Neue Razzien in Belarus gegen unabhängige Medien

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MINSK (dpa-AFX) - In Belarus geht der Apparat von Machthaber Alexander Lukaschenko weiter mit Razzien gegen unabhängige Medien vor. Die Behörden blockierten am Donnerstag die Internetseite von "Nascha Niwa" (Deutsch: Unser Feld). Das Informationsministerium teilte mit, das Portal verbreite verbotene Informationen. Details zu den Gründen für die Sperre gab es nicht.

Die Redaktion des regierungskritischen Mediums teilte mit, Chefredakteur Jegor Martinowitsch sei festgenommen worden. Es gebe zudem Durchsuchungen bei Mitarbeitern, hieß es im Telegram-Kanal von "Nascha Niwa". Über Razzien klagten auch die unabhängige "Brestker Zeitung" und die Redaktion des Portals Intex-Press.

Das mit Abstand populärste, offiziell aber auch verbotene Internetportal tut.by teilte mit, dass es unter dem Namen zerkalo.io einen Neustart mit unabhängigen Nachrichten aus Belarus wage. Nach der Sperrung der Internetseite verbreitete tut.by zuletzt vor allem im Nachrichtenkanal Telegram seine Nachrichten - und hat dort über eine halbe Million Abonnenten. Unter dem neuen Namen war nun auch die Seite im Internet wieder aufrufbar.

Zugleich informierten die unabhängigen Journalisten, die in ihrer Heimat Repressionen ausgesetzt sind, dass die Seiten im Fall einer neuen Blockierung über eine geschützte Netzwerkverbindung (VPN) gelesen werden können.

Der als "letzter Diktator Europas" kritisierte Machthaber Lukaschenko sieht sich international in der Kritik, mit Propaganda in den Staatsmedien jede Form von unabhängigem Journalismus zu unterdrücken.

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