Neue Sicherheitsverordnung: Parkland-Schüler gegen durchsichtige Rucksäcke

Nachdem im Februar ein Amokläufer 17 Menschen in der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland (Florida) tötete, wurden neue Sicherheitsmaßnahmen in der Schule eingeführt. Schüler dürfen ab sofort nur noch durchsichtige Rucksäcke tragen – ein Verstoß gegen die Privatsphäre und kein ausreichender Schutz, finden die Betroffenen.

Können diese Rucksäcke vor Amokläufen an Schulen schützen? (Bild-Copyright: Sarahchadwickk/Twitter)

Über die sozialen Netzwerke und bei Aktionen wie dem “March For Our Lives”-Protest fordern nicht nur Schüler ein Waffenverbot, um zukünftige Amokläufe zu verhindern. Die Marjory Stoneman Douglas High School will Lehrer und Schüler hingegen mit neuen Sicherheitsmaßnahmen schützen. Dazu gehören durchsichtige Rucksäcke, die die Schule stellt. Statt Beifall hagelt es Kritik: Die Rucksäcke würden keinen Schutz bieten, sondern seien lediglich ein Eingriff in die Privatsphäre, wie es auf Twitter heißt.


“Mein neuer Rucksack ist fast so transparent wie die NRA-Agenda. Ich fühle mich jetzt sooo sicher. So sehr ich auch den Versuch zu schätzen weiß – wir als Land müssen uns auf das eigentliche Problem konzentrieren, statt unsere Schulen in Gefängnisse zu verwandeln.”

Dass alle Schüler mit den neuen Rucksäcken unter Beobachtung stehen und jeder sehen kann, was sie mit sich herumtragen, sei keine Lösung, sondern stelle jeden unter Generalverdacht. Diese Schülerin findet sogar noch krassere Worte zur fragwürdigen Sicherheitsmaßnahme:


“Dieser Rucksack ist wahrscheinlich mehr wert als mein Leben.”

Damit bezieht sie sich auf die Milliarden Dollar, die jährlich mit dem Verkauf von Waffen gemacht werden und auf die die Regierung allem Anschein nach nicht durch ein Waffenverbot verzichten will.

Wie leicht das neue System überlistet werden kann, beweist dieser Schnappschuss. Durch ein paar Handgriffe ist der Inhalt des Rucksacks nicht mehr sichtbar.


Die durchsichtigen Rucksäcke sind aber nicht die einzige Präventivmaßnahme gegen Amokläufe. Laut eines CNN-Berichts bekommt jeder Schüler einen speziellen Ausweis, mit dem er in die Schule gelangt. Der Zutritt soll ebenfalls nur noch auf wenigen, gesicherten Wegen erfolgen. Zusätzlich soll die Polizeipräsenz auf dem Schulgelände erhöht werden. In einem Brief vom 21. März erklärte Robert Runcie, Superintendent der Schulen in Florida: “Wir möchte Ihnen versichern, dass die Sicherheit und der Schutz unserer Schüler und Angestellten unsere höchste Priorität bleibt.” Dafür könnten zukünftig auch Metalldetektoren an den Eingängen sorgen.

Eine andere Lösung gegen Waffengewalt fordert der “March For Our Lives”.