Neue Kryptowährung - Kodak-Aktionäre drehen durch

Martin Mrowka
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Neue Kryptowährung - Kodak-Aktionäre drehen durch

Totgesagte leben länger - jedenfalls wenn sie sich eine eigene Kryptowährung gönnen. So geschehen am vergangenen Dienstag: Die Eastman Kodak Company startet ihren KodakCoin. Die Nachricht sorgt für einen gigantischen Kurssprung der Kodak-Aktie.

Schon Ende Januar ist der ICO von Kodaks Kryptowährung geplant. Mit dem KodakCoin sollen Fotografen ihre alten und neuen Werke registrieren und lizensieren können sowie auch Zahlungen abwickeln. Für den Token wird eine eigene


Nie wieder unerlaubte Nutzung geschützter Bilder? Die angekündigte Revolution in der Bildrechte-Verwaltung versetzte Börsianer in einen Kaufrausch. Die Kodak-Aktie stieg im US-Handel um fast 120 Prozent. Der Kurs schloss am Dienstag bei 6,80 Dollar, nachbörslich zog die ehemalige Pleite-Aktie sogar auf 9 Dollar an. Am vergangenen Montag hatte der Wert noch bei 3,10 Dollar geschlossen

Ein US-Kommentator kritisierte am Dienstag: "Heute Morgen war Kodak eine tote Firma, die Wert und Bargeld in einem ziemlich schnellen Tempo zerstört und auf einen weiteren Bankrott zusteuert - und jetzt, nachdem sie einige leere Worte auf ein Stück Papier geschrieben haben, ist alles wieder gut." Ein Händler von Bright Trading LLC ergänzte gegenüber Reuters: "Das ist lächerlich, aus unserer Sicht ergibt das alles keinen Sinn."

Anleger sollten dem Hype nicht blindlinks folgen. Allein die Nutzung der Blockchain-Technologie und einer eigenen Kryptowährung macht noch keine Gewinne. Derzeit drehen Aktionäre schon durch, wenn ein Unternehmen in seinen Namen 'Blockchain' einbaut. Im Dezember hatte etwa die Getränkefirma Long Island Iced Tea angekündigt, ihren Namen in Long Blockchain Corp. zu ändern. Der Aktienkurs vervielfachte sich daraufhin - ohne fundamentale Untermauerung.