Eine neue Lebensmittel-Kennzeichnung könnte für eine Revolution im Supermarkt-Regal sorgen

Marc Steinau
Supermarkt Getränke Cola

Wer sich einen Kühlschrank zulegt, wird neben dem Preis vor allem auf eines achten: Was sagt die Ampel? Alles im grünen Bereich: A+++? Gut. Denn die Kennzeichnung auf Kühlschränken und anderen Elektrogeräten gibt an, wie viel Strom das Gerät verbraucht.

Aber wie steht es um die Effizienzklasse von Lebensmitteln? Die ist auf den ersten Blick weniger durchsichtig. Zwar sind EU-weit die Hersteller dazu verpflichtet, die Nährwertangaben für Zucker, Fett und Salz auf der Verpackung anzugeben. Trigger-Wörter wie „kalorienreduziert“, „weniger süß“, „fit line“ können Verbraucher jedoch massiv in die Irre führen. Denn über Nährwert und Inhaltsstoffe sagen die Werbewörter wenig aus. Im Gegenteil: Oftmals handelt es sich um die reinsten Mogelpackungen – Zucker wird durch Glukosesirup, Maltodextrin und ungesunde Transfette ersetzt. Und die Liste an Zusatzstoffen enthält mehr E-Nummern als die Fahrzeugreihe von Mercedes-Benz. Ein simples Kennzeichnungssystem könnte diesem Wirrwarr den Garaus machen. 

Frankreich führte deshalb nun ein neues Kennzeichnungssystem für Lebensmittel ein. Der „Nutri-Score“ soll Verbraucher anhand einer Farbskala helfen, die Qualität von Lebensmitteln schneller zu erkennen. Qualität bedeutet in diesem Kontext allerdings nicht, ob für das Produkt teure Inhaltsstoffe verwendet wurden – sondern wie viel Fett, Salz, Zucker, Zusatz- und auch Ballaststoffe enthalten sind.

Lebensmittel-Lobby gegen Nutri-Score

Oliver Huizinga, Leiter für Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherorganisation Foodwatch, setzt sich seit Jahren mit Kennzeichnungssystemen für Lebensmittel auseinander. Er sagt: „Der Nutri-Score ist vergleichbar mit der britischen Kennzeichnung, bei der für Zucker, Salz, Fett und gesättigte Fette jeweils ein Wert angegeben wird. Der Unterschied ist: Beim Nutri-Score gibt es nur eine Farbskala, die anzeigt, wie ausgewogen ein Produkt ist.“ Verbraucherorganisationen wie Foodwatch oder etwa auch die Weltgesundheitsorganisation WHO sprechen sich für die farbliche Nährwertkennzeichnungen aus, weil sie besser verständlich sind als Kennzeichnungen mit reinen Zahlenwerten.

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