Neue Regeln von Apple für die Gesichtserkennung in ARKit-Apps

Sascha Koesch


Es gibt neue Regeln für die Entwickler von Apps auf iOS. Klar dass dabei die neuen Features in den Vordergrund treten, aber auch bei ein paar älteren wird aufgeräumt.

So darf zum Beispiel keine App mehr Services versprechen, die sich nicht leisten können. Damit sind vor allem Viren- oder Malware-Scanner gemeint, denn diese Funktionalität ist allein schon aufgrund der Struktur von iOS schlichtweg nicht möglich.

Auch bei Apps deren Inhalte "anstößig" (objectionable) sind, hat Apple ein paar detailliertere Hinweise eingefügt. Apps die Menschen aufgrund ihrer ethnischen oder staatlichen Herkunft diskriminieren sind in Zukunft nicht mehr zulässig.

Doch zurück zu ARKit und dem neu im Fokus stehenden Gesicht. Wenn man Gesichtserkennung für die Authentifizierung nutzen will, muss man auf die lokale Gesichtserkennung zurückgreifen und darf nicht ähnliche Prozesse in ARKit dafür nutzen. Obendrein muss es für Kinder unter 13 Jahren eine Alternative geben.

Man soll auch keine User-Profile aus den Gesichtsmapping-Funktionen in ARKit ziehen dürfen. Alle reden ja ständig im Rahmen von Face ID über neue Gefahren der Überwachung, aber dass natürlich Apps, die z.B. Masken auf Gesichter projizieren oder Schminktipps in AR geben, nahezu mit Ansage Daten von Gesichtsstrukturen sammeln können, fällt albernerweise immer unter den Tisch. Wenigstens kann man nun davon ausgehen, dass Apple einen Blick darauf hat, allerdings würde uns nicht wundern, wenn diese biometrischen Daten von Nutzern in diversesten Apps dennoch eine bedenkliche Heimat in irgendwelchen Datenbanken finden, von denen wir nichts wissen.

ARKit darf auch nicht - das finden wir fast schade - mit den einfachen Apps genutzt werden, die wir bislang zumeist als Demos gesehen hat. Es müssen integrierte und inhaltsreiche "experiences" sein, einfach nur ein Objekt oder eine Animation im Raum platzieren wird also nicht möglich sein. Vielleicht verständlich, denn der Reiz solcher Novelty-Apps dürfte sehr schnell vorübergehen.

Als letzte Neuerung kommt in den neuen Regeln für App-Entwickler noch hinzu, dass man Apps machen darf, die es einem ermöglichen Geld an Nutzer zu schicken, allerdings müssen diese Geldbeträge immer zu 100% freiwillig sein (ach) und die Apps dürfen keinen Betrag von dem verschickten Geld abziehen.

Und hier noch ein paar Beispiele die relativ gut zeigen, zu was Gesichtserkennung auch jenseits von Face ID in ARKit alles taugt und wie viel einfacher Überwachung damit eigentlich geworden ist. Sowie ein paar weitere Apps, die zeigen wie sehr Gesichtserkennung zum Alltag in AR-Apps geworden ist, noch bevor ARKit ins Spiel kam.




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