Neue Probleme bei Bau von französischem Atomreaktor Flamanville

Atomkraftgegner nahe dem Reaktor-Baugelände

Beim Bau des Atomreaktors im nordfranzösischen Flamanville sind erneut Probleme aufgetreten. Der Betreiber EDF erklärte am Dienstag, es seien "erhebliche Löcher" in Schweißnähten aufgetreten. Ob dies eine weitere Verzögerung bei dem Druckwasserreaktor bedeutet, von dem die Schließung des umstrittenen Atomkraftwerks Fessenheim nahe der deutschen Grenze abhängt, ist noch nicht bekannt.

Der staatlich dominierte Stromkonzern EDF teilte weiter mit, es werde eine Analyse über die Ursachen für die Löcher erstellt. Zudem ordnete der Konzern zusätzliche Kontrollen an den 150 Schweißnähten im Sekundärkreislauf des Reaktors an, der frei von Radioaktivität ist. Bis Ende Mai soll danach feststehen, ob es weitere Verzögerungen und zusätzliche Kosten bei dem Bau gibt. Zuletzt hatte die französische Atomaufsicht Mängel bei dem verbauten Stahl festgestellt.

Der Bau des neuen Reaktors vom Typ EPR in Flamanville wird seit Jahren von Schwierigkeiten begleitet. Eigentlich hätte das Prestigeprojekt schon 2012 ans Netz gehen sollen. Zuletzt war das Hochfahren des Reaktors für Ende dieses Jahres geplant. Die Baukosten haben sich auf 10,5 Milliarden Euro verdreifacht.

Die Regierung in Paris macht von der Inbetriebnahme die Schließung des ältesten französischen Atomkraftwerks in Fessenheim nahe Freiburg im Breisgau abhängig. Dort war der fast zwei Jahre lang abgeschaltete Reaktor Nummer zwei am Montag wieder hochgefahren worden.