Neue Regierung in Jerusalem: In Nablus fliegen Steine

Kurz nach der Vereidigung der neuen rechts-religiösen Regierung von Benjamin Netanjahu in Israel ist es in der Altstadt von Nablus im besetzten Westjordanland zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Während einer Razzia warfen palästinensische Demonstranten Steine und maskierte Bewaffnete schossen mit Gewehren in die Luft.

Derweil kam es Israel zu ersten Protesten gegen die neue Regierung. Am Donnerstag Abend blockierten Hunderte von Demonstranten in Tel Aviv eine Schnellstraße und pochten auf die Rechte der LGBTQ-Gemeinde in Israel. Sie fürchten nach schwulenfeindlichen Äußerungen von Koalitionsmitgliedern Einschränkungen und Diskriminierung.

Und die israelische Botschafterin in Paris, Jael German, legte aus Protest gegen die neue Regierung ihr Amt nieder. Sie könne die radikalen Reformabsichten der Koalition Netanjahus nicht unterstützen, schrieb sie in einem Brief an den Regierungschef. Sie warnte vor einer "Gefahr für den demokratischen Charakter Israels und seiner Werte".

Die neue Regierung war am Donnerstag im Parlament vereidigt worden. Es ist die am weitesten rechts stehende Regierung, die Israel je hatte. Erstmals sind auch rechtsextreme Politiker in der Koalition vertreten.