien und Kolumbien die meisten neuen Fälle.

Mit knapp 70.500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnete Brasilien ebenfalls einen neuen Höchststand. Die Zahl der Toten stieg um 936 auf mehr als 183.000. Das brasilianische Gesundheitsministerium will nun innerhalb von 16 Monaten nach der Zulassung eines Impfstoffs knapp 150 Millionen Menschen und damit mindestens 70 Prozent der Bevölkerung impfen lassen.

Überraschend stellte sich auch Staatschef Jair Bolsonaro hinter die Kampagne. Diese ermögliche dem Land "eine Rückkehr zur Normalität" versicherte der rechtsradikale Präsident am Mittwoch.

ans/ck