Neue Studie: Hunde haben ein Gefühl für den eigenen Körper

Ann-Catherin Karg
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

In einer Studie mit mehr als 50 Hunden unterschiedlicher Rassen haben ungarische Forscher untersucht, inwieweit sich Hunde ihres eigenen Körpers und seiner Aktionen bewusst sind. Das Ergebnis ähnelt denen von Tests mit Kleinkindern und Elefanten.

Laut einer Studie sind sich Hunde ihres Körpers und seiner Handlungen bewusst. (Symbolbild: Getty Images)
Laut einer Studie sind sich Hunde ihres Körpers und seiner Handlungen bewusst. (Symbolbild: Getty Images)

Mit der Frage, ob Hunde ein Gefühl für den eigenen Körper haben oder nicht, haben sich schon viele Wissenschaftler in verschiedenen Untersuchungen beschäftigt. Laut der Fachzeitschrift "The Scientist" deuteten bislang eher wenige auf ein solches Bewusstsein hin, doch nun scheint genau das eine neue Studie zu belegen.

Im Test zeigten die Hunde Vorstufen eines Ich-Bewusstseins

Wissenschaftler der Eötvös Loránd Universität Budapest stellten mehr als 50 Hunden unterschiedlicher Rassen, Alters und Geschlechts eine Aufgabe: Die Hunde sollten ein an einer Matte befestigtes Spielzeug aufheben und es ihren Besitzern bringen. Das aber schafften sie nur, wenn sie dafür die Matte verließen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sie erkannten, dass ihr eigener Körper im Weg war und dass sie sich bewegen mussten, um das Spielzeug wie verlangt abzuliefern.

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Daraus leiteten die Forscher ab, dass die Hunde sich nicht nur ihres Körpers bewusst sind, sondern auch der Konsequenzen ihrer Aktionen. Beides sind Vorstufen eines Ich-Bewusstseins. Veröffentlicht wurde die Studie in "Scientific Reports".

Am Spiegel-Test scheitern Hunde

Um ein solches Ich-Bewusstsein zum Beispiel bei Kleinkindern zu testen, gibt es ein übliches Verfahren: Den vor einem Spiegel sitzenden Kindern wird ein farbiger Punkt auf die Stirn geklebt oder gemalt. Fassen sie sich daraufhin in das eigene Gesicht und nicht etwa auf die betreffende Stelle am Spiegel, weiß man, dass das Kind bereits begriffen hat, dass es sich bei der Spiegelung um es selbst handelt. Bei ähnlichen Versuchen mit Hunden scheiterten diese daran, sich in der Reflektion ihres Spiegelbilds zu erkennen.

Der Test muss zum Probanden passen

Der an der neuen Studie beteiligte Biologe Péter Pongrácz sagte gegenüber "The Scientist", dieser Test eigne sich schlicht nicht für Hunde. Denn warum sollten diese sich dafür interessieren, wie sie aussehen? Auf die Idee, den Test mithilfe des Spielzeugs und der Decke zu machen, waren vor ihm schon andere gekommen. Sowohl Kleinkinder als auch Elefanten waren von einer Unterlage gestiegen oder gekrabbelt, um das Spielzeug abzugeben. Der Test wurde nun aber erstmals mit Hunden gemacht, die ihn auch bestanden.

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